Amtsgericht verhandelte Fälle im Zusammenhang mit Brandserie und Drogenhandel

Polizisten sichern Gerichtssaal

Osterholz-Scharmbeck. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind am Montag zwei Fälle vor dem Amtsgericht verhandelt worden, die bei den Ermittlungen zur Serie von Autobränden in Osterholz-Scharmbeck vom Mai 2010 zutage gefördert wurden. Wegen des Einbruchs in die Bäckerei Czech in Scharmbeckstotel und der anschließenden Brandstiftung muss sich ein 24-Jähriger als mutmaßlicher Mittäter verantworten. In dem anderen Fall saß ein ebenfalls 24-Jähriger auf der Anklagebank, dem vorgeworfen wurde, Geld aus Drogengeschäften in seiner Wohnung gebunkert zu haben.
30.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind am Montag zwei Fälle vor dem Amtsgericht verhandelt worden, die bei den Ermittlungen zur Serie von Autobränden in Osterholz-Scharmbeck vom Mai 2010 zutage gefördert wurden. Wegen des Einbruchs in die Bäckerei Czech in Scharmbeckstotel und der anschließenden Brandstiftung muss sich ein 24-Jähriger als mutmaßlicher Mittäter verantworten. In dem anderen Fall saß ein ebenfalls 24-Jähriger auf der Anklagebank, dem vorgeworfen wurde, Geld aus Drogengeschäften in seiner Wohnung gebunkert zu haben.

Zwei Polizeiwagen vor der Tür, strenge Eingangskontrolle mit Detektor und Durchsuchungen. Dazu mehrere Polizisten und Justizbeamte im Gerichtssaal - dieses Bild bot sich am Montag im Amtsgericht Osterholz-Scharmbeck. Der Aufwand war notwendig geworden, weil die Kronzeugin des gesamten Falls bei beiden Verhandlungen aussagte. Aus Furcht vor einem Racheakt hatte man die Sicherheitsmaßnahmen für die junge Frau angeordnet, die ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde. Es blieb ruhig.

Als Zeuge geladen war auch der ehemalige Lebensgefährte der Frau, der nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft als Drahtzieher des Drogenhandels und der Brandserie in Osterholz-Scharmbeck gilt. Der 28-Jährige muss sich zusammen mit vier weiteren Männern derzeit vor dem Landgericht Verden verantworten. In Osterholz-Scharmbeck machte der Mann, der in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt wurde, keine Angaben.

Auch der Angeklagte im Fall der Bäckerei Czech schwieg am Montag vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er an dem schweren Einbruch und der Brandstiftung Ende März 2009 beteiligt war. Bei dem Einbruch hatten die Täter einen 300 Kilogramm schweren Tresor die Treppe hinuntergewuchtet, in ein Auto geladen und abtransportiert. Weil anschließend auffiel, dass einer der Täter bei dem Einbruch keine Handschuhe getragen hatte, kehrte man zum Tatort zurück und setzte das Büro in Brand, um mögliche Fingerspuren zu beseitigen. Der entstandene Schaden am Gebäude und Inventar soll sich auf insgesamt 110000 Euro belaufen haben. Ein Urteil sprach das Amtsgericht am Montag noch nicht aus. Weitere Angeklagte aus der Hauptverhandlung in Verden sollen zunächst als Zeugen geladen werden. Neuer Verhandlungstermin ist der 7. April.

Neun Monate auf Bewährung

In dem anderen Fall sah sich das Amtsgericht sehr wohl im Stande, ein Urteil zu sprechen: Wegen Beihilfe zum Drogenhandel erhielt der 24-jährige Angeklagte eine neunmonatige Bewährungstrafe. Der Mann hatte nach Überzeugung des Gerichts für den Hauptangeklagten die Erlöse aus dessen Drogengeschäften über einen Zeitraum von etwa einem Jahr bei sich zu Hause aufbewahrt. Damit sollte verhindert werden, dass bei einer möglichen Durchsuchung Geld bei dem 28-Jährigen gefunden wird. Die Polizei stellte in der Wohnung des Angeklagten 15800 Euro sicher, die in einer Blechdose verwahrt waren. Er hatte vor Gericht angegeben, dass Geld über sieben Jahre angespart zu haben. Das Gericht glaubte das nicht und sah diese Geschichte nach der Aussage von zwei Zeugen als widerlegt an. Die beiden hatten übereinstimmend von Telefonaten und Treffen zwischen dem mutmaßlichen Drogenhändler und dem Angeklagten berichtet. Bei den Treffen sei Geld in unterschiedlichen Beträgen übergeben worden.

Gegen das Urteil können noch eine Woche lang Rechtsmittel eingelegt werden.

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