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Projekt „Umkleideräume“ auf der Kippe

Brigitte Lange 06.11.2018 0 Kommentare

Das ehemalige Blockheizkraftwerk am Moormannskamp wird zurzeit als Lagerraum genutzt. Künftig könnte es Umkleide- und Sanitärräume für die Sportler am Moormannskamp beherbergen. Doch nach fast zweijähriger Planungszeit ist die alles entscheidende
Das ehemalige Blockheizkraftwerk am Moormannskamp wird zurzeit als Lagerraum genutzt. Künftig könnte es Umkleide- und Sanitärräume für die Sportler am Moormannskamp beherbergen. Doch nach fast zweijähriger Planungszeit ist die alles entscheidende Frage, ob die Vereine die Kosten noch tragen können. (Christian Kosak)

Ritterhude. Die Umbaupläne für das ehemalige Blockheizkraftwerk am Moormannskamp stehen auf der Kippe. Wie Ute Marquardt, Sachgebietsleiterin Bildung, Kultur und Freizeit, auf Nachfrage der Redaktion berichtet, sorgen sich die TuSG und die Badgers um die Kosten.

Die beiden Vereine sollen, so die Idee, in Eigeninitiative als Arbeitsgemeinschaft das zurzeit als Lagerraum genutzte Gebäude in einen Umkleidebereich mit Sanitäranlagen umbauen. Problem: Der Kostenvoranschlag, der allen Überlegungen zugrunde liegt, ist fast zwei Jahre alt. Bei der aktuellen Preisexplosion in der Baubranche könnte das zu alt sein. „Die Vereine möchten deshalb wissen, wie der Stand ist, sonst ist ihnen das zu heikel“, sagt Marquardt.

Der Vorsitzende der TuSG Ritterhude, Volker Guttmann, bestätigt dies. „Wenn jetzt rauskommen sollte, dass die Kosten nicht mehr bei gut 200 000 Euro, sondern bei 300 000 bis 350 000 Euro liegen, können wir das nicht mehr stemmen“, sagt er. „Wir können es uns nicht leisten, uns mit 150 000 oder 200 000 Euro zu verschulden.“ Dann sei die monatliche Belastung für den Verein zu hoch. „Das könnten wir unseren Mitgliedern nicht zumuten, und der Vorstand würde das nicht tragen.“ In dem Fall wäre das Projekt für die TuSG gestorben. Die Verwaltung geht auch ohne neuen Kostenvoranschlag davon aus, dass die Ausgaben in der verstrichenen Zeit mindestens um 30 000 Euro gestiegen sind. „Aber die Vereine wollen es genau wissen“, sagt Ute Marquardt.

Dass nicht schon längst mit den Umbauarbeiten begonnen worden ist, habe verschiedene Gründe, berichtet die Sachgebietsleiterin. Denn eigentlich hatte die Gemeinde für dieses Jahr bereits ihren Anteil an dem Projekt mit einem Betrag von 181 600 Euro im Haushalt eingeplant. 68 100 Euro davon erwartete sie, als Fördermittel vom Landessportbund erstattet zu bekommen.

Einen Grund für die Verzögerung sieht Marquardt bei den Vereinen. Sie hätten erst untereinander klären müssen, ob sie das Projekt im Verbund angehen, sagt sie. Inzwischen scheint dies geklärt, denn Volker Guttmann betont: „Wir sind uns einig, wie wir vorgehen.“ Im Fall, dass sie das Projekt realisierten, wäre die TuSG der Bauherr und im Innenverhältnis würden sie mit den Badgers die Aufteilung der monatlichen Kosten klären.

„Zunächst müssen erst einmal die Eigentumsverhältnisse geklärt werden“, nennt Guttmann aus seiner Sicht den Hauptgrund für die Verzögerung. Ute Marquardt bestätigt, dass die Gemeinde Ritterhude diesbezüglich noch parallel Gespräche mit den Osterholzer Stadtwerken führt. Laut Marquardt scheint es nicht ganz klar zu sein, ob den Stadtwerken das Objekt gehört, ob die Gemeinde es dem Unternehmen beim Bau überlassen hat und ob die Gemeinde es von den Stadtwerken zurückerwerben kann. Ist es einmal im Besitz der Gemeinde, gehe es im nächsten Schritt darum, einen Vertrag mit den Sportvereinen zu schließen. Guttmann spricht von einem Überlassungsvertrag.

Zum weiteren Vorgehen erklärt Ute Marquardt, dass, sollten die Kosten weiterhin für die Vereine überschaubar sein, eine Architektin beauftragt werde. Die Umnutzung des ehemaligen Blockheizkraftwerkes müsste beim Landkreis beantragt, die Aufträge vergeben werden. Marquardt schätzt, dass der Umbau im Sommer starten könnte. „Aber ich weiß natürlich nicht, ob wir die nötigen Baufirmen bekommen“, sagt sie und verweist auf entsprechende Erfahrungen mit anderen Bauvorhaben. Sollten die Pläne für das Blockheizkraftwerk am Ende doch wie eine Seifenblase zerplatzen, müssen sich die Fußballer und die Footballer weiterhin mit der bisherigen „unglücklichen“ Situation arrangieren, meint Guttmann.

Diese ist überhaupt der Grund, warum Gemeinde und Vereine vor fast zwei Jahren über die Schaffung neuer Umkleide- und Sanitärräume im ehemaligen BHKW für die Sportler, die die Außenanlagen nutzen, nachdenken.

Die sechs Umkleiden und drei Duschräume in der Halle reichen nicht für die große Zahl an Sportlern, die sowohl das Außengelände als auch die Sporthalle am Moormannskamp nutzen. Die Räume seien permanent durch den Trainingsbetrieb überbelegt. Durch diese überdurchschnittlich hohe Abnutzung, wirkten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen dort stets nur kurzfristig, hatte die Verwaltung bei der Vorstellung des Projekts im November 2017 argumentiert.

Außerdem verwies die Verwaltung darauf, dass die Spielordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes vorschreibt, dass Schiedsrichter einen eigenen Umkleidebereich samt Duschen haben müssen. Den gebe es aktuell in den Umkleideräumen am Moormannskamp nicht.

Mit dem Umbau des Blockheizkraftwerkes soll auch das Problem gelöst werden. Die Hoffnung, dass es dazu kommt, hat Volker Guttmann noch nicht aufgegeben.


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...