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Tanzen und trommeln
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Im Rausch der Rhythmen

Michael Schön 15.04.2018 0 Kommentare

Wie entfesselt: 160 Buschhausener Grundschüler verwandelten die Sporthalle Wattloge tanzend und trommelnd in einen Hexenkessel.
Wie entfesselt: 160 Buschhausener Grundschüler verwandelten die Sporthalle Wattloge tanzend und trommelnd in einen Hexenkessel. (Maximilian von Lachner)

In der Sporthalle Wattloge in Buschhausen war es für einen Moment so leise, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Eltern, Großeltern und Geschwister hielten den Atem an, als die Kinder angekündigt wurden. Zu den Akkordeonklängen von „Schlaraffenland“ des Electronic Swing Orchestra, irgendwo zwischen Vaudeville und Chanson angesiedelt, zogen sie im Gänsemarsch ihre Kreise, die Jungen und Mädchen von der Grundschule Buschhausen. Mehrmals lösten sich einige aus der großen Runde, um nach und nach das Zentrum zu verdichten. Es war eine bühnenreife Bewegungscollage. 

Die Grundschule war für drei Tage zur Tanz-Schule geworden. Die spannende Choreografie mit dem temporeichen Finale hatten die Kinder unter der Leitung von Sven Bartel (Cajón-Atelier Worpswede) und Anke Kestermann (Tanzstudio Soul Feet) einstudiert. Nach zwei Tagen mit, so Bartel, „viel Anstrengung und noch mehr Spaß“ waren sie in der Lage zu liefern. Immer wieder gab es Szenenapplaus. Viele stolze Eltern ließen es sich nicht nehmen, das vor Aufführungsbeginn verhängte Mobiltelefonverbot geflissentlich zu ignorieren, um wenigstens ein paar Filmschnipsel als digitale Trophäe nach Hause nehmen zu können. 

Gestresst, aber happy: Sven Bartel und Anke Kestermann.
Gestresst, aber happy: Sven Bartel und Anke Kestermann. (xxx)

Wenn Tanz durch Musik oder zumindest Rhythmus inspirierte Bewegung ist, dann war es Bartel und Kestermann vollauf gelungen, 160 Jungen und Mädchen sowie eine ganze Reihe Schulmitarbeitern zu inspirieren. Die ganze Tanzshow war, bei aller aufgewendeten Konzentration, von einer spielerischen Lockerheit geprägt. Die Choreografien gewährten individuelle Freiheiten im Rahmen improvisatorischer Abläufe.

Für Beat und Groove

Die Musik kam aus der Konserve, wurde aber auch von den Tänzern selbst produziert. Dafür hatte Bartel, der in seiner Worpsweder Werkstatt handgemachte Cajóns produziert, jede Menge Schlaginstrumente nach Buschhausen bringen lassen. Und zwar in allen Varianten und Größen: neben den peruanischen Trommelkisten auch westafrikanische Djemben und viele andere perkussive Musikinstrumente. Insgesamt kamen 34 Cajóns zum Einsatz, 25 Djemben, zehn Congas und vier Eimer.

Die Trommel ist das ursprünglichste aller Musikinstrumente. Forscher entdeckten in einem ägyptischen Felsengrab 4000 Jahre alte Trommeln. An Faszination verloren hat das Schlagwerkzeug seither nicht. 

Die Schüler waren Musiker und Tänzer in Personalunion. Die einstudierte Choreografie war fast bühnenreif.
Die Schüler waren Musiker und Tänzer in Personalunion. Die einstudierte Choreografie war fast bühnenreif. (Maximilian von Lachner)

Die Kinder setzten sich hin, standen wieder auf und stampften mit den Füßen im Takt, um die Bewegung wie beim Moonwalk einzufrieren, als die Trommeln plötzlich verstummten. Anschließend setzte die Choreografie noch einen anderen Akzent. Zwei Vortänzerinnen gaben Takt und Tempo vor. Sie inszenierten ein rhythmisches Crescendo, welches das Zeug dazu besaß, Akteure wie Zuschauer in einen nicht ungesunden Rauschzustand zu versetzen. 

Das Finale setzte auf einen scharfen Kontrast. Auf die romantische „Morgenstimmung“ aus der klassischen Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg folgte Synthie-Pop aus dem Jahr 1983, „Sweet Dreams“ von den Eurythmics. Das mit einem sehr eingängigen Riff gesegnete Stück inspirierte die Schüler zu größter Bewegungsfreude. Und Anke Kestermann nutzte die Gelegenheit, um das dankbare Publikum zum Mitklatschen zu animieren. 

Hoch mit den Armen! Dafür reichte die Kraft am Ende des Workshops gerade noch. Die Schüler waren Musiker und Tänzer in Personalunion. Die einstudierte Choreografie war fast bühnenreif.
Hoch mit den Armen! Dafür reichte die Kraft am Ende des Workshops gerade noch. Die Schüler waren Musiker und Tänzer in Personalunion. Die einstudierte Choreografie war fast bühnenreif. (Maximilian von Lachner)

„Drums 4 Dance“ ist der Titel des pädagogischen Tanzprojekts, das Sven Bartels Cajón-Atelier anbietet. „Die Cajón eignet sich hervorragend für die Gruppenarbeit mit Kindern und Erwachsenen, weil sie schnelle Lernerfolge ermöglicht“, schwärmt der Worpsweder, der früher im Musikfachhandel und in der Möbelrestauration gearbeitet hat. „Die drei Projekttage wurden durch Spendengelder und den Schulförderverein finanziert“, berichtet die Leiterin der Grundschule, Ute Hussak-Thomsen. 


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...