Neue Runde in Kirchweyhe

Platt im Pub

Am Dienstagabend versammelten sich wieder viele leidenschaftliche Platt-Snacker im Shakespeare's Theaterpub am Kirchweyher Marktplatz, um sich in entspannter Runde auf der altdeutschen Sprache zu unterhalten.
06.02.2019, 18:15
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Femke Liebich

Weyhe-Kirchweyhe. „In lockerer Runde een beten Plattsnacken“ – das war die ursprüngliche Idee von Helmut Fellermann, Dietrich „Dididoktor“ Heumann und Heinz-Hermann Kuhlmann. Das ist mittlerweile drei Jahre her und seitdem treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat mindestens 20 begeisterte Platt-Snacker in Shakespeare's Theaterpub am Kirchweyher Marktplatz, genau dort, wo ansonsten eher Live-Musik auf der Tagesordnung steht.

„So viele waren wir ja noch nie“, staunt Helmut Fellermann am Dienstagabend nicht schlecht, als immer mehr Gäste durch die Tür kommen. Das Besondere: Der Theaterpub öffnet mittlerweile dienstags ausschließlich für die plattdeutsche Runde. Der längliche Tisch an der Wand reicht kaum mehr aus, so dass kurzerhand ein weiterer herangerückt wird. Alles gar kein Problem, je mehr desto besser lautet schließlich das Motto unter den Platt-Schnackern. „Bei uns läuft alles ganz locker ab. Es wird untereinander geschnackt und wer möchte, kann gerne eine plattdeutsche Geschichte vortragen“, berichtet der Initiator, während er weitere Besucher begrüßt. Für diesen Abend hat er eine „lütje Geschichte“ von Krüschan Holschen vorbereitet. Zur Weihnachtszeit hatte der „Dididoktor“ sogar sein Akkordeon mitgebracht, womit sie gemeinsam ein paar plattdeutsche Weihnachtslieder gesungen haben.

„Es ist schön, dass die altdeutsche Sprache in dieser Runde gepflegt wird. Im Alltag ist sie ja so gut wie ausgestorben“, merkt Horst Hollwedel, der fast von Beginn an dabei ist, an. „Politik ist bei uns verpönt, aber ansonsten wird bei uns über alles geschnackt, was gerade so angesagt ist“, ergänzt er. Besonders beliebt seien dabei „altdeutsche Geschichten aus unserer Jugend, da gibt es immer etwas zu lachen“. Humorvoll geht es ohnehin rund um den Stammtisch zu. So werden ab und an lockere Sprüche im Ping-Pong-Prinzip über den Tisch geworfen oder zwischendurch ein Witz aus dem Ärmel geschüttelt.

Annette Therolf ist ganz begeistert von der lockeren Stimmung. Zusammen mit ihrer Mutter ist die Lahauserin an diesem Abend das erste Mal dabei. „Meine Mama spricht gerne Plattdeutsch und ich verstehe es auch ganz gut. Da wollten wir uns das hier mal anschauen“, verrät sie. Zuvor seien sie schon in verschiedenen Gruppen in der Umgebung gewesen. So wie den beiden ist es in den vergangenen Jahren den meisten der anwesenden Platt-Snackern ergangen – viele von ihnen sind geblieben und gehören nun zum festen Stamm. „Mittlerweile haben wir Teilnehmer aus fast allen Weyher Ortsteilen sowie aus Brinkum, Fahrenhorst und Arsten“, berichtet Helmut Fellermann. Zu ihnen zählt auch Fredi Kifmeier, ein ehemaliger Patient und langjähriger Freund vom „Dididoktor“. „Ich leite selbst in Arsten eine plattdeutsche Gruppe, aber hier gefällt es mir immer besonders gut, weil die Runde so gemischt ist“, sagt er begeistert. Meistens habe er die eine oder andere Geschichte dabei, aber eigentlich geht es auch ihm ausschließlich ums Plattschnacken.

Viele in der Runde bedauern, dass es mit der plattdeutschen Sprache immer weniger wird. Deshalb möchten sie sich auch weiterhin für den Fortbestand einsetzen. „Wie wäre es denn, wenn wir eine CD mit plattdeutschen Geschichten aufnehmen und diese dann in den Umlauf bringen“, lautete an diesem Abend ein Vorschlag aus der Runde. Ob dieser tatsächlich umgesetzt wird, bleibt zunächst offen. Dass sich der offensichtlich wachsende Stammtisch am kommenden ersten Dienstag im Monat, 5. März, wieder zum zweistündigen Plattsnacken trifft, ist allerdings sicher. „Wer Lust hat, kann gerne vorbeikommen“, sagt Dietrich Heumann. Beginn ist um 19 Uhr.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+