Kommunalkino zeigt morgen "Von Menschen und Göttern" / Ausgezeichnet bei den Filmfestspielen von Cannes Preisgekröntes und berührendes Drama

Verden. Das Kommunalkino zeigt morgen, 20.15 Uhr, im Cine City (Saal 1) das auf Tatsachen beruhende Drama "Von Menschen und Göttern". Für den Film über das Leben und Sterben von sieben französischen Mönchen, die 1996 in Algerien von radikalen Islamisten entführt und ermordet wurden, erhielt Regisseur Xavier Beauvois bei den Filmfestspielen in Cannes 2010 den Großen Preis der Jury.
08.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Das Kommunalkino zeigt morgen, 20.15 Uhr, im Cine City (Saal 1) das auf Tatsachen beruhende Drama "Von Menschen und Göttern". Für den Film über das Leben und Sterben von sieben französischen Mönchen, die 1996 in Algerien von radikalen Islamisten entführt und ermordet wurden, erhielt Regisseur Xavier Beauvois bei den Filmfestspielen in Cannes 2010 den Großen Preis der Jury.

In Frankreich war sein berührendes Werk nicht nur ein Besuchererfolg. Der bis heute nicht eindeutig geklärte Vorfall wurde in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften wieder intensiv diskutiert. Präsident Nicolas Sarkozy war von dem Film so erschüttert, dass er Anfang Oktober versprach, den Fall zur Chefsache zu machen. Vielleicht kommt damit endlich mehr Licht in die zähen Ermittlungen: Allein für deren Aufnahme musste Armand Veilleux, zur Tatzeit Generalprokurator des Zisterzienserordens, dem die trappistischen Mönche angehörten, lange kämpfen. Obwohl die Ermordeten französische Staatsbürger waren, hatte die Justiz des Landes von sich aus nichts getan, um das Verbrechen im Kloster Tibhirine in Algerien aufzuklären.

Angst und Schrecken verbreitet

Die Verantwortung wurde damals zwar von der GIA ("Bewaffnete Islamische Gruppen") übernommen, die während des Bürgerkriegs in Algerien unter der Zivilbevölkerung Angst und Schrecken verbreitete. Armand Veilleux ist allerdings überzeugt davon, dass die algerische Armee Regie führte, um die Politiker in Paris von der islamistischen Gefahr zu überzeugen - und dass die französischen Geheimdienste von dieser Instrumentalisierung wussten. Diese politischen Dimensionen sind jedoch nicht Gegenstand von Beauvois' Film.

Er erzählt von einem Miteinander der Religionen und Kulturen, das man aktuell auch in Kairo beobachten kann, wenn Muslime und koptische Christen sich inmitten der Unruhen auf dem Tahrir-Platz gegenseitig bei der Verrichtung ihrer Gebete beschützen. Diesen respektvollen Umgang pflegen in "Von Menschen und Göttern" auch die Trappisten des kleinen Klosters in den algerischen Bergen und die Menschen in den umliegenden Dörfern. Ohne missionieren zu wollen, behandeln die französischen Mönche kranke Einheimische und versorgen die Bedürftigsten. Analphabeten lassen sich bei Formularen helfen, junge Leute suchen Rat bei Fragen zu Liebe und Ehe. Die Dörfler helfen den Trappisten beim Bebauen des kleinen Feldes und des Gartens, die Erzeugnisse werden auf dem Markt der Algerier verkauft.

Gewalt hat in dieser Welt keinen Platz, bis Abt Christian eines Tages beim Imam sitzt, der erschüttert berichtet, dass seine Nichte in Algier erstochen worden sei, weil sie keinen Schleier getragen habe. "Was geht in diesen Leuten vor? Niemand von denen kennt den Koran! Die Welt wird verrückt, Christian", sagt der Imam. Die Verrücktheit hält kurz darauf auch in Tibhirine Einzug. Unweit werden Bauern von Islamisten ermordet, die dann auch im Kloster auftauchen. Vorerst bleiben die Mönche unbehelligt, da sie den Koran, der Respekt vor gläubigen Christen anmahnt, genauso gut kennen wie die Bibel. Doch sie wissen um die Gefahr: Es folgen zermürbende Wochen des Abwägens und des quälenden Ringens mit den eigenen Ängsten. Am Ende bleiben die Mönche, obwohl sie ahnen, dass dieser Entschluss sie das Leben kosten wird.

Die exzellente Schauspielkunst, mit der dieser Entscheidungsprozess ausgedrückt wird, erhielt von Filmkritikern ungeteiltes Lob. Die Darsteller Lambert Wilson, Michael Lonsdale, Olivier Rabourdin, Philippe Laudenbach, Jaques Herlin, Loic Pichon, Xavier Maly und Jean-Marie Frin hatten sich vorbereitet, indem sie vor den Dreharbeiten einige Tage in einem Kloster verbrachten.

"Von Menschen und Göttern", Drama von Xavier Beauvois (Frankreich 2010) im Cine City am Mittwoch, 9. Februar, 20.15 Uhr

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