Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
500 Euro Geldauflage
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Strafverfahren nach Unfall eingestellt

Friedrich-Wilhelm Armbrust 15.04.2019 0 Kommentare

Der Anwalt des Angeklagten will bei dessen Versicherung nachfassen.
Der Anwalt des Angeklagten will bei dessen Versicherung nachfassen. (David-Wolfgang Ebener/dpa)

Osterholz-Scharmbeck. Auf Krücken betrat kürzlich eine 53-jährige Scharmbeckstotelerin den Saal 5 des Amtsgerichts Osterholz-Scharmbeck. Noch immer leidet sie unter den Folgen eines Verkehrsunfalls. Der trug sich im vergangenen Jahr Anfang Oktober in der Kreisstadt auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes an der Pennigbütteler Straße zu. Da kollidierte sie nach eigener Aussage mit einem Pkw.

Sie habe ihren Wagen abgestellt, begann die 53-Jährige ihre Zeugenaussage. „Ich habe zwei, drei Schritte gemacht. Da hörte ich ein lautes Motorengeräusch.„ Es sei alles ganz schnell gegangen. “,Warum hält der nicht an?', dachte ich. Dann ist er in mich reingefahren.“ Sie sei mit dem Oberkörper auf die Motorhaube gefallen, so die Geschädigte weiter. „,Bloß nicht deinen Kopf, bloß nicht deinen Rücken!', dachte ich.“ Dann habe sie auf dem Boden gelegen. „,Bloß nicht bewegen!', dachte ich. Da waren überall Leute. Dann kam schon der Krankenwagen.“ Neben Prellungen trug sie eine Verletzung am linken Knie und an der linken Schulter davon. „Der Unterschenkel ging nach links, das Knie nach rechts“, beschrieb das Unfallopfer die Folgen. „Ich war überfordert und fing an zu weinen.“

Wegen einer einfachen Körperverletzung hatte sich dafür als Fahrer jetzt ein 52-jähriger Kreisstädter zu verantworten. Er entschuldigte sich im Gerichtssaal bei der Scharmbeckstotelerin für den Vorfall. „Ich hoffe, Sie werden wieder vollständig hergestellt“, wünschte er außerdem der 53-Jährigen.

Der Unfall verlief nach seine Worten so: „Ich bin aus der Parklücke rausgerollt. Das war Schrittgeschwindigkeit. Ich habe nach rechts geschaut in die tief stehende Sonne. Da hörte ich einen Aufschrei. Sie ist rückwärts auf den Boden gefallen. Ich habe das linke Knie getroffen.“

Wegen der Unfallfolgen kann die Scharmbeckstotelerin nicht weiter ihrem Beruf als Fachverkäuferin nachgehen. Um zu ihrem Recht zu kommen wegen eines Schmerzensgelds, hatte sie nach eigener Aussage einen Anwalt engagiert. Der habe sich aber nach ihrer Auffassung nicht angemessen für sie eingesetzt.

Auf die Rückfrage des Verteidigers des Angeklagten, Oliver Berger, ob sie schon ein Schmerzensgeld erhalten habe, erwiderte die Scharmbeckstotelerin: „Nein, aber ich habe mir einen neuen Anwalt genommen." Die Versicherung des Verursachers habe sich allerdings immer noch nicht gemeldet. Berger bot der 53-Jährigen an, sie bei der Schadensregulierung zu unterstützen: „Wir können auch von unserer Seite aus was machen.“

Als Zeuge geladen war weiter ein Polizeikommissar, der den Unfall aufgenommen hatte. Die verletzte Frau habe einen Meter vor der Motorhaube gelegen, erinnerte er sich. „Zeugen gab es leider nicht. Bremsspuren haben wir nicht festgestellt. Auch am Pkw selbst waren keine Beschädigungen“, sagte der Polizist aus.

„Da gibt es nichts zu beschönigen“, räumte Rechtsanwalt Berger ein. „Das ist keine Bagatellverletzung und unglücklich ausgegangen.“ Hinsichtlich seines Mandanten sehe er allerdings ein „Augenblicksversagen“ mit einem nur „geringen Fahrlässigkeitsgehalt“. Auch könne er kaum glauben, dass von der Haftpflichtversicherung bisher kein Geld geflossen sei.

Deshalb schlug Berger vor, den Fall gegen eine Geldauflage nach Paragraf 153 a der Strafprozessordnung  einzustellen. Danach „kann die Staatsanwaltschaft bei einem Vergehen vorläufig von der Erhebung der öffentlichen Klage absehen und zugleich dem Beschuldigten Auflagen und Weisungen erteilen, wenn diese geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht".

Darauf ließ sich Strafrichterin Johanna Kopischke letztlich auch ein. So erging ihr Beschluss, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 500 Euro zugunsten der Geschädigten vorläufig einzustellen. Wenn der Kreisstädter diesen Betrag innerhalb einer Frist von zwei Monaten bezahlt hat, wird das Verfahren endgültig eingestellt. Allerdings muss er die Kosten des Verfahrens tragen. 

Zugunsten des Kreisstädters sprach auch, dass keine Eintragungen weder im Bundeszentralregister noch im Fahreignungsregister vorliegen.


Mein Osterholz
Ihr Portal für Osterholz und umzu

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für Osterholz-Scharmbeck und umzu. Hier informiert Sie die Redaktion des Osterholzer Kreisblatt über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrer Umgebung - von Gnarrenburg über Beverstedt, Hagen, Hambergen und Ritterhude bis in die Kreisstadt. Und das tun wir gerne: Tag für Tag und Sonntag auch. Wir sind für Sie da.

Haben Sie Informationen, Kritik oder Anregungen. Schreiben Sie uns. Wir freuen uns darauf.

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 18 °C / 10 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...