Adolphsdorfer Torfschiffer investieren 83000 Euro in neues Domizil

Pachtvertrag läuft 30 Jahre

Worpswede. „Es waren keine leichten Verhandlungen“, resümierte Manfred Sievers, Vorsitzender der Adolphsdorfer Torfschiffer. Doch jetzt ist der Pachtvertrag mit der Gemeinde über den neuen Standort im ehemaligen Hafen der alten Strommeisterei unterzeichnet, und beide Seiten zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.
19.11.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Schön

„Es waren keine leichten Verhandlungen“, resümierte Manfred Sievers, Vorsitzender der Adolphsdorfer Torfschiffer. Doch jetzt ist der Pachtvertrag mit der Gemeinde über den neuen Standort im ehemaligen Hafen der alten Strommeisterei unterzeichnet, und beide Seiten zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir haben Riesenkosten, aber das Geld ist gut angelegt“, stellte Sievers mit Blick auf die ausgehandelte Vertragslaufzeit von 30 Jahren fest. Stefan Schwenke, Bürgermeister der Gemeinde Worpswede, welche die nun verpachteten Flächen und Gebäude 2010 erworben hatte, erklärte beim gestrigen Ortstermin mit den Vertragspartnern, dass er sich von der Erweiterung und Erneuerung des Naherholungsgebiets in Neu Helgoland wichtige Impulse für die touristische Entwicklung, etwa was das Wasserwandern angeht, verspricht.

Der 1983 gegründete Verein der Adolphsdorfer Torschiffer spielt im Konzept der Umgestaltung des Hammmestrandes und seines näheren Hinterlandes eine wesentliche Rolle. Von seinem angestammten Platz in Sichtweite der Hammebrücke musste er weichen, was den Adolphsdorfern zunächst überhaupt nicht schmeckte, da sie sich damit den Blicken der Öffentlichkeit zunächst weitgehend entzogen wähnten. Sievers: „Direkt am Fluss war unser Standort natürlich ein Sahnestück.“

Doch das neue Domizil kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Gemeinde hat bei einem Eigenanteil von 5000 Euro über 200000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union losgeeist, um das Naherholungsgebiet attraktiver zu machen. Unter anderem wird damit ein Promenadenweg erstellt, der das ehemalige Betriebshofgelände mit dem Hammeufer verbindet. Er allein kostet über 40000 Euro. Die Bauarbeiten am Strand haben bereits begonnen.

Zum Gesamtkonzept gehören ferner unter anderem die Erweiterung der Zufahrt zum Betriebsgelände und ein Stellplatz für Wohnmobile. Direkter Nachbar der Adolphsdorfer ist der Kanuverleih, zu dessen Betrieb ein kleiner Kiosk gehört. Letztlich soll das gesamte Areal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und das bislang noch umzäunte Grundstück der Strommeisterei einer mittelbaren touristischen Nutzung zugeführt werden.

Die Torfschiffer pachten neben einem Teil des Hafenbeckens auch verschiedene Wirtschaftsgebäude und nehmen „nun richtig Geld in die Hand“, wie Sievers nicht ohne Stolz berichtete. Die Investitionen umfassen 100000 Euro, von denen nur 17000 aus Fördertöpfen stammen. „Es ist überhaupt das erste Mal, dass wir öffentliche Gelder in Anspruch nehmen“, versichert Sievers. Herzstück des finanziellen Engagements der Torfschiffer ist der Bau einer festen Steganlage, die behindertengerecht ausgestattet wird und allein 40000 bis

50000 Euro verschlingen wird.

Auch nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist die Renovierung der Schuppen und deren Erschließung für die neuen Zwecke. Sie sollen den Torfschiffern als Winterquartier und als Werkstätte dienen. Noch vor wenigen Jahren mussten die acht vereinseigenen Kähne auf von Traktoren gezogenen Anhängern nach Adolphsdorf transportiert werden. Von jetzt an wird dafür nur noch eine Steinwurflänge überbrückt. Laut Sievers ist in einem der Wirtschaftsgebäude die Installation einer neuen Heizung erforderlich. Auch für Sanitäreinrichtungen muss Geld ausgegeben werden.

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