Vegesack

Planung für Bebauung des Haven-Höövt-Areals vorgestellt

Stadtplaner, Entwickler und Architekten haben dem Vegesacker Beirat die Planungen für das Haven-Höövt-Gelände vorgestellt. Die Namen der Gebäude stammen dabei aus der Vergangenheit.
20.01.2019, 12:21
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Von Martin Prigge
Planung für Bebauung des Haven-Höövt-Areals vorgestellt

Thiele-Häuser, Trankocherei, Loggerhaus – so sollen die Häuser heißen.

Haven Höövt Projektentwicklungsgesellschaft mbH

Stadtplaner, Projektentwickler und Architekten haben vor dem Vegesacker Beirat den Planungsstand in Sachen Haven-Höövt-Gelände vorgestellt. Wie berichtet, möchte der Investor Wesbau GmbH das Areal am Vegesacker Hafen zu einem urbanen Stadtquartier mit maritimem Flair umbauen.

Wohnungen, Geschäfte, Arztpraxen und Büros sowie die neue Polizeiwache der Inspektion Nord-West sind Kernbestandteile der Planungen, die dem Beirat vorgelegt wurden.

Wesbau-Geschäftsführer Max Zeitz stellte im Sitzungssaal des Ortsamtes zunächst die Häusernamen der Neugebäude vor, die allesamt auf Vegesacks Fischereihistorie anspielen. In den dem Musemshafen zugewandten Thiele-Häusern sollen Wohnungen entstehen, hier ist zudem eine Bäckerei geplant. Vom sechsgeschossigen Vorhaus am Vegesacker Bahnhofsplatz sollen 55 Prozent der Nutzungsfläche für die Einrichtung der neuen Polizeiwache genutzt werden, der Rest steht als Bürofläche und für Arztpraxen zur Verfügung.

Bezug zum Walfang

Trankocherei heißt ein Gebäude mit Bezug zum Walfang. Dort soll ein Drei-Sterne-Hotel residieren. „Das Hotel soll rund 130 Zimmer beinhalten, die auch für längere Aufenthalte gedacht sind. Es wird ein modern eingerichtetes Art-Hotel“, so Max Zeitz. Im gegenüberliegenden sogenannten Teerhaus soll Servicewohnen ermöglicht werden, auch mit ambulanter Pflegeversorgung.

40 Wohnungen sollen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus laut der Planungen im Dampfkesselhaus entstehen. Das elfgeschossige Packhaus, das an das Loggerhaus anschließt, soll Wohnflächen sowie Gastronomie beherbergen. Das Kontor-Gebäude ist für den Handel gedacht – derzeit wird das Bestandsgebäude umgestaltet. Kaufland, Deichmann, NKD, eine Apotheke, ein Optiker und ein Elektronikmarkt werden hier im Sommer Filialen eröffnen. Auch ein Fitnessstudio ist im Obergeschoss geplant.

Orientiert am maritimen Flair

Der Bremer Architekt Jan Wirth, der mit seinem Bruder Benjamin den Architektenwettbewerb um die Gestaltung des Geländes gewonnen hatte, verwies in der Beiratssitzung darauf, dass man sich am maritimen Flair Vegesacks orientiert habe. „Das Stadtquartier vermittelt nicht zuletzt von Lemwerder aus gesehen eine neue Identität, die zu Vegesack passt“, ist Wirth überzeugt.

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Laut Stadtplanerin Linda Velte muss vorher allerdings noch der seit 1999 rechtskräftige Bebauungsplan geändert werden. So gibt es erst seit 2017 die Kategorie „urbanes Gebiet“, die ein nutzungsgemischtes Quartier vorsieht. Als Ziele des Bebauungsplanes führt das Bauamt Bremen-Nord zudem die Berücksichtigung des Generalplanes Küstenschutz an, ebenso soll eine städtebauliche Neuordnung der Baufelder B und C stattfinden. Damit soll zusätzlicher Wohnraum geschaffen und Einzelhandelsnutzung auf einer Fläche von 11.500 Quadratmetern gesichert werden.

Die Gestaltung des öffentlichen Raums müsse noch geprüft und entwickelt werden, ehe abschließend ein städtebaulicher Vertrag zur Sicherung der Planungsziele mit dem Investor unterzeichnet werden könne, hieß es während der Sitzung. Nach der Beteiligung der Behörden soll der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss noch vor der Bürgerschaftswahl Ende Mai in die Deputation gehen, ehe im Anschluss die Öffentlichkeit beteiligt wird und die Ergebnisse danach erneut in den Behörden vorgelegt werden.

Noch Änderungsbedarf am Kontor-Gebäude

Wegen der Sondergebietsausweisung zum Einzelhandel im Baubereich B bestehe noch Änderungsbedarf am Kontor-Gebäude, was den Flächennutzungsplan betreffe, führte Linda Velte weiter aus. Über die Geschosshöhe des Packhauses waren sich die Beiratsmitglieder zunächst nicht einig. Doch es gebe ein enges Bauraster, da sich eine hohe Altlast unter dem Packhaus befinde und die Sohle nicht angefasst werde. „Je nach Entscheidung der Gründungsträger werden es mindestens sieben Geschosse sein. Durch eine spezielle Nachgründung können wir auf die im Siegerentwurf bedachten elf Geschosse gehen“, so Projektentwickler Max Zeitz.

Unmittelbar vor dem Polizeigebäude soll es laut Zeitz Stellplätze für Streifenwagen geben, weitere Einsatzfahrzeuge sollen am Alten Speicher Platz finden. Zudem sollen über 1000 öffentliche Parkplätze im Kontor-Parkhaus angeboten werden. Jedes Gebäude werde seinen eigenen Typus bekommen, um den maritim-historischen Anblick Vegesacks aufleben zu lassen, resümierte des Projektentwickler Zeitz.

Der Leiter des Polizeikommissariats Bremen-Nord, Ralf Töllner, nannte das Vorhaben im sechsgeschossigen Vorhaus „eine tolle Sache“. Man habe auf Zuwachs geplant und könne gegebenenfalls erweitern. „So können wir einerseits Präsenz zeigen und haben auch eine gute Greifbarkeit der Fahrzeuge für schnelle Einsätze.“ Der Beirat Vegesack stimmte den vorgelegten Planungen zu.

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