Nordbremens Katholiken wählen

Probleme mit dem Datenschutz

Rund 15500 Katholiken in drei Gemeinden sind aufgerufen, Vorstände und Räte neu zu wählen. Bei der Veröffentlichung der Kandidatenlisten und der Bekanntgabe der Gewinner herrscht indes Durcheinander.
06.11.2018, 19:28
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Von Winfried Schwarz
Probleme mit dem Datenschutz

Die Katholiken wählen.

Uwe Anspach

Bremen-Nord. Im Bistum Hildesheim werden am Wochenende, 10. und 11. November, die Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte neu gewählt. Damit sind auch die Katholiken in den drei Gemeinden des Dekanats Bremen-Nord aufgerufen, über die Zusammensetzung der Gremien für die kommenden vier Jahre zu entscheiden. Von den etwa 17 500 Katholiken in den drei Gemeinden sind rund 15 500 über 16 Jahre alt und somit stimmberechtigt.

Anders als noch bei den Wahlen im Jahre 2014 haben sich die drei nordbremischen Gemeinden entschieden, nicht mehr nach dem klassischen Verfahren Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte getrennt zu wählen. In den beiden städtisch geprägten Pfarreien St. Marien Blumenthal und Heilige Familie Grohn sind die Gemeindemitglieder dieses Mal zur Stimmabgabe für einen Pastoralrat aufgerufen. Dieser wird künftig unter der Leitung des jeweiligen Pfarrers die Aufgaben des bisherigen Vorstandes und des Pfarrgemeinderates übernehmen.

In der Pfarrei Heilige Familie Osterholz-Scharmbeck mit den Kirchorten St. Birgitta in Marßel, Lilienthal, Worpswede und Osterholz-Scharmbeck hingegen wird wie bislang ein gemeinsamer Kirchenvorstand gewählt. Mit einer weiteren Stimme können die Katholiken über lokale Teams abstimmen. Diese Gremien sind künftig für den eigenen Kirchort verantwortlich. Der übergeordnete Kirchenvorstand hingegen kümmert sich um alle rechtlichen und finanziellen Bereiche der Gesamtgemeinde.

In der Pfarrei Heilige Familie Grohn mit 5219 wahlberechtigten Mitgliedern bewerben sich 18 Kandidaten um die 14 Sitze im Pastoralrat. Die Blumenthaler Pfarrei – 4278 Wahlberechtigte – konnte für die zwölf Sitze 15 Kandidaten aufstellen. Die Pfarrei Heilige Familie Osterholz-Scharmbeck hingegen fand für die zwölf Mandate auch nur zwölf Bewerber. In die „Teams gemeinsamer Verantwortung“ sind jeweils sieben Gemeindemitglieder zu entsenden. Die Pfarrei zählt nach Angaben des Wahlvorstandes rund 6000 wahlberechtigte Katholiken. Die Wahllokale in den Gemeinden sind am Sonnabend und Sonntag jeweils 30 Minuten vor und nach den Gottesdiensten geöffnet.

Zu unterschiedlichen Interpretationen haben die aktuellen Datenschutzbestimmungen geführt. Kandidaten mussten eine Erklärung für die Bekanntgabe ihrer Bewerbung abgeben. Diese gilt jedoch nur für eine gemeindeinterne Bekanntgabe der Namen. In einem Fall musste die Bewerberliste aus dem Schaukasten der Gemeinde entfernt und im Kircheninnern ausgehängt werden. Eine andere Gemeinde musste alle Wohnortangaben von den Listen streichen. Dennoch finden sich von zwei Pfarreien die Kandidatenlisten mit Fotos im Internet wieder.

Die Richtlinien des Datenschutzes haben auch Auswirkungen auf die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Diese sind in den Gottesdiensten am Sonnabend und Sonntag, 17. und 18. November, zu vermelden und anschließend in den Kirchen auszuhängen. Eine öffentliche Bekanntmachung der Listen der Gewählten ist zumindest in einer der drei Pfarreien nicht vorgesehen.

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