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Immer mehr Pelztiere im Kreis Osterholz

Christian Valek 25.03.2018 1 Kommentar

Nutria, Marderhund und Waschbär. Kreisjägermeister Heiko Ehing mahnt, das Wachstum der Populationen im Blick zu behalten.
Nutria, Marderhund und Waschbär. Kreisjägermeister Heiko Ehing mahnt, das Wachstum der Populationen im Blick zu behalten. (Christian Valek)

Nutrias und Marderhunde sind auf dem Vormarsch. Darauf weist Heiko Ehing vom Forstamt Harsefeld hin. Der Kreisjägermeister beobachtet einen bedeutenden Aufwärtstrend bei den Populationen im Landkreis Osterholz. Auch Waschbären rücken ins Visier der Jäger.

Während die possierlichen Waschbären in einigen Regionen Deutschlands zur Plage geworden sind, wirken hiesige Streckenzahlen harmlos. So sind im vergangenen Jahr im Kreis fünf abgeschossene Waschbären registriert worden. Ein Zeichen, dass die Kleinbären im Landkreis Osterholz sesshaft geworden sind. In den Vorjahren waren es zwei bis drei Exemplare.

Drängender ist die Lage bei den Marderhunden. Dem Waschbären ähnlich, haben sie sich sprunghaft vermehrt. 2015 waren es elf Tiere, 2016 schon 22 Tiere und im Jahr 2017 sind es kreisweit 47 Marderhunde gewesen, die auf der Strecke blieben. Acht davon sind überfahren worden. Insgesamt ist diese Zahl ein Hinweis darauf, dass die Populationen stark wachsen, sagt Ehing. „Wenn er sich in Schilfgebieten erst ansiedelt, gibt es keine Chance mehr, der Lage Herr zu werden“, ist er  überzeugt.

Nutrias breiten sich rapide aus

Die Entwicklung bei den Nutrias verläuft noch steiler. Während die Tiere, deren Heimat einst Südamerika war, im Jahr 2014 noch gar nicht in den Landkreis-Listen auftauchten, waren es 2015 schon 56 Tiere, die in der Osterholzer Streckenliste vermerkt wurden. Im Jahr 2016 sind 282 Tiere zur Strecke gebracht worden. Der Wert für 2017 liegt bei 401 toten Tieren.

Für Heiko Ehing und seine Kollegen ist diese Entwicklung alarmierend. Bei ganzjähriger Paarungszeit der Nutrias mit zwei bis drei Würfen und je fünf bis acht Jungtieren müsste eine Bejagung konsequent erfolgen. Fressfeinde kennen die großen Wühlmäuse hierzulande nicht. Jungtiere dürfen deshalb ganzjährig bejagt werden, um weitere Schäden an den Deichen zu verhindern.

Kreisjägermeister Heiko Ehing mit den Tieren
Kreisjägermeister Heiko Ehing mit den Tieren (Christian Valek)

Der Nutria stammt aus Südamerika. Über die Pelztierzucht hat sich das Tier in Europa ausgebreitet. Nutrias sind deutlich größer als Bisams. Besonders im Bereich Niederende und an der Wümme in Lilienthal haben sich Nutrias vermehrt. Das Graben und Wühlen ist die Leidenschaft der übergroßen Wühlmäuse. Die Nager, die in Ausnahmefällen bis zu 14 Kilogramm  schwer werden, sind ausgesprochen lernfähig. Ihr Normalgewicht liegt bei zwei bis sieben Kilogramm.

Wer einen deutlich kleineren Bisam jemals in seinem Gartenteich hatte, weiß, was er für Schäden anrichten kann. Saftige Schilfpflanzen und -wurzeln sind seine Leibspeisen. Und das Tier hat Appetit: Üppige Vegetation verschwindet in kurzer Zeit, Höhleneingänge säumen das Ufer.

Was in der Natur von Bisam und Nutria liegt, ist für den Menschen bedrohlich. Denn die großen Bauten der Nutrias, die von der Uferkante metertief in den Deich ragen, gefährden nicht nur den Deichschutz. Landwirtschaftliches Gerät kann im unterhöhlten Siedlungsgebiet der Tiere tief einsacken und umfallen. Gerade am Ufer von Gewässern wie in den Hamme- und Wümme-Wiesen ist das eine Gefahr für Landwirte. Hinzu kommen ausgedehnte Fressschäden entlang von Bächen, Fleeten und Flüssen.

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Die Tiere zu bejagen, ist eine Herausforderung. Sie tauchen bei Gefahr ab. „Nutrias können bis zu fünf Minuten unter Wasser bleiben.“ Obwohl sie seit 2001 bejagt werden dürfen, haben sich die Bestände in Deutschland stark erhöht. Wohl auch, weil die Tiere so anpassungsfähig sind. „Die Jäger sind gefordert.“ 

Ehing betont, dass über Nutrias mehr erforscht werden muss. „Man weiß von den Nutrias zu wenig“, steht für den Kreisjägermeister fest. Vor allem bereitet ihm Sorge, dass es sogenannte Zoonosen, also Krankheiten gibt, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragbar sind. „Darüber ist in Bezug auf Nutrias zu wenig bekannt“, mahnt Ehing. „Die Frage ist, kann ich mich bei einem kranken Nutria anstecken“

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