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Mühle von Rönn
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Raus aus dem Sanierungsstau

Michael Schön 10.04.2019 0 Kommentare

Historisches Gebäude an exponierter Stelle: Die Mühle ist ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr schlechter Zustand beflügelt die Aktivitäten der Politik. 
Historisches Gebäude an exponierter Stelle: Die Mühle ist ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr schlechter Zustand beflügelt die Aktivitäten der Politik.  (Christian Kosak)

Osterholz-Scharmbeck. Die Mühle von Rönn steht an exponierter Stelle in der Lindenstraße, auf einer der höchsten Erhebungen Osterholz-Scharmbecks. Weithin sichtbar, prägt sie das Stadtbild. Doch so erhaben sich das historische Gebäude aus der Ferne auch ausnimmt – es befindet sich in einem Zustand der Vernachlässigung, der seiner kulturellen und touristischen Bedeutung nicht angemessen ist. „Die Flügel der Mühle sind marode“, berichtet der Bürgerverein, der 2004 einen Nutzungsvertrag mit der Stadt abgeschlossen hat, um dort die Mühlentechnik museal bewahren zu können, aber bei der Unterhaltung auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Von den Eisenträgern rieselt inzwischen der Rost. In der Knechtkammer wird Schimmel vermutet. Die Galerie wurde schon 2017 gesperrt. Wegen der nach Niederschlägen auf den glitschigen Holzbrettern erhöhten Rutschgefahr. Stadtdezernent Sven Uhrhan spricht von einem Sanierungsstau. 

Betreten verboten: Die Galerie fällt schon seit 2017 als Aussichtskanzel aus, wegen der Rutschgefahr auf den nach Regentagen glitschigen Brettern.  
Betreten verboten: Die Galerie fällt schon seit 2017 als Aussichtskanzel aus, wegen der Rutschgefahr auf den nach Regentagen glitschigen Brettern.   (Christian Kosak)

Die Galerie gilt als überragende Aussichtskanzel, von der man bei guten Sichtverhältnissen den Blick bis zum Weyerberg in Worpswede oder zu den Stahlwerken Bremen-Gröpelingens schweifen lassen kann. Ein Galerie-Holländer aber, dessen Galerie nicht mehr betreten werden darf – das kann keine akzeptable Dauerlösung sein.             

Verdächtige Mitbewohner

Darum soll endlich Abhilfe geschaffen werden. Uhrhan: „Die Mühle als Wahrzeichen der Stadt hat eine wichtige identitätsstiftende Funktion und muss in einem gepflegten Zustand erhalten werden.“ Im zuständigen Fachausschuss für Sport, Kultur und Tourismus, der in gemeinsamer Sitzung mit dem Bau- und Umweltausschuss tagte, ist jetzt der Weg für eine Beseitigung der größten Probleme frei gemacht worden. „Die Mühle ist ein besonderes Kulturgut, wir müssen die Mängel in den Griff bekommen“, so Klaus Sass (SPD), der am 1. April von Martina de Wolff den Vorsitz im Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus  übernommen hat. Dem Antrag seiner Fraktion folgend, haben sich die Kommunalpolitiker nach einer Ortsbesichtigung einstimmig dafür ausgesprochen, dass ein Zeitplan für die Umsetzung der notwendigen Reparaturen erstellt und für die kommenden Jahre entsprechende Finanzmittel im Haushalt vorgehalten werden müssten. Die Problemzonen an der Mühle sind bisher noch nicht begutachtet worden. Grobe Schätzungen gehen aber von einem Betrag von über 100 000 Euro aus, der allein für die Wiederherstellung der Galerie aufgewendet werden müsste. Laut Sass ist damit  fürs kommende Jahr zu rechnen. „Kleinere Schäden dürften bereits in diesem Jahr beseitigt werden.“ Da über einen zum Sachstandsbericht aus dem Rathaus eingebrachten Änderungsantrag abgestimmt wurde, muss das Thema am 25. April noch einmal im Verwaltungsausschuss behandelt werden. Uhrhan hat angekündigt, dass ein Fachmann sich des verdächtigen Mitbewohners annimmt, der sich wohl in einigen Balken eingenistet hat. Es wird vermutet, dass es sich um Anobium punctatum handelt, umgangssprachlich auch als Holzwurm bekannt. Die Stadt ihrerseits will sich um Sanierungskonzept und Fördermittel kümmern. Wie die CDU-FDP-Stadtratsgruppe mitteilte, hat sie den Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt gebeten, sich ein Bild vom Zustand der Mühle zu machen, um herauszufinden, ob für die Sanierung das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundestages angezapft werden kann. Es gibt sogar schon einen Termin: Mittwoch, 17. April. Die neue Fraktionsvorsitzende Marie Jordan rechnet mit einer hohen Investitionssumme, die eine Herausforderung an die Stadt darstelle. 

Die Mühle von Rönn soll ihren Betrieb im Jahr 1882 aufgenommen haben. Der doppelstöckige Viergänge-Holländer ging einige Jahre später in den Besitz der Familie von Rönn über, die den Namen stiftete. 1992 übernahm die Stadt den längst nicht mehr rentabel arbeitenden Betrieb. Zehn Jahre später begann der 2016 verstorbene Starkstromelektriker Joachim Lübbert mit der ehrenamtlich ausgeführten Arbeit zu einer umfassenden Instandsetzung des Gebäudes, der Technik und des Interieurs. Er gründete den Bürgerverein, mit dem er die Spenden für sein ehrgeiziges Projekt auftrieb. 

Die Mühle von Rönn ist heute ein Kulturzentrum und Sitz der Biologischen Station Osterholz (Bios). Außerdem wird dort ein Mühlencafé betrieben.    


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Leserkommentare
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:35
Raten Sie mal, wieviele Geschäftspartner, Ein- und Verkäufer sich beim 6-Tagerennen treffen.
suziwolf am 23.10.2019 07:11
„Heiopei“ 😃und
„Zwangsmassnahmen“ ... 😒

Hallo, @rakase, Sie haben eine gute und widersprüchliche Zusammenfassung geliefert ...