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Breitband-Marktplatz
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Internet zum Anfassen

Bernhard Komesker 25.04.2018 0 Kommentare

Guido Matuszewski von der Tele-Südost-Netze GmbH erklärte auf dem Kommunalen Breitband- Marktplatz in der Stadthalle das Spleißen von Glasfaserkabeln.
Guido Matuszewski von der Tele-Südost-Netze GmbH erklärte auf dem Kommunalen Breitband- Marktplatz in der Stadthalle das Spleißen von Glasfaserkabeln. (Maximilian von Lachner)

Landkreis Osterholz. Es brummt beim Breitbandausbau. Diesen Eindruck erweckte am Mittwoch der kommunale Breitband-Marktplatz in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck. Mit mehr als 300 Teilnehmern aus fast allen niedersächsischen Landkreisen und auch aus den europäischen Nachbarländern verzeichnete die siebte Auflage der Fachmesse neue Rekorde.

Die Schau mit 41 Ausstellern und einem angegliedertem Konferenzprogramm diente einmal mehr dazu dazu, Kontakte zu knüpfen und Know-how auszutauschen. Planung, Ausführung, Technik, Tiefbau – längst kümmert sich ein Heer von Anbietern mit speziellen Produkten und Dienstleistungen um das Breitbandthema. Auf dem Marktplatz trafen sich die Großen der Branche und die Kleinen: von der Rohrverlegung im Pflugverfahren über Tools für Rechenzentren und Lösungen für Firmen-Netze, Landwirte oder Energieversorger bis hin zu Kabelschächten und Verteilerkästen: allenthalben wird an der schnellen Internet-Zukunft gebaut.

Förderbank, Einkaufsgemeinschaft und kommunale Eigentümer eines privaten Glasfasernetzes informierten darüber, wie sie es machen und was sie planen. Erste Anbieter warben mit dem nächsten kommenden Glasfaser-Standard von bis zu 10 Gigabit. Die vernetzte Gegenwart veranschaulichte unterdessen die Sonderausstellung "Vom Backbone bis zum Endkunden", die modellhaft die Netz-Bestandteile zeigte, wie sie hier und heute häufig und verbreitet sind.

Dabei scheint die Hardware-Sicherheit ein wichtiger Faktor: Wie schützt man die hochwertige Technik vor unerlaubtem Zugriff, Überhitzung, Witterungseinflüssen und elektromagnetischen Störungen? Der Breitband-Marktplatz bot auch auf diesem Feld Internet zum Anfassen. Eine Praxis-Vorführung zeigte die Herstellung eines Hausanschlusses. Wer mochte, konnte sich einmal selbst im Spleißen und Einblasen der hauchdünnen Leitungsfäden versuchen oder einen der vielen Vorträge besuchen, die über die Bewältigung von Ausbauhürden und über neue Geschäftsmodelle informierten.

Gastgeber Peer Beyersdorff vom Breitband-Kompetenzzentrum und Staatssekretär Stefan Muhle aus Hannover sagten, es gehe darum, die Akteure der Branche zusammenzubringen. "Das Land und auch der Bund wollen bis zum Jahr 2025 gigabitfähige Anschlüsse für alle schaffen", betonte Muhle. "Das ist ein ehrgeiziges Ziel, zu dem alle ihren Beitrag leisten müssen." Nach wie vor gebe es Gewerbebetriebe in ländlichen Regionen, die durch die unzureichende Versorgung mit schnellem Internet existenziell bedroht seien, so der Staatssekretär; er bekleidet im niedersächsischen Wirtschaftsministerium den im Vorjahr neu geschaffenen Posten für Digitales.

Der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen hatte Muhle in seinem Grußwort eine Steilvorlage geliefert: Die Erfahrung mit der noch bis zum nächsten Jahr laufenden Förderrunde bestätige die Kreise und Kommunen in der Ansicht, dass der staatlich geförderte Breitbandausbau auf Landesebene besser aufgehoben ist als beim Bund. "So dankbar wir für die Bundesmittel sind, aber wir möchten es künftig einfacher haben und nur einen Ansprechpartner haben", betonte Lütjen. Das überaus komplizierte und bürokratische Antragsverfahren habe das Ausbautempo nämlich bereits erheblich gebremst, so der Chef der Kreisverwaltung.

Langes Warten auf die Zukunft

Die Freigabe der ersten vom Land aufgestockten Bundesmittel liege immerhin bereits eineinhalb Jahre zurück. Und auch wenn Osterholz vergleichsweise spät den Zuschlag des damaligen Ministers Alexander Dobrindt (CSU) bekam, so spricht Lütjen doch auch aus eigener Erfahrung: Im Landkreis Osterholz lässt der erste Spatenstich für rund 5000 neue Breitband-Anschlüsse noch immer auf sich warten. Wie berichtet, sollen 4835 Adressen angebunden werden, die als unterversorgt gelten; davon erhalten 4100 Glasfaser bis zum Haus. Und auch damit werde es ja nicht getan sein, setzte Lütjen hinzu. Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen gebe es weiter großen Nachholbedarf. Schnelles Internet sei heute ein Standortfaktor und für Privatpersonen wie Gewerbetreibende so wichtig wie Busse, Bahnen, Autobahn.

Staatssekretär Muhle nahm den Ball auf und erklärte, das Land stehe bereit. "Wir würden künftig gerne die Spinne im Netz sein, die eine Umsetzung möglich macht." Er sei optimistisch, dass die neue Große Koalition ihre Lehren aus der aktuellen Förderperiode ziehen und den Breitbandausbau verstetigen werde. Mit dem Masterplan Digitalisierung, den die Landesregierung im Sommer vorlegen will, sollen für Niedersachsen die Weichen in Richtung Gigabit-Gesellschaft gestellt werden, sagte Muhle. "Wir brauchen mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit aller Akteure in der TK-Branche."

In der zweiten Tageshälfte ging es bei zwei Podiumsdiskussionen um das aktuelle Förderprogramm der Europäischen Union "WiFi4EU", das Kreise und Kommunen beim Bau öffentlicher Hotspots anzapfen können, und um den künftigen Mobilfunkstandard 5G. Der LTE-Nachfolger erfordert ein engmaschiges Netz von Funkzellen mit Glasfaser-Anbindung, er soll zehn Mal so schnell sein und ab 2020 auf den Markt kommen.


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Leserkommentare
kretzschmar am 23.10.2019 15:04
So sieht das aus, 9 Millionen arbeiten im niedrig Lohn Bereich, (Mindestlohn) das sind die zukünftigen Renten Aufstocker. Was eigentlich eine ...
holger_sell am 23.10.2019 14:58
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