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Breitbandgipfel in der Stadthalle
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Netzausbau mit Tücken

Christian Valek 04.12.2018 0 Kommentare

Breitbandgipfel in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck (von links): Thomas Grupe (Breitbandkompetenz-Zentrum), Landrat Bernd Lütjen, Thorsten Bullerdiek vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, Peer Beyersdorff (Geschäftsführer
Breitbandgipfel in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck (von links): Thomas Grupe (Breitbandkompetenz-Zentrum), Landrat Bernd Lütjen, Thorsten Bullerdiek vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, Peer Beyersdorff (Geschäftsführer Breitbandkompetenz-Zentrum) beim Pressegespräch. (Shirin Abedi)

Osterholz-Scharmbeck. Der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen besteht darauf, dass das 5G-Netz bis an jede Milchkanne reicht. Er widerspricht damit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die genau das in einem im November erschienenen Interview infrage gestellt hatte.

Lütjen gehörte zu gut 350 Teilnehmern, die am Dienstag zum Breitbandgipfel in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck zusammenkamen. Das Motto lautete „Aufbruch in die Gigabitgesellschaft“. Gemeinsam mit Thorsten Bullerdiek vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebund und Staatssekretär Stefan Muhle vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung aus Hannover machte er den Zuhörern in seiner Ansprache klar, dass auch die Menschen auf dem Land schnelles Internet benötigen.

„Ich habe die Erwartung an den Bund, dass auch der ländliche Raum mit 5G verbunden wird“, sagte Lütjen in seiner Rede in der Stadthalle. Seiner Ansicht nach ist der Ausbau des Digitalnetzes für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands entscheidend. Im Landkreis Osterholz habe man schon früh die Bedeutung des Themas erkannt. Lütjen verwies mit Stolz auf den ersten Breitbandgipfel, der 2008 in der Stadthalle stattgefunden hatte. Der neue Teilnehmerrekord von mehr als 350 Anmeldungen zeige, dass das Thema an Fahrt aufnehme.

Seit dem vergangenen Gipfel habe sich einiges getan, steht für ihn fest – auch in der Region. „Fast überall in Niedersachsen wird gebaut.“ Bis 2019 würden im Landkreis Osterholz gut 6700 Haushalte und etwa 300 Betriebe mit Leitungen ausgestattet, die mehr als 30 Mbit pro Sekunde übertragen können. Viele der neuen Anschlüsse würden über Glasfaserkabel erfolgen. Aktuell würden diese Kabel im Raum Hambergen und Worpswede verlegt.

Das wiederum gehe mit höheren Ansprüchen der Bürger einher. Die Übertragungsleistungen müssten flächendeckend schnell sein, forderte der Landrat. Er könne die Kritik nachvollziehen, wenn der Nachbar über 30-Mbit-Leitungen verfüge, und man selbst nur eine 8-Mbit-Verbindung nutzen könne.

Komplizierte Vergabeverfahren

Weitere Baustellen sind für Lütjen die komplizierten Auftragsvergabeverfahren und das sogenannte Baggerproblem. Denn aufgrund der guten Konjunktur im Bausektor sei es überall schwierig, Bauunternehmen für die Kabelverlegung zu finden. Das führe ebenfalls zu Verzögerungen beim Netzausbau.

Der “Engpassfaktor Tiefbau“ war unter anderem auch Thema des knapp 20-teiligen Vortragsprogramms am Nachmittag. Statt die Arbeitsschritte nacheinander auszuführen, arbeite man an Verfahren, die alles in einem Arbeitsschritt erledigen könnten, erläuterte Staatssekretär Stefan Muhle im Gespräch mit dem OSTERHOLZER KREISBLATT.

Muhle hatte in seinem Vortrag anschließend vor allem Lob an die Kommunen mitgebracht. Sie würden sich um etwas kümmern, was eigentlich der Markt regeln müsse. Da aber die „letzte Meile“ bekanntlich der teuerste Abschnitt einer Verbindung sei, würden sich Telekommunikationsanbieter beim Ausbau zurückhalten. Kommunen seien nun im Eigeninteresse und mithilfe von Förderprogrammen von Land und Bund dazu gezwungen, diese Lücken auszufüllen. Ein Hemmschuh für die Auftragsabwicklung seien die Formalitäten. Mit Zeitverzug sei es nun aber gelungen, einfachere Auftragsvergabeverfahren zu entwickeln, um den Ausbau zu beschleunigen.

Damit will Stefan Muhle gut 150 000 Haushalten in Niedersachsen neue Hoffnung auf schnelles Internet machen. Sie verfügen zurzeit nur über Leitungen mit Übertragungsraten von weniger als 30 Mbit pro Sekunde. Um die Entwicklung voranzubringen, sei Osterholzer Mithilfe nötig. „Nie war das Breitbandkompetenz-Zentrum so wichtig wie heute“, sagte der Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Seiner Meinung nach gehören die Menschen in ländlichen Gegenden bald zu den Gewinnern, wenn es um den Netzausbau geht. Denn da, wo nun Glasfaserkabel verlegt werden, sei man bald besser versorgt als in vielen Städten.

Der ländliche Raum ohne schnelles Internet? Für Thorsten Bullerdiek vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebund ist das unvorstellbar. Er warnte in seinem Vortrag vor den Folgen. Schon heute würden viele inhabergeführte Geschäfte in kleinen Städten schließen müssen, weil es kein schnelles Internet gebe. Für ihn gehört Online- und Einzelhandel mittlerweile zusammen.

Schließen die Läden nun, weil es den Onlinehandel gibt, oder weil schnelles Internet fehlt? Für Bullerdiek ist klar, dass der Onlinehandel für viele Einzelhändler eine „zweite Chance“ darstellt. „Wir brauchen digitale Schaufenster für lokale Händler“, stellte er fest. Man müsse ortsansässige Anbieter in die Lage versetzen, zweigleisig zu fahren und im Online-Geschäft mitzumischen, forderte er auf.

Ladensterben in Städten

Ohne diese Möglichkeit würden die Innenstädte aussterben. „Inhabergeführte Geschäfte sind das Salz in der Suppe. Sie machen das Charisma des Ortes aus.“ Bullerdiek betonte, dass heutzutage beinahe jeder Landwirt auf schnelles Internet angewiesen ist. Wer auf Messen die landwirtschaftlichen Maschinen sehe, wisse, was er meine. Der Geschäftsführer des Breitbandkompetenz-Zentrums in Heilshorn, Peer Beyersdorff, machte Mut. In Sachen Breitband-Ausbau sei einiges in Bewegung. Zudem sei das Förderverfahren für den Ausbau deutlich entschlackt worden. Auch das sollte dafür sorgen, dem Ausbau mehr Schwung zu geben. Hilfreich für die Zukunft sei auch, dass sich knapp 9000 Bürger an einem Aufruf des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums im Sommer beteiligt hätten, um bestehende Funklöcher mitzuteilen.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...