Prüfung der Geschäftsbücher

Verden. Zur Rettung der in Liquiditätsnöten steckenden Aller-Weser-Klinik (AWK) soll die Gewerkschaft Ver.di in Sondierungsgespräche mit der Geschäftsführung einsteigen. Diesen Auftrag bekam die Verdener Gewerkschaftssekretärin Regina Morr in einer Ver.di-Mitgliederversammlung im Verdener Krankenhaus. "Wir warten jetzt auf einen Terminvorschlag der neuen Geschäftsführerin", so Morr.
06.04.2011, 05:00
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Von Johannes Heeg

Verden. Zur Rettung der in Liquiditätsnöten steckenden Aller-Weser-Klinik (AWK) soll die Gewerkschaft Ver.di in Sondierungsgespräche mit der Geschäftsführung einsteigen. Diesen Auftrag bekam die Verdener Gewerkschaftssekretärin Regina Morr in einer Ver.di-Mitgliederversammlung im Verdener Krankenhaus. "Wir warten jetzt auf einen Terminvorschlag der neuen Geschäftsführerin", so Morr.

In der Zusammenkunft sei "lebhaft diskutiert" worden, wie es zu dieser erneuten Schieflage kommen konnte, so Morr. "Die Beschäftigten wollen wissen, wo das Geld geblieben ist, auf das sie im Rahmen des ersten Zukunftssicherungstarifvertrags verzichtet haben." Schon von 2008 bis Februar 2011 haben die AWK-Mitarbeiter mit einem Einkommensverzicht von rund 2,4 Millionen Euro zur Rettung ihrer Jobs beigetragen. Der Gehaltsabschlag betrug je sechs Prozent in den ersten beiden Jahren und vier Prozent im dritten Jahr.

Der Betriebsrat der AWK habe nun ein Wirtschaftsprüfungsinstitut beauftragt, sich die letzten Geschäftsjahre genauer anzusehen. "Die Beschäftigten wollen wissen, was gut und was schlecht gelaufen ist", so Morr auf Anfrage. Bevor ein neuer, zweiter Zukunftssicherungstarifvertrag erarbeitet werde, wollten die Mitarbeiter wissen, woran es gelegen hat, dass der erste nicht funktioniert habe.

Wie berichtet, hat die Klinik in den letzten beiden Jahren ein Defizit von 4,8 Millionen Euro aufgetürmt. Jeden Monat gibt sie 300000 Euro mehr aus als sie einnimmt, räumt Landrat Peter Bohlmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats, ein. In zwei Betriebsversammlungen in Verden und Achim hat der frühere Geschäftsführer Olaf Klok versucht, den Mitarbeitern klar zu machen, wie sie dem kränkelnden Unternehmen helfen können: durch Lohnverzicht. Alle rund 650 Beschäftigten sollen zunächst für ein Jahr Gehaltsabschläge in Höhe von zehn Prozent leisten, hatte Klok vorgeschlagen.

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