Nabu sammelt Unterschriften Protest gegen Gewerbegebiet in Weyhe

Der Naturschutzbund Weyhe will die Erweiterung des Gewerbegebiets Dreye-West III verhindern. Demnach gebe es dort 45 gefährdete Tierarten - die Gemeinde widerspricht.
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Von Maike Plaggenborg

Handschriftlich wie auch online hat der Ortsverband des Naturschutzbundes (Nabu) in der Weyher Bevölkerung um die Stimmen von Menschen gegen die Erweiterung des Gewerbegebietes Dreye-West III gebeten und inzwischen hundertfachen Zuspruch erhalten. Mit den Unterschriften sprechen sich die Bürger für den Erhalt der Flächen aus, die seinerzeit für die Errichtung von Dreye-West zum Ausgleich geschaffen wurden. Es gebe 45 Rote-Listen-Arten in dem Gebiet nahe der Ochtum und damit in unmittelbarer Umgebung zu dem Areal, das künftig Gewerbegebiet werden soll, sagt Thomas Brugger, Vorsitzender des Weyher Nabu. Zu den Arten gehöre auch die Rohrweihe, deren Lebensraum der Verein durch die mögliche Erweiterung bedroht sieht (wir berichteten).

Auf Nachfrage gibt die Verwaltung an, bei mehreren Begehungen vor Ort zwischen April und Juni „alle in dem Gebiet lebenden Vögel identifiziert“ zu haben. „Das Fazit: Es ist nicht erkennbar, dass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände den Vollzug der Bauleitplanungen ausschließen“, teilt Matthias Lindhorst, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste der Gemeinde Weyhe, mit. Gegen die Erweiterung formiert der Nabu nun neuen Protest, jetzt in Form von gesammelten Unterschriften und parallel in einer Online-Petition.

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Das handschriftliche Ergebnis belief sich am Montagnachmittag auf eine Zahl von 753, wie Nabu-Schriftführerin Ulrike Buck sagt. In bisher drei Aktionen auf dem Kirchweyher Marktplatz beziehungsweise in direkter Nähe dazu habe der Verein diese eingeholt und „großen Zuspruch“ erhalten, wie Brugger sagt. Neben Nabu-Aktiven beteiligen sich mittlerweile auch Bürger daran, dass die Zahl der Unterzeichner zunimmt. „Wirklich erstaunlich“, kommentiert Buck das.

Doch mit den geschriebenen Gegenstimmen nicht genug. Daneben hat der Nabu eine Online-Petition mit Startschuss am 21. November gestartet. Sie hatte, ebenfalls am Montagnachmittag, 321 Unterstützer – 176 davon aus der Gemeinde Weyhe. Die übrigen könnten, so Brugger, aus allen Bundesländern kommen, viele wohl aber auch aus Nachbargemeinden, die „auch betroffen“ seien. Das Areal, das zur Erweiterung vorgesehen sei, grenze an die Brinkumer Marsch, aber auch an den Bremer Stadtteil Arsten, wo sich bereits Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben gegründet hätten, sagt der Vereinsvorsitzende.

Die Online-Petition auf der Website ist, ohne dass es die Initiatoren beeinflussen konnten, auf aktuell weitere sieben Wochen angelegt. Angesetzt ist zudem ein Quorum. Es „gibt für jede Petition an, wie viele Unterschriften aus der jeweiligen Region benötigt werden, damit Openpetition von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einfordert“, heißt es auf der Website, die das Verfahren anbietet. In Weyhe liegt diese Grenze bei 570. Wird diese erreicht, frage openpetition.de Stellungnahmen von Abgeordneten, in diesem Fall Bürgermeister Frank Seidel (SPD), an, die dann auf der Website veröffentlicht werden.

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Bis dahin aber dürfte eine Entscheidung in Sachen Dreye-West-III-Erweiterung gefallen sein. An diesem Dienstag, 3. Dezember, steht das Thema erneut auf der Tagesordnung in einem politischen Gremium. Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt behandelt den entsprechenden „Bebauungsplan Nummer 28 Dreye-West III – Erweiterung und 16. Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren“.

Dabei „wird es insbesondere um den Satzungs- und Feststellungsbeschluss zur vorgenannten Bauleitplanung gehen. Mit diesem Satzungsbeschluss wäre das Planverfahren der Gemeinde Weyhe zur Erweiterung von Dreye-West III grundsätzlich beendet“, teilt Lindhorst weiter mit. Die Sitzung beginnt an diesem Dienstag um 18.30 Uhr in der Mensa der Kooperativen Gesamtschule Kirchweyhe, Hauptstraße 99. Am Tag darauf wird das Thema erneut im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss behandelt und abschließend in der wiederum öffentlichen Ratssitzung am 18. Dezember, (18.30 Uhr, Ratssaal) diskutiert.

Weiter nachgefragt begrüße die Gemeinde Weyhe, „dass sich verschiedene Bürgerinnen und Bürger, aber auch Organisationen in die Bauleitplanung eingebracht haben“, so Lindhorst. Die Eingaben seien in der Bauleitplanung aufgegriffen worden und auch in die Abwägung eingeflossen. „Letztlich ist es nun an den politischen Gremien, zu entscheiden, ob man der vorliegenden Abwägungsempfehlung folgt und somit die Umsetzung des Vorhabens ermöglicht.“

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