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Bauvorhaben Am Weißen Rieden
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Wohn-Traum nimmt weitere Hürde

Brigitte Lange 18.09.2019 0 Kommentare

Wo noch bis Anfang dieses Jahres produziert wurde, soll nun ein Wohngebiet samt Kindertagesstätte enstehen. Die Politik gab ihr Okay zur frühzeitigen öffentlichen Beteiligung.
Wo noch bis Anfang dieses Jahres produziert wurde, soll nun ein Wohngebiet samt Kindertagesstätte enstehen. Die Politik gab ihr Okay zur frühzeitigen öffentlichen Beteiligung. (Maximilian von Lachner)

Ritterhude. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 deutlich weniger Flächen für Siedlungs- und Verkehrsflächen zu versiegeln. Wurde 2014 dafür noch eine Fläche von 69 Hektar pro Tag neu ausgewiesen, wird für 2020 ein Flächenverbrauch von nur noch 30 Hektar angestrebt. Dieser Vorgabe trägt ein Vorhaben Rechnung, mit dem sich nun die Mitglieder des Ritterhuder Bauausschusses befasst haben: dem Bebauungsplan Nummer 11 „Am Weißen Rieden III“.

Bereits im Februar hatte das Gremium einem Antrag der Firma Casa Investment zugestimmt (wir berichteten). Deren Geschäftsführer Nico Fundt erklärte damals, dass sie auf dem ehemaligen Produktionsstandort des Anlagenherstellers Asel (Am Weißen Rieden 3) Doppel- und Einfamilienhäuser sowie einen Kindergarten planten. Neue Flächen müssten dafür nicht in Bauland umgewandelt werden.

Um Projekte wie dieses attraktiver für Investoren zu machen und schneller dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, hat die Regierung ein spezielles Bauleitverfahren erlassen: das sogenannte beschleunigte Verfahren als Bebauungsplan der Innenentwicklung gemäß Paragraf 13a Bau-Gesetzbuch. Für die Entwickler, Planer und Investoren liegen dessen Vorteile darin, dass es keine Umweltprüfung fordert. Auch muss für das Bauvorhaben kein Ausgleich geschaffen werden. Eine frühzeitige öffentliche Beteiligung könnte ebenfalls entfallen. Im Fall des Bauleitverfahrens „Am Weißen Rieden III“ wird aber an der Beteiligung festgehalten.

Kritik vom Seniorenbeirat

Mit der Überplanung des Geländes ist inzwischen das Bremer Planungsbüro Instara beauftragt. Deren Mitarbeiterin Sonja Döring stellte den Planungsstand vor. Mit dem soll das Verfahren in eben diese frühzeitige öffentliche Beteiligung gehen. Ein Ansinnen, dem die Mitglieder des Fachausschusses am Ende einstimmig ihr Okay gaben. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte Bauamtsleiter Michael Keßler, dass für diese frühzeitige öffentliche Beteiligung zu einer öffentlichen Bürgerinformations-Veranstaltung eingeladen werde. In 99 Prozent der Fälle sei dies das übliche Verfahren.

Mit der Umwandlung der Gewerbefläche in ein Wohngebiet werde ein Anschluss an den Kern von Ritterhude geschaffen, wies Döring hin. Denn auch die bereits vorhandenen Nachbargebäude – westlich der Lesumstoteler Straße und östlich der Gewerbefläche – sollen durch das Verfahren planungsrechtlich abgesichert werden. Das gesamte Areal soll allgemeines Wohngebiet werden. Das noch vorhandene Gewerbe könne weiter bestehen, wies Keßler hin. Instara bestätigte: „Die innerhalb des Plangebietes vorhandene untergeordnete sonstige gewerbliche Nutzung (An- und Verkauf von Automobilen sowie die Immobilienagentur) wird auch bei Umsetzung der Planung weiterhin möglich sein, da sonstige nicht störende Gewerbebetriebe innerhalb eines allgemeinen Wohngebietes zulässig sind.“

Der aktuelle Entwurf sieht Grundstücksgrößen von 450 bis 700 Quadratmeter für Einzelhäuser und 300 bis 400 Quadratmeter für Doppelhäuser auf dem Areal vor. Für den nordöstlich des ehemaligen Produktionsstandortes geplanten Kindergarten wird eine Fläche von 1000 Quadratmetern vorgehalten. Sollte er eventuell nicht benötigt werden, könnte auch dieses Grundstück für Wohnbebauung genutzt werden, teilte das Planungsbüro mit.

Was Bäume und Gewässer betrifft, so weist der Entwurf in seinem südlichen Bereich einen 15 Meter breiten Streifen zum Erhalt von Bäumen und Sträuchern auf, die als dichter Gehölzverbund eine Waldrandgesellschaft bilden. Auch ein Graben, der mit der Ritterhuder Beeke verbunden ist, wird so geschützt.

Günter Pröpping vom Seniorenbeirat kritisierte, dass dieses Vorhaben sich nur an Zuzügler und Familien mit Geld richte. Junge Familien und Senioren, die nicht über viel Geld verfügten, könnten sich diese Objekte nicht leisten. Aber genau diesen Gruppen müsse geholfen werden. Keßler gab dazu zu bedenken, dass die Lage Am Weißen Rieden eher ungeeignet für Senioren sei. Der Ortskern mit Einkaufs- und Transportmöglichkeiten sei von dort nicht mehr fußläufig erreichbar.


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Leserkommentare
tommi24 am 18.10.2019 17:28
@Da würde der wutbürgernde Autofahrer aber sofort durchdrehen.

Ja, ganz bestimmt!
tommi24 am 18.10.2019 17:27
@Also muss hier mal "suziwolf" unterstützen.

Ich auch, diese vermaledeiten Blechkistenfahrer müssen aus der Stadt, es lebe das Fahrrad. ...