Anwohner klagen auf Stadtteilkonferenz über zunehmenden Lärm

Quartier mit Schönheitsfehlern

Achim. Dirk Ysker legte sich mächtig ins Zeug. Der Sozialarbeiter demonstrierte, wie eines der neuen Trimmgeräte funktioniert, angefeuert von den anderen Teilnehmern der Besichtigungstour im Rahmen der Stadtteilkonferenz. Hier, vor Ort in der Quartiersmitte, wo die Fortschritte des Programms "Soziale Stadt" greifbar sind, herrschte noch gute Stimmung. Hinterher, während der Sitzung in der Astrid-Lindgren-Grundschule, mischten sich in die Betrachtung der Entwicklung des Magdeburger Viertels auch kritische Töne.
25.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Quartier mit Schönheitsfehlern
Von Ralf Michel

Achim. Dirk Ysker legte sich mächtig ins Zeug. Der Sozialarbeiter demonstrierte, wie eines der neuen Trimmgeräte funktioniert, angefeuert von den anderen Teilnehmern der Besichtigungstour im Rahmen der Stadtteilkonferenz. Hier, vor Ort in der Quartiersmitte, wo die Fortschritte des Programms "Soziale Stadt" greifbar sind, herrschte noch gute Stimmung. Hinterher, während der Sitzung in der Astrid-Lindgren-Grundschule, mischten sich in die Betrachtung der Entwicklung des Magdeburger Viertels auch kritische Töne.

Dem langen, strengen Winter zum Trotz: Der Bauabschnitt "Erweiterung Spielgelände" für die Altersgruppe der zehn bis 18-Jährigen innerhalb des Gesamtkonzeptes "Soziale Stadtentwicklung Magdeburger Viertel" ist abgeschlossen. Auf der einen Seite neben dem Kleinspielfeld des Deutschen Fußballbundes gibt es jetzt einen Basketballplatz, auf der anderen eine Fläche mit mehreren Ballspielangeboten sowie Trimm- und Spielgeräten.

Das Ganze in einer so weit wie möglich offenen Sichtlinie zur Astrid-Lindgren-Grundschule. Auf deren Gelände sollen in Kürze weitere Spielmöglichkeiten entstehen, diesmal mit Blick auf die Altersgruppe sechs bis zehn Jahre.

Geplant ist, den angrenzenden Hügel zur Spielfläche umzugestalten, wobei die Fläche weitgehend naturbelassen bleibt, erklärte Simon Bauermeister von der "Gruppe Freiraumplanung" aus Langenhagen, die das Projekt im Auftrag der Stadt umsetzt. "Wir wollen den Hügel möglichst natürlich belassen, damit die Kinder da herumklettern können."

Auf eine große Hangrutsche, die in den Hügel integriert ist, dürfen sich die Kinder trotzdem freuen. Außerdem wird es eine Nestschaukel und einen Sandspielbereich zum Buddeln geben. "Naturspiel fürs Grundschulalter" bringt Achims Stadtplanerin Angelika Steinbach diesen Bauabschnitt auf eine griffige Formel.

An Steinbach war es auch, für weitere Wünsche um Geduld zu bitten. "Wo bleiben denn die geplanten Spiele für Senioren?", erkundigte sich eine ältere Teilnehmerin während der Besichtigung. Sei alles geplant, versicherte Steinbach. Ebenso wie eine weitere Spielfläche für Kleinkinder. Aber die Städtebaufördermittel könnten nun einmal nur scheibchenweise abgerufen werden. "Und wir haben ja noch drei Jahre." Die Senioren kämen voraussichtlich 2012 zum Zuge.

Für manche der Anwohner tut sich allerdings schon heute viel zu viel in der neuen Quartiersmitte. Ältere Jugendliche, die bis spät in den Abend hinein auf dem Kleinspielfeld lärmen - "das geht so gar nicht", entrüstete sich eine Frau. Ebenso ärgerlich sei der herumliegende Müll, ergänzte ein anderer Anlieger. Ein Thema, dass inzwischen wegen der offenen Bauweise auch den Schulhof der Grundschule erreicht hat, wie eine Lehrerin berichtete.

"Wir haben das im Blick und kümmern uns drum", versprach Angelika Steinbach und kündigte als Maßnahme gegen die nächtlichen Fußballer eine entsprechende Beschilderung an. Nur so hätte die Polizei eine Handhabe, um eingreifen zu können.

Kontroverse Meinungen gab es auch zu den anderen Themen der Stadtteilkonferenz - die Ansiedlung eines Supermarktes und das künftige Raumnutzungskonzept des Bürgerzentrums (BÜZ). Die Verwaltung schlägt vor, das heutige Haus der Projekte abzureißen und stattdessen am BÜZ anzubauen. 200 Quadratmeter Nutzfläche, die für einen Teil der bislang im Haus der Projekte untergebrachten Angebote wie "KinderWissen", Fahrradwerkstatt oder Frauenprojekte genutzt werden sollten.

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