Familie Recker aus Huxfeld züchtet Minishetties / Robuste Tiere wurden früher als Grubenpferde eingesetzt „Rasenmäher“ mit Kuschelfaktor

Grasberg. Eigentlich sollte Minishettie Winniepuh nur einem deutschen Reitpony Gesellschaft leisten. Dann aber sprang der Funke bei Janet Recker über, und der Wunsch nach einem neuen Reitpferd trat schnell in den Hintergrund. "Die kleine Stute machte soviel Spaß, davon brauchen wir mehr", hieß es nach kürzester Zeit. Mittlerweile stehen rund um das Haus von Günter und Janet Recker auf den Huxfelder Weiden Steward, Colourful’s Daiquiri, Giovanna, Winniepuh, Drops, Zillia und Zantia. Den Namenszusatz "vom Dannbarg", das als Suffix im englischen "Central Prefix Register" eingetragen ist, erhalten die aus eigener Zucht stammenden Fohlen wie Tamino und Zantia von Günter und Janet Recker als Hommage an ihre Huxfelder Heimat.
02.06.2013, 05:00
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Von Sabine Von Der Decken

Grasberg. Eigentlich sollte Minishettie Winniepuh nur einem deutschen Reitpony Gesellschaft leisten. Dann aber sprang der Funke bei Janet Recker über, und der Wunsch nach einem neuen Reitpferd trat schnell in den Hintergrund. "Die kleine Stute machte soviel Spaß, davon brauchen wir mehr", hieß es nach kürzester Zeit. Mittlerweile stehen rund um das Haus von Günter und Janet Recker auf den Huxfelder Weiden Steward, Colourful’s Daiquiri, Giovanna, Winniepuh, Drops, Zillia und Zantia. Den Namenszusatz "vom Dannbarg", das als Suffix im englischen "Central Prefix Register" eingetragen ist, erhalten die aus eigener Zucht stammenden Fohlen wie Tamino und Zantia von Günter und Janet Recker als Hommage an ihre Huxfelder Heimat.

Obwohl die Pferdezwerge nur ein Höchststockmaß von 87 Zentimetern haben, stehen die Minishetties ihren großen Verwandten in nichts nach. Die Huxfelder Züchter gehen mit den Pferdezwergen spazieren, spannen sie vor einen leichten Sulky und im Winter vor den Schlitten. "Menschen verbinden mit Pferden automatisch das Reiten. Minishetties bieten aber so viel, dass man das Reiten darüber ganz vergisst", erklärt Janet Recker. Als geeignet für angstfreien Erstkontakt mit gutartigem Temperament, Familiensinn und Verantwortungsgefühl beschreibt die Huxfelder Züchterin liebevoll ihre Shetties. Störrisch und bockig werden sie nur, wenn sie unterfordert sind. Dann bedienen die als "Rasenmäher", Beistellpferd oder Kuscheltier angeschafften Kleinpferde alle gängigen Klischees.

Als sehr unterschätzt bezeichnen die Huxfelder Züchter die ursprünglich von den Shetlandinseln stammenden, für die Jagd, Bodenbearbeitung und als Tragetier eingesetzten Ponys. "Das verdienen sie nicht." Die während der industriellen Revolution in England im Untertageabbau als Grubenpferde eingesetzten Shetlandponys seien sehr robust, ausdauernd und vor allem intelligent.

So hilft der dreijährige Ponyhengst Tamino vom Dannbarg beim Aufräumen seiner Weide kräftig mit. Er sammelt gemeinsam mit Janet Recker Birkenzweige auf und bringt in Erwartung auf eine Belohnung den Eimer, in dem sich sonst Leckereien befinden. Mit ihrer liebevollen Art und Ausstrahlung, so Janet Recker, sorgen sie jeden Tag aufs Neue dafür, dass ihr das Herz aufgeht. Um mit ihnen auf Augenhöhe zu sein, muss Janet Recker auf die Knie gehen. Und so sind Pferdestall und Zubehör auch in Liliputgröße. Wer allerdings glaubt, die Kosten befänden sich ebenfalls in dieser Größenordnung, irrt. Ob Tierarzt oder Hufschmied, die Kosten seien denen eines Großpferdes vergleichbar.

Bislang nahmen die Huxfelder weite Wege auf sich, um ihre Kleinpferde bei Hengstkörungen und Stutenschauen vorzuführen. Zum ersten Mal stellen die Reckers nun ihre Ponys direkt vor der Haustür aus. Bei der 10. Stutenschau der Interessengemeinschaft der Shetlandponyzüchter und Liebhaber IGS zeigen sie während der diesjährigen Tarmstedter Ausstellung im Juli Zillia, Staatsprämienstute und Siegerstute der Bezirksstutenschau, und mit der daraus gezogenen einjährigen Zantia vom Dannbarg ihre große Hoffnung.

Mit dem Reiten haben Günter und Janet Recker mittlerweile komplett aufgehört, vermissen es aber überhaupt nicht. Denn ihre Ponys brauchen mindestens soviel Aufmerksamkeit wie Großpferde.

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