CDU-Kritik an rot-grünem Vorstoß Politik streitet um Ortsschilder in Achim

Achim. Einheitliche Schilder – die soll es demnächst für die Stadt geben. Doch um das Aus für die Tafeln, auf denen derzeit noch der Name des Ortsteils in großen Lettern prangt, ist ein politischer Streit entbrannt.
03.05.2014, 10:00
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Politik streitet um Ortsschilder in Achim
Von Esther Nöggerath

Einheitliche Schilder – die soll es demnächst für die Stadt geben. Die Tafeln, auf denen derzeit noch der Name des Ortsteils in großen Lettern prangt, sollen „Achim“-Schildern und innerorts kleineren Hinweistafeln weichen, fordern SPD und Grüne. Die CDU spricht sich dagegen aus. Fraktionsvorsitzender Lichter befürchtet hohe Kosten. Und er reklamiert, die Einwohner identifizierten sich mit ihren Ortsteilen.

Damit ein „Wir-Gefühl“ in der Stadt etabliert werden könne, solle es statt der individuellen Ortsteiltafeln am Stadtrand demnächst einheitliche „Achim“-Schilder geben: Das fordern SPD und Grüne. „Man wohnt nicht in Baden, Uesen, Uphusen oder Bierden, sondern in Achim“, heißt es in einem Antrag von SPD-Ratsherr Karl-Heinz Freitag, für den am Dienstag der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung mehrheitlich stimmte.

Genauer bedeutet das: Wer künftig von außerhalb nach Achim kommt, beispielsweise von Etelsen nach Baden, wird auf dem Ortseingangsschild nicht mehr „Baden“ in großer Schrift und „Stadt Achim“ klein darunter zu sehen bekommen, sondern „Achim“ groß und den Namen des Ortsteils kleingeschrieben. Innerhalb der Stadtgrenzen sollen die Ortsschilder ganz verschwinden und stattdessen gegen kleinere, schmale Hinweistafeln mit dem Namen des jeweiligen Ortsteils ausgetauscht werden.

Darüber hinaus sollen auch die Schilder für die Anschlussstelle Uphusen an der Autobahn von „Uphusen / Bremen-Mahndorf“ umbenannt werden in „Achim / Bremen-Mahndorf“. Der Bahnhof Baden soll künftig „Achim–Baden“ heißen und nicht mehr wie bisher „Baden–Kreis Verden“. Dafür sei die Verwaltung beauftragt worden, Kontakt zu den zuständigen Bundesbehören aufzunehmen, erklärte Karl-Heinz Freitag auf Nachfrage. Wenn alle Formalien geregelt seien, könnte zumindest die Umsetzung innerhalb Achims, sprich der Schilderaustausch, recht schnell erfolgen.

Das bestätigte auch Ratsmitglied Axel Eggers von den Grünen. Es habe zwar auch einen Vorschlag gegeben, die Änderung dann durchzuführen, wenn ohnehin eine Erneuerung der Schilder notwendig werde. Da dies aber Jahre dauern könne, habe man sich dagegen entschieden. „Es soll möglichst zeitnah durchgeführt werden“, sagte Eggers.

Für die Achimer CDU kommt die von SPD und Grünen favorisierte Schilder-Lösung nicht infrage. Das betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Lichter. Im Gespräch mit unserer Zeitung wies er darauf hin, dass die Menschen in Achim sich mit ihren Ortsteilen stark identifizierten, sich als Badener, Uesener oder Uphusener verstünden. Das komme auch auf den Ortsschildern zum Ausdruck.

Auch Axel Eggers geht davon aus, dass es einige Gegenstimmen aus der Bevölkerung in den Ortsteilen geben werde. Gerade Alteingesessene seien oft mit dem jeweiligen Ortsteil stark verbunden. Inzwischen gäbe es aber auch viele Zugezogene, die von den uneinheitlichen Schildern eher verwirrt würden, erklärte Eggers.

Lichter wittert eine Attacke der SPD und der Grünen auf das Selbstverständnis der Ortsteilbewohner. Die CDU werde das Vorhaben jedenfalls nicht mittragen. Auch deshalb nicht, weil es mit hohen Kosten verbunden sei.

Der Entwurf zur Änderung der Beschilderung wird jetzt an den Verwaltungsausschuss weitergegeben und auf Antrag der CDU auch noch zusätzlich vom Rat besprochen werden.

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