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Mathe-Olympiade auf Gut Sandbeck
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Von der Leidenschaft für Logik

Antje Borstelmann 15.05.2019 0 Kommentare

Voller Konzentration bei der Sache: Mia (links) und Emily lösen Knobeleien und kniffelige Aufgaben der Mathe-Olympiade.
Voller Konzentration bei der Sache: Mia (links) und Emily lösen Knobeleien und kniffelige Aufgaben der Mathe-Olympiade. (christian kosak)

Osterholz-Scharmbeck. Ein schwarzer Stein und ein weißer Stein sind zusammen genauso schwer wie zwei rote Steine. Vier weiße Steine sind zusammen genauso schwer wie zwei rote Steine. Wie viele weiße Steine sind so schwer wie ein roter Stein? Und wie viele weiße Steine sind so schwer wie ein schwarzer Stein? In der großen Scheune von Gut Sandbeck ist es mucksmäuschenstill. Konzentration ist allgegenwärtig, fast greifbar. Die 48 Grundschülerinnen und -schüler – in diesem Jahr übrigens deutlich mehr Mädchen als Jungen – versenken sich ganz und gar in den weißen Doppelbogen, der vor ihnen auf dem Tisch liegt. Sechs, teilweise mehrteilige Aufgaben sind in den kommenden 90 Minuten zu lösen, und die sind nicht ohne. Die Mathematik-Olympiade macht ihrem Namen alle Ehre: Mit lockerem Hirnjogging hat das nichts mehr zu tun, das ist schon Spitzensport, jedenfalls für Dritt- und Viertklässler. 

Richtiges Wettkampf-Feeling

Erstmals findet die dritte und finale Runde des Wettbewerbs auf Gut Sandbeck statt und nicht in der gewohnten Schulumgebung. „Das ist für viele schon sehr aufregend und beeindruckend. Hier herrscht richtig Wettkampf-Feeling“, sagt Linda Beermann, Lehrerin an der Beethovenschule, die neben den vier anderen Grundschulen der Stadt an diesem Finale beteiligt ist. Einer, der auch gut mit Zahlen kann, unterstreicht das Besondere dieses Tages: Bürgermeister Torsten Rohde ist aus dem Rathaus herüber gekommen, heißt die jungen Mathe-Asse auf Gut Sandbeck willkommen und plaudert ein wenig aus eigenen Schulzeiten. „Ich fand Mathe immer spannend – und einfach. Das ist mir quasi so zugefallen, so wie euch ja auch“, sagt der Verwaltungschef, der bekennender Anhänger des Kopfrechnens ist. „Pflegt diesen besonderen Zugang, den ihr zu Zahlen habt. Den hat nicht jeder, und mit logischem Denken kommt  man einfach weiter“, gibt er den Schülern mit auf den Weg, bevor die sich ganz der Knobelei hingeben.

Hauptorganisator Rolf Matthes von der Menckeschule hat noch zwei wichtige Tipps für die Olympioniken parat. „Wenn ihr nicht weiterkommt, dann träumt mal fünf Minuten und versucht es dann einfach noch mal.“ Und: Die begleitenden Lehrer haben Schokolade und Fruchtiges bereitgestellt, falls die Wettkämpfer zwischendurch vielleicht einen kleinen Energieschub benötigen. Etwas psychologische Rückenstärkung gibt es obendrein: „Ihr gehört zu den letzten 5000 der am Anfang noch 40 000 Teilnehmer“, macht Matthes den angehenden Mathegenies Mut. Die hatten sich in zwei Vorrunden für diesen als Landesfinale titulierten Wettkampf qualifizieren müssen – in den Grundschulen Beethovenschule, Buschhausen, Findorffschule, Menckeschule und Sonnentau.

Diese Schulen sowie außerdem die Integrierte Gesamtschule und das Gymnasium haben sich zum Kooperationsverbund Begabtenförderung (KOV) Osterholz zusammengeschlossen, um Kooperationen ebenso wie den informellen Austausch zwischen den Schulen anzukurbeln. Aktuell gibt es etwa gemeinsame Projekte des Gymnasiums oder der IGS mit mehreren Grundschulen wie Forscher- oder  Matheclubs. Vor allem aber profitieren die im KOV zusammengeschlossenen Schulen nach den Worten von Sprecherin  Franziska Molitor-Harich von 40 zusätzlichen  Lehrerstunden in der Woche für die Begabtenförderung.

Die Talente auf Gut Sandbeck haben sich inzwischen an den mit einer Sichtblende unterteilten Vierertischen eingerichtet, Bleistift und Radierer parat gelegt. Mia, neun Jahre alt, geht die Sache vollkommen relaxt an. Aufregung lässt sich die Viertklässlerin von der Beethovenschule jedenfalls nicht anmerken, da ist ihr Gegenüber schon nervöser. Für die achtjährige Emily aus der dritten Klasse ist diese Olympiade ihre erste, und so hat sie mit etwas Lampenfieber zu kämpfen. Und das, obwohl sie Mathe, vor allem Geometrie, „total mag“. Das wiederum ist bei Mia ganz anders. Was sie an Mathematik findet? „Eigentlich gar nix“, lautet die überraschende Antwort der Neunjährigen mit der Note eins in diesem Schulfach. Rundweg logisch ist wiederum ihre Motivation, hier mit 47 anderen Schülern um Punkte und  Urkunden zu wetteifern: „Weil ich gut bin und es kann.“


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...