Beckedorfer Museum: Veränderungen in der Werkstatt und eine neue Attraktion für die Ausstellung Pläne für ein Schmiede-Denkmal

Nach einem turbulenten Jahr mit vielen Neuerungen ist erstmal Ruhe eingekehrt in die alte Schmiede in Beckedorf. Doch die wird nicht lange währen. Für das neue Jahr hegt der Förderverein schon Pläne.
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Von Gabriela Keller

Nach einem turbulenten Jahr mit vielen Neuerungen ist erstmal Ruhe eingekehrt in die alte Schmiede in Beckedorf. Doch die wird nicht lange währen. Für das neue Jahr hegt der Förderverein schon Pläne.

Beckedorf. Ein ereignisreiches Jahr neigt sich für die Beckedorfer Waldschmiede dem Ende. Das 200-jährige Jubiläum, die neue Ausstellung, bauliche Veränderungen–es hat sich viel getan in den vergangenen zwölf Monaten. Zum Jahresende blickt der Vorsitzende Norbert Krause zufrieden zurück und zuversichtlich nach vorn. Zufrieden, weil sich die in die neue Sonderschau gesetzten Hoffnungen erfüllt haben. Rund 400 Besucher haben die Ausstellung "Die Geschichte einer Harpune" über die Rolle der Nordbremer Schmieden für den Walfang im 19. Jahrhundert seit der Eröffnung am 1. Mai gesehen. "Und das sind nur die Besucher, die fest gebucht waren. Die spontanen Besucher sind da noch nicht mitgezählt", sagt Krause.

Von den 400 waren zwei Drittel Kindergarten-Gruppen und Schulklassen. Zu den regulären Öffnungszeiten am Freitagnachmittag zählte der Förderverein durchschnittlich zehn bis 15 Besucher in der Waldschmiede. "Die neue Ausstellung wird sehr positiv aufgenommen", stellt der Vorsitzende fest.

Die ist seit kurzem um eine Attraktion reicher. In einer Vitrine ist jetzt ein originalgetreues Modell einer Walfang-Schaluppe zu bewundern. Vereinsmitglied Gerhard Schwarz, der zusammen mit Krause die Ausstellung konzipierte und aufbaute, hat das Mini-Ruderboot gebaut. An Bord eines großen Walfangschiffes gab es sechs bis sieben solcher Schaluppen. In den kleinen Booten machten die Harpuniers unterstützt von vier bis sechs Ruderleuten Jagd auf die Meeressäuger. Als Grundlage für sein Modell diente Schwarz eine Original-Schaluppe im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, hilfreich war auch ein kleiner Bauplan in einem Fachbuch. In vier Monaten nahm die in Spantentechnik gebaute und weißlackierte Mini-Schaluppe Form an. Im Museum liegt sie auf Styropor-Eisschollen.

Stützwand gemauert

Auch baulich hat sich was getan in der Schmiede. Eine Schiebetür trennt jetzt Ausstellungsbereich und Werkstatt. Wer aufmerksam hinschaut, dem wird auffallen, dass die zur Straße gelegene Wand in der Werkstatt zugelegt hat. "Durch die Belastungen des Lkw-Verkehrs hatte sich die Außenwand 30 Zentimeter nach innen gebogen. Wir mussten eine Stützwand vormauern", erklärt Krause. Die und eine neue Trägerkonstruktion unter der Decke sollen zukünftig für Stabilität sorgen. Zumal das Lkw-Problem gelöst ist: Brummis über 3,5 Tonnen dürfen nicht mehr an der Waldschmiede vorbeirumpeln.

Auf der Wunschliste für 2013 steht ein neuer Fußboden in der Werkstatt. Der Lehmbelag ist nach 200 Jahren abgetreten. "Wir suchen jemanden, der sich mit der Restaurierung eines Lehmbodens auskennt." Die Alternative hieße Klinkerbelag. "Das würde uns ein bisschen wehtun", meint der Vorsitzende.

Stolz sind die Förderer der alten Waldschmiede auf die neue Esse. 600 Euro hat sie den Verein gekostet, den 78 Mitgliedern war es das Wert. In 40 Arbeitsstunden bauten Norbert Krause, Gerhard Schwarz und Heinz-Hermann Albrecht die Esse ein. Das neue Feuer lodert nicht mehr wie das alte in einer runden sondern in einer rechteckigen Pfanne. "Das längere Feuer bietet uns mehr Möglichkeiten. Wir können zum Beispiel viel besser Messer schmieden", erklärt Krause. Auch die Luftführung sei beim neuen Schmiedefeuer besser. Die kaputte alte Esse soll im Museum einen Platz bekommen. Sie ist eine Rarität, weiß Gerhard Schwarz. "Runde Pfannen gibt es kaum noch."

Für das neue Jahr hat der Verein nach den Worten von Krause eine "fixe Idee". Der Schmiede will er in Beckedorf ein Denkmal setzen–wenn der Ortsrat zustimmt. Eine Vorstellung, wie das Ganze aussehen soll, haben die Mitglieder schon. Auf einem gemauerten Bogen soll ein geschwungenes Stück Stahl, das von einer Zange gehalten wird, unter den Hammer kommen.

Die Wappen von Beckedorf und der Schmiede sollen den Sockel zieren. "Das Material haben wir, wir brauchen nur noch unsere Arbeitskraft reinstecken", meint Krause. Bei der Standortsuche für die "Schmiede-Kunst im freien Raum", wie Gerhard Schwarz das Projekt nennt, sollen die Beckedorfer mitreden.

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