Gnarrenburg

Randale beim Wohnmobil-Treffen

Gnarrenburg. Zum 19. Mal richtete der Touristikverein in Gnarrenburg das Treffen für Wohnmobilfahrer aus. Diesmal wurde das Treffen jedoch durch randalierende und pöbelnde Jugendliche überschattet.
02.01.2014, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Von INGRID MAHNKEN
Randale beim Wohnmobil-Treffen

Verschnaufpause am Oste-Hamme-Kanal: Der Touristikverein Gnarrenburg zog, unterstützt vom Wirtschafts-Interessen-Ring, alle Register, um den Wohnmobilisten unvergessene Tage zum Jahreswechsel zu bescheren.

Ingrid Mahnken

Zum 19. Mal richtete der Touristikverein in Gnarrenburg das Treffen für Wohnmobilfahrer aus. Diesmal wurde das Treffen jedoch durch randalierende und pöbelnde Jugendliche überschattet.

Bereits zum 19. Mal richtete der Touristikverein in Gnarrenburg das Wohnmobil-Treffen aus. 160 reiselustige Kurzurlauber wollten den Jahreswechsel wieder in der Moormetropole feiern. Einziger Wermutstropfen war eine Gruppe Jugendlicher, die zwei Nächte vor dem Jahreswechsel auf den Plätzen randalierten, Stromkabel zerstörten, ein Fahrzeug erheblich beschädigten und die Camper massiv beschimpften. Die Polizei, die mit drei Streifenwagen Präsenz zeigte und bereits fünf der Täter, einer blieb bisher noch unerkannt, ermittelt hat, sorgte schnell für Ruhe. Dennoch breitete sich unter den vorwiegend älteren Besuchern Panik aus. Die ersten von ihnen waren so geschockt, dass sie vorzeitig abreisten.

„Das sind keine dummen Jungenstreiche mehr“ zeigte sich Ulrich Hartmann, zweiter Vorsitzender des Touristikvereins und Initiator des Silvestervergnügens, frustriert. „Wir werden jeden Platz einzeln bewachen, das kostet uns ein Wahnsinnsgeld, das haben wir diesen Chaoten zu verdanken.“ Auch die Polizei versprach, verstärkt Präsenz zu zeigen. „Es ist einfach schade um diejenigen, die so viel auf die Beine gestellt haben, um uns ein paar unvergessene Tage zu bescheren“, so der Tenor der Wohnmobilisten, die sich aber dennoch die Stimmung nicht vollends vermiesen ließen.

Monatelange Vorbereitung

Seit Mitte des Jahres haben sich die Touristiker, allen voran Ulrich Hartmann, maßgeblich unterstützt durch Melanie Werner und Christina Hannuß, Flyer erstellt und an ihre Stammkunden geschickt, in Fachzeitschriften inseriert, einen großen Teil ihrer Freizeit geopfert und ein Verwöhnprogramm auf die Beine gestellt, das ein unvergessenes Silvestervergnügen versprach. Bereits einen Tag vor dem Heiligen Abend reisten die ersten Wohnmobillisten an. Am zweiten Weihnachtstag waren dreiviertel der Besucher, viele von ihnen „Wiederholungstäter“, in der Moormetropole eingetroffen. An der Schule im Ortszentrum, der Außenstelle am Brilliter Weg und vor den Toren des Rathauses, fanden sie optimal vorbereitete Stellplätze. Ein Begrüßungskomitee hieß die reisefreudige Schar in der Gnarrenburger Festhalle willkommen.

„Es scheint ja halb Deutschland hier zu sein“, freute sich Gemeinde-Bürgermeister Axel Renken. Er lobte den aktiven Touristikverein für sein großes, ehrenamtliches und persönliches Engagement. Ortsbürgermeister Ralf Rimkus freute sich, dass die „weiße Armada“ in der Zeit, in der es in Gnarrenburg eher ruhig zugehe, für Leben sorge.

Nach der Vorstellung der Regularien startete das Verwöhnprogramm für die Besucher. So konnten sie sich an diesem Abend mit Schweinshaxe und Kraut stärken und von einer lukrativen Tombola, von der örtlichen Kaufmannschaft gespendet, profitieren.

Auch die folgenden Tage waren mit Aktivitäten gefüllt. Shoppingtouren durch die örtlichen Geschäfte, Hüttenkartoffel-Essen, Geocoaching, Kutschfahrt, Boßel-Turnier, der Besuch des Glasmuseums und eine Grünkohlwanderung gehörten zum Programm. Hinrich Dammann, zweiter Vorsitzender des Heimatsvereins aus Augustdorf, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird. Es mache ihm einfach Spaß, die Gruppe bei ihren Aktivitäten zu begleiten. Die Kurzurlauber zeigten reges Interesse an der Geschichte, Kultur und einzigartigen Natur des Teufelsmoores. Und da waren sie bei ihm genau an der richtigen Adresse. Sein zweites Zuhause ist quasi der benachbarte Moorhof auf dessen musealen Anlage er sich bestens auskennt.

Krönender Abschluss der ereignisreichen Tage bildete der Silvesterball im Gasthof Ahrens in Kuhstedt. Nach einem gemeinsamen zünftigen Neujahrsfrühstück hieß es anschließend Abschied nehmen, mit der Hoffnung verbunden, dass die Wohnmobilisten auch zum kommenden Silvestertreffen, das sich dann zum 20. Mal jährt, wieder Gnarrenburg mit Leben füllen werden.

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