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Fridays-for-Future-Demonstration
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„Lasst uns Klimabotschafter sein“

Kristin Klezath 20.09.2019 0 Kommentare

"Wir machen bei der Demonstration mit, weil wir mit unseren Kindern noch Schneemenschen bauen wollen!", sagen (v. l.) Jonah Pflüger (17), Johanna Otto (17), Alina Kulik (17), Tian Marx (16), Marie Celine Koch (17) und Julia Emily Briese (18). (Charlotta Louisa Schröder)

Osterholz-Scharmbeck. Auf dem Kirchenvorplatz am Marktplatz herrscht komplette Stille. Für einen kurzen Moment ist nur das Plätschern des Brunnens zu hören. Mehrere Hundert Menschen haben sich regungslos auf den Boden gelegt. Sie sind Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demonstration und wollen mit einem einminütigen sogenannten „Die-In“ symbolisch auf ausgestorbene Tierarten aufmerksam machen.

Der „Die-In“ ist die letzte Aktion im Rahmen der Demo. Bereits am Vormittag haben sich nach Zählung der Organisatoren etwa 500 Menschen, laut Polizei rund 400 meist jugendliche Teilnehmer, auf dem Parkplatz des Supermarktes an der Pappstraße versammelt. Viele halten selbst bemalte Plakate in den Händen. „Die Erde ist kein Mülleimer“ steht da zum Beispiel. Gemeinsam wollen sie den Fokus auf den Klimaschutz lenken. Anlass dafür ist die Tagung des Klimakabinetts in Berlin. Hanna Pöhlmann ist eine der Veranstalterinnen der heutigen Fridays-for-Future-Kundgebung, die bereits zum zweiten Mal in Osterholz-Scharmbeck stattfindet. Obwohl Deutschland bereits im Oktober 2016 dem Pariser Abkommen zugestimmt hat, tue die Regierung kaum etwas für den Klimaschutz. „Dabei sollte man sich dran halten, was man unterschrieben hat“, findet die 17-Jährige. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass das nicht reicht.“

Reden und bewegen

Bevor sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt, sorgt Jerik Dikkerboom für die passende Stimmung. Unter dem Motto „nicht nur reden, auch bewegen“ animiert der 16-Jährige als einer der Organisatoren sein Publikum dazu, Parolen wie „Nieder mit der Kohle, her mit dem Widerstand“ zu rufen. Dabei hocken sich alle auf den Boden, um dann rasant in die Luft zu springen. 

Um kurz nach 10 Uhr geht es schließlich los. Entlang der Bahnhofstraße marschiert die Menschenmenge zum Rathaus. Voraus fährt ein Fahrzeug der Polizei, um die rechte Fahrbahn der Hauptstraße abzusperren. Vor dem Rathaus hält die Masse und skandiert: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Nach dem kurzen Stopp geht es weiter zum Lernhaus am Campus. Dort erklärt Mitveranstalter Frederik Burdorf, dass er für konsequenten Klimaschutz demonstriert. Den zunehmenden Widerstand gegen den Bau von Windrädern sieht der 22-Jährige als „Klima-Killer“. Windkraft spiele eine wichtige Rolle für die Energiewende: „Sie sparen die meiste Energie.“ Laut Burdorf muss Akzeptanz für die Energiewende geschaffen und ein gemeinsamer Konsens gefunden werden, um Klimaschutz zu betreiben: „Lasst uns Klimabotschafter sein, lasst uns kämpfen, denn es gibt nur einen Planten.“

Dann steuern die Demonstranten die Endstation vor der St.-Willehadi-Kirche an. Unter den Klimaaktivisten ist auch Lehrerin Manuela Kawik-Gabarde. Insgesamt fünf Klassen aus der Sekundarstufe II der Förderschule am Klosterplatz nehmen im Rahmen ihres extra eingeführten „Umwelttages“ an der Demonstration teil. „Wir haben in den letzten Tagen hart gearbeitet, um Plakate zu basteln“, sagt Kawik-Gabarde. Pöhlmann zeigt sich erfreut über die rege Teilnahme: „Heute sind es fast doppelt so viele wie letztes Mal.“

Auf dem Kirchenvorplatz geben die Organisatoren ihre Forderungen an die Klimapolitik kund. „2050 muss weltweit Netto-Null erreicht werden, das bedeutet, dass Deutschland nicht mehr CO2 produzieren darf, als die Natur schlucken kann“, verlangt Pöhlmann. Deutschland sehe sich als internationalen Vorreiter, doch mit Blick auf den Klimaschutz werde man dieser Rolle nicht gerecht. Bis Ende 2019 müssten alle CO2-Subventionen gestrichen werden, damit Deutschland anderen Ländern ein Vorbild sei, erklärt Pöhlmann.


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Leserkommentare
Video2000 am 18.10.2019 19:07
Zynisch könnte man sagen, in vielen Schulen in BHV siehts ja nicht besser aus. Nein, man hat schon viel zu viel Geld in dieses "Wahrzeichen" ...
Bunker-F76 am 18.10.2019 19:04
Bedeutet dies auch, dass der Mann im Falle einer Verurteilung in ein Jugendgefängnis muss?