Geschäftsbericht Qualität in dritter Generation

Die Igel-Bäckerei Holste eröffnet noch in diesem Jahr eine weitere Filiale – diesmal in Ottersberg. Die Traditionsbäckerei aus Sottrum setzt seit jeher auf „Natur pur“, ein Gütesiegel für das gesamte Sortiment.
09.03.2020, 15:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders

Rund, gesund und ziemlich lecker. Der Vollkorn-Igel, 1989 entwickelt, sei schnell zum Markenzeichen ihres Hauses und weit über den Landkreis hinaus bekannt geworden, beschreibt Petra Mendoza von der Igel-Bäckerei Holste ein kerniges Brot mit hoher Nährstoffdichte, das seitdem Tag für Tag in handwerklicher Backkunst gefertigt wird. Konservierungsstoffe und Treibmittel kämen bei der Herstellung auch aller anderen Produkte ebenso wenig zum Einsatz wie zum Beispiel Emulgatoren und gehärtete Fette. Auch Kuchen und Torten, teilweise versehen mit selbst gekochten Füllungen, werden so zum gesunden Erlebnis für den verwöhnten Gaumen. „Alle unsere etwa 80 Erzeugnisse werden mit eigenen Vor- und Natursauerteigen frisch gebacken“, erklärte die Marketingchefin der Sottrumer Traditionsbäckerei, die an sechs verschiedenen Standorten etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Darüber hinaus könnten die verwendeten Inhaltsstoffe erfragt oder im Produktkatalog nachgelesen werden, und unter dem Motto „Wissen, was drin ist“, wird wegen wachsender Lebensmittelunverträglichkeiten auch eine Allergenkennzeichnung vorgehalten. Doch zurück zur alten Bäckertradition. Im Zeitalter von Fertigungsstraßen und Importen aus dem benachbarten Ausland setzt die Igel-Bäckerei Holste seit Jahren auf „Natur pur“, ein Gütesiegel für das gesamte Sortiment.

Orientierung an der Bio-Verordnung

Die Vorgaben und Kontrollen orientieren sich an der Bio-Verordnung, ohne jedoch die biologische Anbauweise zu fordern, ist aus der Geschäftsführung zu hören. Die Einhaltung dieser Grundsätze wird vom Fresenius-Institut einmal jährlich unangemeldet überprüft. Nur, wer die Kontrollen besteht, darf das Siegel weiterhin führen. Das Qualitätsbewusstsein ihrer zahlreichen Kunden beschere ihnen nach wie vor gute Umsätze, zeigt sich Mendoza zufrieden und führt das Bäckereisterben, das sich seit Jahren beobachten lässt, auf Preiskämpfe zwischen Einzelhandel und Discountern zurück. „Wer nur auf billig setzt, kann nicht gewinnen“, ist die 42-jährige Mutter zweier Kinder überzeugt, „gute Qualität hat eben ihren Preis, und unsere Kunden akzeptieren das“.

Die Liebe zum Bäckerhandwerk ist seit Jahrzehnten in der Familie verwurzelt. Schon der Großvater von Jörn Holste, Unternehmenschef seit 2001, war Bäcker aus Leidenschaft. Sohn Hans tat es ihm gleich und vererbte Talent und Erfolgswillen wiederum an seinen Sohn, der die hohen Standards – gemeinsam mit den Mitarbeitern – stets im Auge behält. Extrem wichtig sei ihrem Mann zudem die Zufriedenheit seiner Leute, erklärt Petra Mendoza. Die Arbeit eines jeden werde wertgeschätzt, Gemeinschaft großgeschrieben. Nur auf diese Weise könne gewährleistet werden, dass auch die Teams in den Filialen in Rotenburg, Scheeßel, Hellwege, Ottersberg und Oyten mit Freude an die oft recht anstrengende Arbeit gingen. Dort wird teils selbst gebacken, die Belieferung mit den Rohlingen erfolgt derweil von der Zentrale aus mit eigenen Lkw.

Neuer Stützpunkt in Ottersberg

Auch der Senior, der im hohen Alter noch täglich nach dem Rechten sah, habe nach diesem Grundsatz gehandelt und eher geschmunzelt als getadelt, wenn, was selten vorkam, ein Blech Kuchen zu lange im Ofen und daher nicht mehr genießbar war. Ehefrau Luise, bis zum Jahre 2000 am Hauptsitz tätig, pflegte indes die Liebe zum Detail und sorgte damit für ein ansprechendes Umfeld im Laden und im dazugehörigen Café.

Als letztes Glied in der langjährigen Erfolgskette sieht Petra Mendoza die Übernahme der Ottersberger Bäckerei Seekamp. „Nach dem Umbau, der wahrscheinlich im Sommer abgeschlossen sein wird, werden wir dort über einen weiteren Stützpunkt verfügen und neben Brot und Brötchen süßes, aber auch herzhaftes Backwerk zum Verzehr vor Ort anbieten“ freut sich die Familie auf die Wiedereröffnung. Gleichzeitig sei damit jedoch ein Schlusspunkt erreicht, denn noch „größer werden möchten wir nicht“.

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