Politiker kämpfen geschlossen gegen Änderung des Fahrplans Rat fordert Frühzug für Hambergens Pendler

Hambergen. Ab Dezember schauen die Pendler in Lübberstedt und Oldenbüttel dem Frühzug, der sie bis dahin täglich zur Arbeit nach Bremen gebracht hat, hinterher. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) hat ihn aus dem Fahrplan 2011 gestrichen.
17.06.2010, 05:00
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Rat fordert Frühzug für Hambergens Pendler
Von Brigitte Lange

Hambergen. Ab Dezember schauen die Pendler in Lübberstedt und Oldenbüttel dem Frühzug, der sie bis dahin täglich zur Arbeit nach Bremen gebracht hat, hinterher. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) hat ihn aus dem Fahrplan 2011 gestrichen - und durch einen Regional-Express ersetzt. Doch der soll auf seinem Weg von Bremerhaven nach Bremen nur noch in Osterholz-Scharmbeck halten. Das stößt den Ratsmitgliedern der Samtgemeinde sauer auf. Während ihrer jüngsten Sitzung haben sie einstimmig ein Schreiben verabschiedet, in dem sie von der LNVG fordern, 'einen Zug in den Morgenstunden zwischen 4.07 und 5.28 Uhr ab Bremerhaven-Lehe einzusetzen, der auch in Lübberstedt und Oldenbüttel hält'.

Es ist nicht der erste Brief, der aus Hambergen an die LNVG geht. Bereits am 28. Mai hatte sich die Verwaltung mit identischem Anliegen an die Gesellschaft gewandt. Ohne Erfolg. Zwischenzeitlich hat die SPD vorgeschlagen, dass sich auch der Samtgemeinderat für eine Wiederherstellung der Frühzug-Verbindung stark machen soll. Sie beantragte die Verabschiedung einer Resolution. Die Gruppe UKA, FDP und Wählergemeinschaft formulierte ebenfalls ein Schreiben. Die Inhalte beider hat die Verwaltung nun in dem Brief zusammengefasst und um eigene Punkte ergänzt.

'Argumente sind schon viele ausgetauscht worden', bemerkte Friedhelm Lütjen, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. Seine Hoffnung ruht daher auf einem Aspekt: Die LNVG halte ihre Stundentakt-Zusage, die sie sich selbst auferlegt habe, in Oldenbüttel und Lübberstedt nicht ein, so Lütjen. Zwischen dem 4.07 Uhr-Zug und dem 5.28 Uhr-Zug aus Bremerhaven-Lehe, der in beiden Bahnhöfen hält, lägen mehr als 60 Minuten. Darauf müssten sie die LNVG festnageln, sagte er: 'Auf die Antwort bin ich gespannt.'

Über alle Fraktions- und Gruppen-Grenzen hinweg stimmten die Ratsmitglieder dem Schreiben zu. In der Sache waren sie sich einig - der Frühzug, der bisher um 4.54 Uhr ab Lehe fährt, muss weiterhin in Oldenbüttel und Lübberstedt halten. 'Ein Zug, der nicht hält, widerspricht seiner Funktion und Aufgabe', argumentierte die Gruppe. Geschlossen wies das Gremium darauf hin, wie wichtig diese Anbindung für die Pendler sei und dass ein Umsteigen auf eine frühere Verbindung für sie eine unzumutbare Härte darstelle. Der Rat fürchtete, dass vielen Pendlern nichts anderes übrig bliebe, als aufs Auto umzusteigen - und das stehe nicht jedem zur Verfügung beziehungsweise sei nicht für alle bezahlbar. Unterm Strich würde die Entscheidung der LNVG zu einem Attraktivitätsverlust der Samtgemeinde führen. 'Unsere Bemühungen, unseren Ort attraktiver zu gestalten, werden mit Füßen getreten', sagte Wilfried Fischer (SPD). Das will der Rat nicht hinnehmen.

Auch mahnte er mehr Solidarität mit der Samtgemeinde seitens des Landkreises an - und forderte die Verwaltung auf, Kontakt zu den anderen Gemeinden entlang der Bahnstrecke aufzunehmen, die ebenfalls vom Fahrplanwechsel betroffen sind.

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