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„Auf einem sehr guten Kurs“
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Positive Bilanz mit Schönheitsfehler

Bernhard Komesker 11.01.2019 0 Kommentare

Die Vorstände (von links) Stefan Kalt, Ulrich Messerschmidt und Thorben Prenntzell beim Jahrespressegespräch der Sparkasse Rotenburg Osterholz.
Die Vorstände (von links) Stefan Kalt, Ulrich Messerschmidt und Thorben Prenntzell beim Jahrespressegespräch der Sparkasse Rotenburg Osterholz. (Maximilian von Lachner)

Landkreis Osterholz. Die Sparkasse Rotenburg Osterholz befindet sich nach Einschätzung des Vorstands mit der 2018 vollzogenen Fusion auf einem sehr guten Kurs. „Wir sind glücklich verheiratet“, so der Vorstandsvorsitzende Ulrich Messerschmidt am Freitag im Jahrespressegespräch. Die im ersten Jahr erzielten Synergien bezifferte Vorstandsmitglied Thorben Prenntzell auf 500 000 Euro. Sein Kollege Stefan Kalt sagte, dank guter bis sehr guter Ertragssteigerungen im operativen Geschäft habe die Sparkasse ihre Marktanteil ausgebaut und die fusionsbedingten Einmalkosten gut bewältigt.

Ernüchternd seien die hohen Abschreibungsverluste durch die Beteiligung der Finanzgruppe an der kriselnden Norddeutschen Landesbank (Nord-LB). „Das hat uns so richtig die Petersilie verhagelt“, sagte Messerschmidt unverblümt. Für das vergangene Jahr rechne er mit einem Bilanzgewinn von weniger als einer Million Euro. Zum Vergleich: 2017 hatten die beiden damals noch eigenständigen Häuser zu ungefähr gleichen Teilen insgesamt 4,2 Millionen Euro Überschuss erzielt.

Jetzt seien die Führungskräfte als Motivationskünstler gefragt, und das aus mehreren Gründen, so Messerschmidt: „Die Mitarbeiter haben bei der Fusion toll mitgezogen und große Vertriebserfolge erzielt.“ Trotzdem müsse der sozialverträgliche Stellenabbau weitergehen, und die durch faule Schiffskredite notleidend gewordene Landesbank befindet sich weiter in schwerer See. „Das wirft uns aber nicht um“, betonte der Sparkassenchef und verwies auf die Finanzkraft von Niedersachsens mittlerweile zehntgrößter Sparkasse (270 Millionen Euro Eigenkapital und 130 000 Kunden). Die Präsenz in der Fläche stehe nicht zur Disposition; und die Fusionskosten fielen ja auch kein zweites Mal an.

Negativzinsen für Firmenguthaben

Mit dem Zusammengehen hätten Rotenburg und Osterholz einen Schritt getan, der bei anderen erst noch anstehe. Das Verschwinden der Zins-Margen wiege dennoch unverändert schwer, setzte Messerschmidt hinzu. „Die katastrophale Geldpolitik der EZB ist und bleibt eine kalte Enteignung der Sparer.“ Die Sparkasse werde sich in diesem Jahr erstmals genötigt sehen, bei großen Guthaben von Geschäftskunden eigene Verwahrgelder einzuführen, im Volksmund Strafzinsen genannt. „Für Privatkunden schließe ich das aus, obwohl es vom Markt her gerechtfertigt wäre“, setzte der Sparkassenvorstand hinzu.

Da das Geschäftsgebiet inzwischen aber an das der Hamburger Sparkasse heranreiche, die bei Firmen-Einlagen von mehr als 250 000 Euro bereits seit einiger Zeit Negativzinsen erhebe, müsse man handeln. Welche Guthabenschwelle für Osterholz-Rotenburg geplant ist, sagten die Vorstandsmitglieder am Freitag nicht, wohl aber eine andere Zahl. Demnach hat die Sparkasse Rotenburg Osterholz für Geld, das sie selbst auf der hohen kante liegen hat, Verwahrgelder von rund 600 000 Euro zu berappen.

Weil mit dem Einsammeln und Verleihen von Geld immer weniger zu verdienen ist, gilt der Ausbau des Provisionsgeschäfts in der ganzen Branche als logischer Ausweg. „Wir werden zum Finanzvermittler und haben dadurch ein zweites Standbein.“ So beschreibt Messerschmidt den Prozess, der sich 2019 fortsetzen werde. Und Stefan Kalt ergänzt: Das wichtigste Gut seien qualifizierte Berater, die in den 25 Filialen vor Ort sowie telefonisch und per Internet direkt erreichbar sind. Gleich nächste Woche schicke man die 114 hauseigenen Vertriebsbeauftragten auf Fortbildung.

Heraus kommen sollen maßgeschneiderte Angebote mit attraktiven Konditionen und einer zügigen Abwicklung. Dank dieser Faktoren, so Stefan Kalt, habe die Sparkasse vergangenes Jahr bei der Immobilienfinanzierung, den Auto- und Konsumkrediten sowie den Firmendarlehen durchweg zweistellige Zuwachsraten bei den Neuzusagen erzielt. Das gesamte betreute Kreditvolumen summierte sich zum Jahresende auf fast 2,25 Milliarden Euro, während die Einlagen trotz der Mini-Zinsen um rund fünf Prozent auf gut 2,5 Milliarden Euro zulegten. Hinzu komme ein Wertpapiervermögen der Sparkassenkunden von 603 Millionen Euro.

Das Geschäft mit den Lebensversicherungen habe sich „im schwierigen Umfeld behauptet“, die Bausparverträge seien „sehr gut gelaufen“ und bei Immobilienmakelei wurden 190 Objekte vermittelt. Die Sparkasse sei auch selbst Baulandentwickler, habe zuletzt ein Zehn-Familien-Haus in Rotenburg hochgezogen und auf den Wohnungsmarkt gebracht. „Im Landkreis Osterholz ist die Verfügbarkeit der Grundstücke ein Problem“, so Kalt.

Nach Angaben von Thorben Prenntzell wurden die bei der Fusion gesteckten Kostenziele bisher gut erreicht, das gelte für den IT-Bereich, die Logistik und den Personalbestand. Bisher sank die Zahl der Beschäftigten durch Abfindungen, Urlaubskäufe und Stundenreduzierungen sowie Vorruhestand und Altersteilzeit um umgerechnet rund 70 Vollzeitkräfte auf knapp 700 Beschäftigte; weitere 70 Stellen sollen bis 2021/22 sozialverträglich folgen. Erste Angebote gebe es schon vor Erreichen des 60. Lebensjahrs; es stehe den Mitarbeitern frei, diese anzunehmen oder nicht. Einen Anspruch auf den goldenen Handschlag gebe es umgekehrt aber nicht.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...