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Auslandserfahrungen
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Über den Tellerrand geguckt

Christian Valek 06.11.2018 0 Kommentare

Lernten das Land und die Arbeitswelt des jeweils anderen kennen (von links): Lydia Wollschläger, Naima Chourkat, Claudia Murken, Yasmine Dira, Andreas Hinz, Meryem Lioeddine und Chaouki Lahya.
Lernten das Land und die Arbeitswelt des jeweils anderen kennen (von links): Lydia Wollschläger, Naima Chourkat, Claudia Murken, Yasmine Dira, Andreas Hinz, Meryem Lioeddine und Chaouki Lahya. (Christian Valek)

Osterholz-Scharmbeck. Die Gesundheitsschule des Kreiskrankenhauses geht bei der Ausbildung ungewöhnliche Wege. Als einzige Einrichtung ihrer Art in Deutschland pflegt sie einen engen Austausch mit jungen angehenden Pflegekräften in Marokko. Während deutsche Auszubildender in Marokko weilten, starteten vier Gleichaltrige aus Marokko – nachdem ihre deutschen Gäste bereits drei Wochen im Land waren – zu einem Gegenbesuch nach Osterholz-Scharmbeck. Insgesamt vier Wochen haben die jungen Menschen im jeweils anderen Land verbracht. Der Intensivkursus hat bei allen Beteiligten deutliche Spuren hinterlassen.

Chaouki Lahya hat vor allem der Kontakt mit den deutschen Patienten begeistert. Im Gespräch mit der Redaktion lobt er den freundlichen Umgangston im Kreiskrankenhaus. Der junge Nordafrikaner absolviert eine dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger in Al Hoceïma, einem knapp 60 000-Einwohner-Ort an der Mittelmeerküste von Marokko.

Nur geringe Unterschiede

In Osterholz-Scharmbeck ging es für ihn und seine Ausbildungskollegen Naima Chourkat, Meryem Lioeddine und Yasmine Dira darum, möglichst viele Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln. Das geht bekanntlich am besten, indem man mitarbeitet. Vier Wochen lang konnten sie je fünf Stunden am Tag den Pflegekräften im Kreiskrankenhaus über die Schulter sehen, erläutert Andreas Hinz, Leiter der Osterholzer Gesundheitsschule. Hier und da übernahmen sie leichtere Arbeiten. „Beim Hospitieren geht es ja darum, grundsätzlich die Arbeit erst mal kennenzulernen“, sagt Andreas Hinz.

Die Marokkaner waren das erste Mal in Deutschland. Um am Austauschprogramm teilzunehmen, mussten sie vorab einen Englisch-Sprachtest und eine Prüfung in ihrem Heimatland bestehen. Erst danach durften sie nach Deutschland. Am Ende fassen sie ihre Erfahrungen in einer Präsentation zusammen, die sie nach ihrer Rückkehr aus Deutschland in Marokko vor 270 Mitschüler und Lehrern zeigen werden, kündigt Chaouki Lahya an.

Bei ihrem Aufenthalt in Osterholz-Scharmbeck habe sich letztlich herausgestellt, dass die Sprache vor allem für die Theorie bedeutend ist. In der Praxis des Pflegebereichs hingegen, zählten vor allem der Einsatzwille und der Wunsch, anderen Menschen helfen zu wollen, sagen sie. „Man muss offen sein.“

Diese Bereitschaft sei überall auf der Welt nötig, um sich zu verständigen, haben Lydia Wollschläger und Claudia Murken erfahren. Sie sind im dritten Lehrjahr am Kreiskrankenhaus und waren ab Mitte September einen Monat lang im Al Hoceïma. „In Marokko ist der Beruf deutlich höher angesehen“, hat Claudia Murken bei ihrem Auslandsaufenthalt festgestellt. Rückblickend könne sie sagen, dass die Unterschiede gering seien. Lediglich bei der technischen Ausstattung gebe es Unterschiede. Bei Fragen der Hygiene aber gelten moderne Grundsätze. Unterm Strich gesehen, böten sich viele Chancen. „Es ist ein Beruf, in dem die Menschen auf einem Level sind“, ist Lydia Wollschläger überzeugt. „Wir haben dort die gleichen Dinge gelernt, wie hier in Deutschland.“ Für sie steht fest: „Man kann im Gesundheitsbereich eine Menge zusammen machen.

Im Pflege- und Gesundheitsbereich sei in diesem Zusammenhang eher die Anerkennung der Ausbildungen und der im Ausland erbrachten Leistungen eine Herausforderung, macht Andreas Hinz klar. Wer in Deutschland arbeiten wolle, müsse seine Fähigkeiten belegen. Dazu gibt es Anerkennungslehrgänge und eine Vergleichsprüfung an der Krankenpflegeschule. Die Prüfung wird vor der Landesschulbehörde als staatliches Examen abgelegt. Ob das auch für Fachkräfte aus Marokko gelte, müsse er erst herausfinden, betont Andreas Hinz. Ein vierwöchiger Auslandaufenthalt sei in jedem Fall ein Gewinn für die Menschen, sind alle Beteiligten überzeugt. „Für uns jedenfalls war es eine super Erfahrung“, sagt Lydia Wollschläger.


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...