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Jäger filmt Jungtier im Brundorfer Forst
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Wölfe breiten ihren Aktionsradius aus

Patricia Brandt 05.12.2018 0 Kommentare

Inzwischen sind 20 Rudel oder bis zu 250 Wölfe in Niedersachsen nachgewiesen. Auch das Rudel in direkter Nachbarschaft zu Bremen-Nord wächst.
Inzwischen sind 20 Rudel oder bis zu 250 Wölfe in Niedersachsen nachgewiesen. Auch das Rudel in direkter Nachbarschaft zu Bremen-Nord wächst. (Stratenschulte/dpa)

Schwanewede. Der Wolf breitet sich in Schwanewede aus. Das zunächst in Garlstedt gesichtete Rudel mit vier Jungtieren ist inzwischen im gesamten Waldgebiet Schmidts Kiefern zwischen Brundorf, Garlstedt, Meyenburg und Eggestedt heimisch geworden. „Da die Welpen nun inzwischen fast sieben Monate alt und somit auch körperlich ausgewachsen sind, werden sie ihren Aktionsradius in den kommenden Wochen und Monaten deutlich vergrößern und können dann sicherlich im gesamten Landkreis ihre Fährte ziehen“, sagt Heiko Ehing, ehrenamtlicher Wolfsberater im Landkreis Osterholz.

Erst vergangene Woche hat Jäger Linus Martin einen Wolf in der Nähe eines Hochsitzes bei Brundorf gesichtet, fotografiert und gefilmt. „Er hätte mich nicht bemerkt, wenn ich ihn nicht angepfiffen hätte“, berichtet er. Das gesamte Filmmaterial wurde bereits der Landesjägerschaft Niedersachsen zugeschickt, die vom Umweltministerium mit dem Wolfsmonitoring beauftragt worden ist. „Das Bild und auch der Film wurden als C1 bewertet“, sagt Wolfsberater Heiko Ehing. Damit ist klar, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelt. Er soll aus dem Garlstedter Wolfsrudel stammen. Diese Wölfe waren Anfang 2017 im Raum Garlstedt nachgewiesen worden. Nach kurzer Zeit lag dann durch eine Fotofalle auch der Nachweis vor, dass es sich um ein Wolfspaar handelte. Ein Jahr später folgte laut Ehing die Rudelbildung. Wie berichtet, hatte er auf Aufnahmen einer Wildkamera im Forstgebiet im Juli dieses Jahres zwei Welpen entdeckt. Die jungen Wölfe waren nach den damaligen Schätzungen etwa zwölf Wochen alt.

Schon damals vermutete Ehing, dass es mehr Welpen geben könnte. Die Vermutung hat sich inzwischen bestätigt. „Von der Größe her sind die vier Welpen aber mittlerweile nicht mehr von den erwachsenen Tieren zu unterscheiden“, erläutert der ehrenamtliche Wolfsberater, der im Forstamt Harsefeld für Waldökologie und Waldnaturschutz verantwortlich zeichnet.

Heiko Ehing hat selbst noch nie einen Wolf gesehen. Aber er verfolgt seit Monaten die Spuren, die der Wolf in Schwanewede hinterlässt. Auch vergangene Woche schickte er einmal mehr Wolfslosung aus dem Wald bei Brundorf an die Landesjägerschaft nach Hannover, wo die Fäden für das Monitoring der Wolfspopulation zusammenlaufen. Der Wolfsberater erhofft sich weitere Aufschlüsse über die Genetik. „Wir wissen, dass der Rüde aus Sachsen-Anhalt stammt, aber woher die Fähe kommt, wissen wir noch nicht.“ Bei dem in der vergangenen Woche gefilmten Tier könnte es sich Ehing zufolge um eines der Jungtiere handeln. Niedersachsen gehört nach Angaben des Landesbauernverbands, Landvolk Niedersachsen, inzwischen neben Brandenburg und Sachsen zu den Bundesländern mit der höchsten „Wolfsdichte“. Die Zahl der Meldungen an Wolfbüros und weitere Monitoring-Projekte wie Wolfskarte.de steigt stetig: 20 Rudel oder bis zu 250 Wölfe sind demnach in Niedersachsen nachgewiesen.

Auch im Kreis Osterholz ist die Zahl der Wolfssichtungen gestiegen. Es gibt inzwischen 55 hieb- und stichfeste Nachweise für ein Wolfsvorkommen. Allein in Schwanewede konnte die Anwesenheit eines Wolfes in 15 Fällen eindeutig nachgewiesen werden. Die meisten Nachweise stammten laut Ehing aus dem Waldgebiet Schmidts Kiefern.

Nach dem jüngsten Vorfall, bei dem ein Mensch im Landkreis Rotenburg gebissen worden sein soll, wofür es jetzt allerdings keinen Nachweis gibt, meldet sich auch Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers zu Wort. „Dass der Wolf derart seine Scheu vor dem Menschen verloren hat und anpassungsfähig ist, zeigt einmal mehr, dass wir für den Umgang mit diesem Wildtier, zum Schutz der Öffentlichkeit und unserer Weidetiere  Regeln brauchen. Der Wolf gehört unter bestimmten Auflagen ins Jagdgesetz, sodass eine legale Entnahme auffälliger Tiere möglich ist.“


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...