Zusammenschluss kommunaler Energieversorger

Osterholzer Stadtwerke gehen an den Start

Landkreis Osterholz. Ab dem 23. August wird in der Region ein neues Kapitel der Energie- und Trinkwasserversorgung aufgeschlagen: Die Osterholzer Stadtwerke setzen die Arbeit der Gemeindewerke Lilienthal und Ritterhude sowie der Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck fort.
14.08.2010, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Ab dem 23. August wird in der Region ein neues Kapitel der Energie- und Trinkwasserversorgung aufgeschlagen: Ab diesem Tag setzen die Osterholzer Stadtwerke die Arbeit der Gemeindewerke Lilienthal und Ritterhude sowie der Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck nahtlos fort. Am Donnnerstag unterzeichneten Bürgermeister Martin Wagener, Susanne Geils und Willy Hollatz sowie swb-Vorstandsmitglied Dr. Torsten Köhne den letzten Vertrag, der die Details des Zusammenschlusses regelt.

'Vertrauen' war eines der Schlagwörter, die an diesem Abend in der kleinen Runde in Tietjens Hütte von den Beteiligten am häufigsten verwendet wurden, um zu erklären, wie die Fusion seit den ersten Gesprächen Ende 2007 im Rekordtempo über die Bühne gegangen ist.

Dass die Zusammenführung der bisher selbstständigen kommunalen Energieversorger eine große Bedeutung hat, daran ließen die neuen Partner keinen Zweifel aufkommen. Karl Schönemeier, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck, sprach von 'einem großen Schritt', der mit der Fusion vollzogen werde. Das neue Unternehmen werde mehr als die Hälfte der Landkreis-Bewohner mit Energie und Trinkwasser versorgen. 'Ich glaube daran, dass die Zusammenführung den Bestand des Unternehmens sichert und dadurch Synergieffekte entstehen, die den Kunden zugute kommen werden', sagte Schönemeier. Dass da ein sinnvoller Schritt vollzogen wurde, würden die Kunden auch in ihrem Portmonee spüren.

Bürgermeister Martin Wagener betonte, wie bemerkenswert glatt die Fusionsverhandlungen gelaufen seien, und mögliches Misstrauen durch Transparenz und Informationen gar nicht erst aufgekommen sei. Dieses Vorgehen sei alles andere als selbstverständlich, denn das, was ökonomisch sinnvoll sei, müsse nicht automatisch das Gefallen bei den Beteiligten finden. Ein Zusammenschluss bedeute auch immer die Aufgabe von Eigenständigkeit. Die eindeutigen Ratsbeschlüsse für die Fusion seien für ihn ein klares Signal gewesen, dass es sich lohne, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Wagener setzt darauf, dass sich die Kooperation über Gemeindegrenzen hinweg nach diesem Muster auch auf andere Felder ausweiten lässt

Für die nächsten Jahrzehnte gerüstet

Als 'Riesenschritt' bezeichnete Susanne Geils die Zusammenführung. Natürlich habe es am Anfang der Diskussion auch Bedenken gegeben, dass eine Gemeinde wie Ritterhude bei dem Zusammenschluss hinten runter fallen könne.Doch ihr Interesse sei gewesen, dass Unternehmen so aufzustellen, dass es für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet sei. Die Fusion der Gemeindewerke mit den Stadtwerken habe nur gelingen können, weil das Vorhaben mit großer Professionalität angegangen worden sei.

Das Geheimnis der erfolgreichen Fusionsverhandlungen lag für Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz vor allem darin, dass man als Team von Anfang an gut zusammengearbeitet habe. Hollatz ist überzeugt, dass die neuen Osterholzer Stadtwerke stark sind: 'Das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Das neue Unternehmen hat das Potenzial, für die Region mehr zu entwickeln'.

Christian Meyer-Hammerström, künftig kaufmännischer Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke, gab sich überzeugt, dass es am Ende die Kunden seien, die sich als Gewinner des Zusammenschlusses fühlen dürfen. Viel schneller als erwartet habe man bereits Synergien erzielt. Hammerström kündigte an, dass die Osterholzer Stadtwerke noch in diesem Jahr 6,5 Millionen Euro in der Region investieren werden. Auch Siegfried Murken, fortan technischer Geschäftsführer im Unternehmen, zeigte sich 'froh und glücklich', dass mit den Unterschriften unter die letzten Verträge der rechtliche Part der Fusion beendet sei. Entscheidend seien jedoch die Menschen, die in den Organisationen arbeiten. 'Wir haben sehr schnell enge Verbindungen geknüpft und eine Nähe gespürt', fasste er die Erfahrungen seit den ersten Gesprächen über die Fusion Ende 2007 zusammen.

Am 20. August soll die neue Osterholzer Stadtwerke GmbH & Co. KG ins Handelsregister eingetragen werden. Eine erste Aufsichtsratssitzung hat bereits stattgefunden. Dort wurde beschlossen, dass die Energie- und Trinkwasserpreise von Osterholz-Scharmbeck über den 1. Januar 2011 hinaus gehalten werden und auch die Kunden in Ritterhude und Lilienthal diese Tarife abschließen können. Ohne die Fusion, so teilt das Unternehmen mit, wäre dies nicht möglich gewesen. Ferner stimmte der Aufsichtsrat dem Erweiterungsbau am bisherigen Stadtwerke-Standort Am Pumpelberg zu. Etwa 2,3 Millionen Euro soll der Bau kosten, der im nächsten Jahr errichtet werden soll.

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