Livesendung des MTV Nautilus

Radio zum Anfassen

Lemwerder. Seit September 2012 sendet der Radiosender des maritimen Traditionsvereins MTV Nautilus einmal monatlich über die Frequenzen von Radio Weser TV. Am Sonnabend feierte der Verein seine Premiere in der Begu Lemwerder.
28.07.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch
Radio zum Anfassen

Radio Nautilus live über den Äther aus der Begu: Moderator Olaf Jürß und der zweite Vorsitzende des MTV Nautilus Günter Naujoks (links) führen professionell durch die Sendung. Einer der thematischen Schwerpunkte war die Geschichte des Drachenfests in Lemwerder. ABÖ·

Seit September 2012 sendet der Radiosender des maritimen Traditionsvereins MTV Nautilus einmal monatlich über die Frequenzen von Radio Weser TV. Am Sonnabend feierte der Verein seine Premiere in der Begu Lemwerder.

Hektische Betriebsamkeit in der Begu Lemwerder. Noch 15 Minuten bis zur Livesendung von Radio Nautilus, doch das benötigte WLAN-Signal für den Computer von Moderator Olaf Jürß ist noch leidlich schwach. „Wir könnten noch ein Langkabel irgendwo hinlegen“, schlägt Begu-Chef Dieter Seidel vor. Schließlich wird draußen auf einer Bank mit Blick auf den blühenden Innenhof der Begu Platz genommen. Ein Mischpult, Notebook, Kopfhörer und Mikrofone – mehr Utensilien sind nicht nötig für die allmonatliche Radioshow des MTV (Verein Maritime Tradition) Nautilus. Nach Übertragungen von der Vegesacker Signalstation, der Barkasse „Vegebüdel“ oder der „Boatfit“ in Bremen berichten Moderator Olaf Jürß und der 2. Vorsitzende des MTV, Günter Naujoks, dieses Mal live aus der Begu. Zu den Fans der maritim geprägten Show zählt sogar ein Stammhörer aus Australien, der Teile der Sendung mit Genehmigung seinerseits für eine Radioshow verwendet.

Mit den beiden anstehenden Großereignissen – dem Festival Maritim und den „Drachen über Lemwerder“ – hat man gleich zwei interessante Themenblöcke gefunden. Ein Skript gibt es nicht, man plaudert spontan drauflos. Nach einem Abriss über die Entstehung des Ritzenbütteler Sands skizziert Seidel die Geschichte der aus einem Jugendprotest entstandenen Begu. „Das Haus wurde nach den Umbauten immer attraktiver, im Nordwesten haben wir in Sachen Kabarett inzwischen ein große Renommee“, freut sich der Leiter der Kultureinrichtung und berichtet von der geplanten Neueröffnung des hauseigenen Cafés im Herbst, das von Menschen mit Handicap geleitet werden soll.

Rund um die Geschichte des Drachenfests, zu dessen 23. Auflage vom 15. bis zum 17. August wieder Gäste aus England, den Niederlanden und Frankreich erwartet werden, hat Seidel allerlei Anekdoten beizusteuern. „Ich hatte mich erinnert, wie ich als Kind Drachen steigen lassen habe und mit dem Inhaber des Zubehörgeschäfts ,Drachenhöhle‘ im Schnoor überlegt, ob wir auf den brachliegenden Flächen in Lemwerder was machen könnten“. Bereits im ersten Jahr seien dann über 2000 Zuschauer gekommen: „Das hat uns total überrannt“. Mittlerweile würden nicht nur die Lemwerderaner, sondern auch etliche Nordseeurlauber ihren Urlaub rund um das Festival planen. Wind, gutes Wetter und der unermüdliche Einsatz der 180 ehrenamtlich tätigen Mitglieder seien die Zutaten für ein gelungenes Fest.

Moderator Olaf Jürß entlockte dem langjährigen Begu-Chef Anekdoten über den größten Drachen der Welt, den man einst mit Hilfe von Traktoren in den Himmel bugsiert hatte, und über den Beginn der legendären Nachtflugshows. „Statt Pyrotechnik und LED lagen die Feuerwehrleute auf dem Boden mit Scheinwerfen“, schmunzelt Seidel. Der familiäre Charakter der Veranstaltung offenbare sich auch in kleinen Neckereien. „Einmal hatte ich einen Termin mit Sponsoren und ein blütenweißes Hemd an. Da haben mich Kollegen kurz davor vollgespritzt. Ich war sauer ohne Ende – bis ich erfahren habe, dass das Zaubertinte war“, erinnert sich Seidel.

Günter Naujoks berichtet von den Highlights zum Festival Maritim, das vom 1. bis zum 3. August in Vegesack stattfinden wird. Den Besuchern des Shantyfestivals empfiehlt er den Gesang der Chöre auf den Fähren und die Möglichkeit, am Sonntag den ehemaligen Vulkanschlepper Regina besichtigen zu können.

Während Naujoks gerade mit dem Mikro in der Hand die Vorzüge der Kleeblattroute „Vier auf dem Rad“ preist, klingelt plötzlich sein Handy laut und vernehmlich mit dem Klingelton „Opa Telefon“. Doch davon lässt sich niemand aus der Ruhe bringen. Unaufgeregt, flüssig und professionell führen die Akteure durch die Sendung.

Hobby-DJ Olaf Jürß plant demnächst eine Produktionsfirma für Filmmusiken und präsentiert auf Radio Weser TV auch eine Sendung mit elektronischer Musik. An diesem Tag spielt der Grohner aus seinem Laptop zwischen den Gesprächsblöcken Titel von den Shantyrockern Santiano ein, aber auch experimentelle französische Stücke und einen zum Drachenfest passenden Song namens „Up in the Air“. Dann sind die zwei Stunden vorbei. „Wir kommen gern noch mal vorbei, ist ja wirklich schön hier“, sagt Jürß. Im September feiert Radio Nautilus zweijähriges Bestehen. Dann ist auch Co-Moderatorin Anke Krohne wieder mit von der Partie.

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