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Tag der offen Tür beim THW
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Mit der Betonsäge wie durch Butter

Friedrich-Wilhelm Armbrust 16.06.2019 0 Kommentare

Das THW ist im Bedarfsfall mit einer Kettensäge ausgerüstet, die sogar durch Beton hindurch kommt.
Das THW ist im Bedarfsfall mit einer Kettensäge ausgerüstet, die sogar durch Beton hindurch kommt. (Christian Kosak)

Osterholz-Scharmbeck. Jonah gehört seit einem Jahr dem Ortsverband des Technischen Hilfwerks (THW) an. „Sachen aufzubauen wie eine Brücke, das finde ich cool“, sagt er. Am Sonnabend hatte Jonah aber eine andere Aufgabe. Da hatte das THW zu einem Tag der offenen Tür Am Binnenfeld  eingeladen, und der Zwölfjährige half an einem der drei Mitmachstände.

An seinem Stand standen zwei Signalhüte. Auf der Spitze eines Signalhutes lag ein Tennisball. Der musste mit dem Spreizer auf die Spitze des zweiten Signalhutes transportiert werden. Dafür waren Geduld und Fingerspitzengefühl  gefragt. Die eigentliche Aufgabe des Spreizers besteht allerdings darin, die Tür an einem Unfallfahrzeug herauszureißen, um Zugang zu einer eingeklemmten Person zu schaffen.  An den anderen Ständen gab es die Möglichkeit, sich im Sandsackabfüllen zu versuchen oder Nägel mit wenigen Schlägen im Holzbalken zu versenken. Doch das Interesse der Besucher galt nicht nur den Ständen. Heiko Seligmann war mit seinem Sohn aus Lilienthal zur THW-Unterkunft gefahren. Vater und Sohn fanden besonders spannend, wie umfangreich die THW-LKW ausgestattet sind. Dazu gab's viele Informationen, wofür diese Ausrüstungen jeweils bestimmt sind.

Neues Dach und neue Fassade

Beim hiesigen Ortsverband gibt es auch die Fachgruppe „Schwere Bergung“. Diese Gruppe erkundet unter anderem  Schadenlagen, dringt selbst über  Hindernisse zu Schadenstellen vor, ortet und rettet Verschüttete und  Eingeschlossene. Dafür benötigt die Gruppe ein Fahrzeug, das mit speziellem Gerät ausgestattet ist. „Wir haben eine Betonkettensäge, ein Kernbohrgerät und eine Sauerstofflanze dabei“,  erklärte THW-Helfer Marcus Bunte. Mit dem Kernbohrgerät kann das THW  eine 50 Zentimeter starke Wand durchbohren. Ziel sei es, so der Helfer,  zu erkunden, was hinter der Wand sei. „Wir können einen Verletzten so zum Beispiel mit Trinkwasser versorgen.“ Die Sauerstofflanze bringe es auf eine Temperatur von sage und schreibe 5000 Grad, so Bunte. „Da wird der Beton flüssig.“ Das Gerät werde allerdings nur eingesetzt, wenn sicher sei, dass sich kein Mensch hinter der Wand befinde. Außerdem finden sich nach den Worten des 26-Jährigen Pumpe, Atemschutzgeräte und Werkzeuge wie Bohrmaschinen auf dem Fahrzeug.  

„Wir machen diesen Tag, damit die Bürger merken, dass es uns noch gibt“, sagte Kai Murken, THW-Ausbildungsbeauftragter und stellvertretender Ortsbeauftragte. Schließlich möchte der Ortsverband auch darüber  informieren, dass es zahlreiche Erneuerungen gegeben habe. „Wir haben für unsere Unterkunft ein neues Dach bekommen, die Außenfassade ist renoviert und der Hof gepflastert worden“, zählte Murken auf. Hinzu kämen Umstrukturierungen wie die neue Fachgruppe „Schwere Bergung“. Murken zufolge machen beim Ortsverband 35 Erwachsene und 13 Jugendliche mit.

Zufrieden über den Tag der offenen Tür zeigte sich der Ortsbeauftragte Bernd Schumacher. „Ich bin von der Resonanz positiv überrascht“, sagt er. Neben Familienangehörigen und Freunden hätten auch weitere interessierte Menschen die THW-Bleibe besucht. Die sahen sich zum Beispiel auch die zwei Übungstürme an, ein fest verankerter und ein transportabler. „Der transportable kann bis acht Meter hoch gebaut werden“, sagte THW-Mann Bunte. Mit dem Übungsturm könne ein eingestürztes Gebäude simuliert werden. „Daran üben wir, uns Zugang zu verschaffen und eine Person zu retten.“

In Augenschein nehmen konnten Besucher auch den sogenannten Trümmerkegel. „In dem proben wir zum Beispiel die  Schachtrettung“, so Bunte. Ausgestellt war auch das Fahrzeug der „Ersten Bergungsgruppe“. „Da ist alles drauf, was wir brauchen, wenn ein Sturmeinsatz ist und wir mit der Motorsäge Bäume aufsägen müssen“, sagte der THW-Helfer. Im Einsatz ist der Wagen auch, wenn es gilt vollgelaufene Keller auszupumpen oder Rettungsgurte für eine Höhenrettung herbeizuschaffen.

Fünf Übungen absolvierten die THW-Helfer vor den Augen der Besucher, unter Darunter befand sich auch eine Personenrettung.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...