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Tauchen im Grienenbergsee
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Unter Wasser wartet Micky Maus

Andrea Grotheer (Text und Fotos) 10.06.2019 0 Kommentare

Im Sommer tauschen die Moorteufel das Allwetterbad gegen die Tiefen des Grienenbergsees bei Uthlede. In zehn Metern Tiefe herrschen dort elf Grad Celsius.
Im Sommer tauschen die Moorteufel das Allwetterbad gegen die Tiefen des Grienenbergsees bei Uthlede. In zehn Metern Tiefe herrschen dort elf Grad Celsius. (Karl-Friedrich Leisinger)

Eine Micky Maus, ein Boot, eine Schaufensterpuppe und sogar eine Toilettenschüssel: Die Unterwasserwelt des Grienenbergsees bei Uthlede offenbart unerwartete Eindrücke. Die Gegenstände sind allerdings nicht zufällig auf dem Grund des 23 Meter tiefen Sees gelandet: Sie wurden bewusst in dem privaten Gewässer versenkt, um Tauchern einen abwechslungsreichen Tauchgang zu bescheren. Der See wird von der Interessengemeinschaft Grienenbergsee genutzt, Taucher und Surfer teilen sich das Revier. Erforderlich ist dafür eine Nutzungsberechtigung.

Im Sommer sind die Moorteufel, die Tauchsparte des VSK Osterholz-Scharmbeck, jede Woche dort zu Gast. Insgesamt 125 Mitglieder hat die Sparte. Nachdem im Winter im Allwetterbad trainiert wurde, geht es ab dem Frühjahr wieder in den noch kühlen See. Elf Grad Celsius in zehn Metern Tiefe misst der Tauchcomputer am Handgelenk. Vor der Kälte schützen die Taucher, die sich auf dem Parkplatz auf ihren Tauchgang vorbereiten, entsprechende Anzüge.

Einen wasser- und gasdichten Trockentauchanzug, der aus einem Overall als Isolierschicht und dem Anzug darüber besteht und den Körper auch unter Wasser trocken hält, nutzt Spartenleiter Thomas Müller. Der 34-Jährige aus Osterholz-Scharmbeck taucht seit drei Jahren und hat schon knapp 200 Tauchgänge hinter sich. Aus dem Kofferraum seines Wagens hievt er neben dem Anzug und der Tauchflasche eine Kiste, die unter anderem auch den Atemregler enthält. „Wir tauchen mit Pressluft, der Flaschendruck beträgt 200 Bar und wird in der ersten Stufe auf 15 Bar herabgeregelt. In der zweiten Stufe bekommt die Luft, die in die Lunge geatmet wird, den normalen Umgebungsdruck“, erklärt er das zweistufige System, das er mit dem sogenannten Jacket, einer Art Tauchweste, verbindet.

Gegenseitige Hilfe ist unter Tauchern wie Jens Campsen (rechts) und Jens Osterloh eine Selbstverständlichkeit.
Gegenseitige Hilfe ist unter Tauchern wie Jens Campsen (rechts) und Jens Osterloh eine Selbstverständlichkeit. (Andrea Grotheer)

Marvin Adamek aus Osterholz-Scharmbeck zieht sich derweil seinen Neoprenanzug an, der als nasser Tauchanzug einen Wasseraustausch zulässt. Der 34-Jährige taucht ebenfalls seit drei Jahren und sieht den Sport als idealen Ausgleich zum Berufsleben. „Tauchen ist faszinierend, weil man seine Ruhe hat“, sagt er und hält den Unterwassersport bei richtiger Handhabung für genauso sicher wie Fahrradfahren. „Im Wasser ist man in einem Schwebezustand, das ist wie ruhiges, entspanntes Fliegen“, beschreibt er sein Empfinden. Auch die Unterwasserwelt sei spannend, das Beobachten von Lebewesen wie Fischen, Krebsen und Muscheln in ihrer ursprünglichen Welt sei für ihn – besonders als Vegetarier – umso faszinierender.

Wieder aufgetaucht und alles ok: Mathis Karassek (links) und Thomas Müller.
Wieder aufgetaucht und alles ok: Mathis Karassek (links) und Thomas Müller. (Andrea Grotheer)

Den Grundtauchkurs absolvieren Jens und Sibylle Campsen. Sie habe erst Angst vor der Enge gehabt und sei beim Schnuppertauchen aber eines Besseren belehrt worden, sagt Sibylle Campsen. „Man kann normal weiter atmen, man muss nur den Kopf ausschalten, und das hat bei mir ein bisschen gedauert“, erzählt sie. Als Ausbildungsleiter und Tauchlehrer ist Reiner Hickmann im Einsatz. „Es ist viel Fischlaich in den Bäumen zu sehen, die unter Wasser deponiert wurden. Das sieht aus, als hätte jemand Plastiktüten in die Zweige gehängt“, kann er nach dem Tauchgang berichten. In einigen Wochen könne man ganze Fischschwärme beobachten: „Wenn es wärmer wäre, wäre es wie im Roten Meer“, meint er schmunzelnd. Neu dabei ist der 14-jährige Jonas Friedrichs aus Ihlpohl, der mithilfe von Gerhard Schwochow aus Schwanewede gerade sein Jacket mit Blei bestückt. Das sei unabhängig vom Körpergewicht erforderlich, um unter Wasser zu kommen, erzählen die Taucher. Schwochow mag die Naturbelassenheit des Grienenbergsees: „Dadurch, dass da keine Angler sind, ist der Fischbestand sehr gut“, sagt er. Vor dem Tauchgang wird der Ablauf in einem sogenannten Briefing durchgesprochen. Wenn die Ausrüstung komplett angelegt ist, steht die Gerätevorstellung des Tauchganges an. Das wird in den Gruppen, die gemeinsam runtergehen, erledigt. Tauchen ist ein Partnersport, jeder Taucher hat aus Sicherheitsgründen seinen „Buddy“, der ihn begleitet. Zum sicheren Verständnis unter Wasser wird die Bedeutung der Tauchzeichen per Hand noch einmal abgestimmt. Unmittelbar vor dem Abtauchen folgt ein letzter Gerätescheck und mit einem kurzen Blubbern verschwinden die Taucher im See.

Infos über die Moorteufel gibt‘s unter www.ohz-tauchen.de, per E-Mail an info@ohz-tauchen.de oder (Telefon) 0160/96476927.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...