IGS Lilienthal Paulas Erben

Rund 180 Schülerinnen und Schüler der IGS Lilienthal haben ihren Schulabschluss in der Tasche. Ein guter Grund für eine Feier: Am Donnerstag trafen sie sich im Grasberger Hof.
27.06.2019, 16:48
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Von Sabine von der Decken

Grasberg. Viel mehr Lob geht nicht: Sie seien sportlich, witzig, kreativ, inklusiv und obendrein auch noch leistungsbereit. Die würdigenden Worte für die Schulabgänger der Integrierten Gesamtschule Lilienthal (IGS) kamen am Donnerstag aus dem Mund von Jahrgangsleiterin Beate Elsken. Nicht weniger als 184 Schülerinnen und Schülern riet Elsken bei der Abschlussfeier der Sekundarstufe I im Grasberger Hof, künftig die Welt in ihr Leben zu lassen. Für die Jahrgangsleiterin war die Feierstunde ein ebenso besonderer Moment wie für die Schüler: Nach 38 Jahren im Schuldienst wird Elsken in diesem Sommer in den Ruhestand gehen.

Viel Zeit war im Vorfeld auf die Planung der Feier verwendet worden. Der für die Abschlussfeier aller acht Klassen des Jahrgangs gewählte außerschulische Ort war eher ungewöhnlich. Mit der Wahl des Grasberger Hofs aber entsprach die Schulleitung den Wünschen des um ein Miteinander bemühten Jahrgangs nach einer Feier für alle Klassen. Schulleiterin Karina Kögel-Renken nahm ein Wortspiel zur Hilfe, um die letzten stressigen Tage und die Organisation der Verabschiedung zu veranschaulichen. „Aus Stress wird Dessert“, erklärte sie die Vorbereitungszeit, die sich mit der Abschlussfeier zur Belohnung entwickelte. Mit 184 Schülern war der Jahrgang „Paula“, der erst zweite Abschlussjahrgang der vor einigen Jahren neu gebildeten IGS, besonders groß. Da zur Zeit der Einschulung im Jahr 2013 noch die G8-Regelung galt, so die Schulleiterin, erlebte die IGS zu dieser Zeit einen großen Zulauf.

Für viele der Abgänger ist die Schullaufbahn damit aber noch nicht vorbei: Fast 100 der 184 Schüler beabsichtigen, die Oberstufe zu besuchen. „Darüber freue ich mich sehr“, so Kögel-Renken. Viele Projekte und das Interesse an Zeitgeschichte machten diesen zweiten Abschlussjahrgang der IGS für die Schule besonders prägend. Er habe das Miteinander in der Schule sehr beeinflusst und seiner Namenspatin Paula Modersohn-Becker alle Ehre gemacht. Wie die Künstlerin sei auch er nicht der erste seiner Art gewesen. Und ähnlich wie die Namenspatin habe sich auch der Jahrgang künstlerisch weiterentwickelt. Besonderer Höhepunkt des künstlerischen Arbeitens sei das Projekt „Jung im Museum – JIM" gewesen, das im Jahrgang großen Anklang fand. Trug Paula das Künstlerdorf Worpswede in die Welt, prägte dieser 10. Jahrgang die IGS und drückte ihr seinen Stempel auf. Das zeigte nicht nur der Anfang der feierlichen Veranstaltung mit dem gemeinschaftlichen Einlauf aller Klassen, sondern auch das fulminante Ende der Abschlussfeier.

Auf diese letzten fünf Minuten hatten viele Schüler am meisten gewartet, zeigten sie doch in ganz eigener Form die Essenz ihres Schullebens. Dem von Lehrer Daniel Klotzek ins Leben gerufenen Videoprojekt war ein halbes Jahr Vorbereitungszeit vorangegangen. 24 Schüler und 13 Lehrer waren verantwortlich für die gesangliche und schauspielerische Qualität des an Playback erinnernden Videos. Zur Musik von „Bohemian Rhapsody“ und einem auf den Jahrgang umgedichteten Text ließen die Schüler unter tosendem Beifall ihre Zeit auf der IGS Revue passieren. „Damit“, erläuterte Beate Elsken voller Stolz, „ist die IGS Lilienthal die einzige nicht-private Schule in Deutschland, die solch ein Projekt bewältigte.“ Das „Erbe des Jahrgangs Paula“ sei ab sofort auf der Homepage der Gesamtschule zu sehen, kündigte Elsken an.

„Versuche nicht, Stufen zu überspringen“, gab Heike Schumacher, Erste Kreisrätin der Osterholzer Kreisverwaltung, den Absolventen der Sekundarstufe I mit auf den Weg. Damit griff sie auf ein Wort Paula Modersohn-Beckers zurück. In ihrer Rede hob sie das gemeinsame Wachsen von Schule und Schülern hervor, das in besonderer Weise den Jahrgang Paula betroffen habe. Ausgestattet mit dem Handwerkszeug der IGS Lilienthal seien sie für ihre Zukunft gut gerüstet. „Im Leben ist viel, viel Wunderbares“, zitierte sie die Worpsweder Künstlerin und Namensgeberin des Jahrgangs.

Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann wünschte auch im Namen ihrer Amtskollegen Kristian Tangermann und Stefan Schwenke den Schülern Mut, neue Wege zu gehen und ihre Möglichkeiten zu nutzen. Familie, Freunde und ein bisschen Gasgeben sah sie als gutes Rezept für deren Zukunft an.

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