Umbau der Kreisgesamtschule Hambergen Rat investiert in die Zukunft

Hambergen. Die Tage der zugigen Aula der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Hambergen sind gezählt. Der Samtgemeinderat hat den 2,3 Millionen Euro teuren Umbau der Gesamtschule beschlossen. Die Entscheidung ist jedoch umstritten.
04.03.2010, 18:40
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Rat investiert in die Zukunft
Von Brigitte Lange

Hambergen. Die Tage der zugigen Aula der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Hambergen sind gezählt. Der Samtgemeinderat hat mit 15 Stimmen - SPD, Gruppe (FDP/UKA/Wählergemeinschaft) und einem CDU-Mitglied - den Haushaltsplan für 2010 verabschiedet. Gegen den Willen von fünf Ratsmitgliedern stimmten sie damit gleichzeitig für den 2,3 Millionen Euro teuren Umbau der Gesamtschule. Aus Sicht der Befürworter ist die Investition unvermeidlich. Die Gegner sprechen von einem sehr großen finanzpolitischen Fehler.

Gleich in mehrfacher Hinsicht ist der Haushalt 2010 eine Premiere. Erstmals in ihrer Geschichte gelingt es der Samtgemeinde nicht, die Ausgaben zu decken. 470000 Euro weniger stehen ihr dafür zur Verfügung. Zwar konnte sie das Minus reduzieren. Am Ende ist ein Fehlbetrag von rund 300.000 Euro stehen geblieben. Kredite müssen aufgenommen werden. Ein Haushaltssicherungskonzept mit Sparmaßnahmen wurde erstellt - eine 'Giftliste', an deren Ende die Einheitsgemeinde steht.

'Das ist kein hausgemachtes Problem', sagte Samtgemeindebürgermeister Bernd Lütjen. Hambergen habe stets mit Augenmaß gehandelt. Aber: 'Wir haben immer mehr Aufgaben übergestülpt bekommen', zeigte er auf Hannover. Statt die dafür benötigten Mittel zu erhalten, käme seit Jahren prozentual gesehen weniger Geld bei den Gemeinden an. Ohne diese Entwicklung gebe es im Haushalt keinen Fehlbetrag. Da auch das Schulwesen zu ihren Pflichten gehöre, könne sich die Samtgemeinde nun nicht einfach zurücklehnen und mit dem Umbau auf bessere Zeiten warten. Eine Anspielung. Denn erstmals in der Geschichte der Samtgemeinde stimmten nicht alle Politiker für, sondern fünf von sechs CDU-Fraktionsmitglieder gegen den Haushalt.

'Der Entwurf sieht einen großen Schritt in die Verschuldung vor', hielt Sigrid Menning dagegen. Inklusive Ausstattung müssten 2,5 Millionen Euro für den Umbau aufgenommen werden. Mit jährlichen Zinsen und Tilgung von rund 140000 Euro würde sich die Samtgemeinde über 20 Jahre schwer belasten. 'Wie handlungsfähig ist die Samtgemeinde dann noch?', fragte Menning. Auch gehe sie nicht davon aus, dass das Haushaltssicherungskonzept nur auf dem Papier Bestand habe. 'Je mehr wir uns verschulden, desto härter werden die Einschnitte sein - bis hin zur Einheitsgemeinde', sagte sie. Und sie wüssten, wie die CDU dazu stehe, wandte sie sich an ihre Ratskollegen. Daher sei die CDU zu diesem Schritt mehrheitlich nicht bereit.

Aula hätte saniert werden müssen

'Die KGS ist lebensnotwendig für die Kommune', wandte Katja Barz (Gruppe/UKA) ein. Sie müssten dafür sorgen, dass die Schule konkurrenzfähig bliebe. 'Es ist eine gewaltige Investition. Aber es ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und unserer Gemeinde.' Über alle Bedenken hinweg hätte die Gruppe sich daher entschlossen, dem Haushalt zuzustimmen. Außerdem, würden sie mit den Umbau-Aufträgen, helfen, Arbeitsplätze zu erhalten.

Seine Fraktion sei überzeugt, dass es keinen anderen Weg gibt, sagte Willi Reitzig (SPD). Bereits heute findet an drei Tagen Nachmittagsunterricht an der KGS statt, mit der Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren verschärft sich die Situation. Die Mensa müsse daher geschaffen werden. 'Bei allen Bemühungen um Einsparungen, sehen wir keine andere Möglichkeit als zu investieren', so Reitzig. 'Verbauen Sie den Kindern nicht ihre Zukunft', bat Otto Mester (SPD) die CDU nachdrücklich, die Hand für den Haushalt und den KGS-Umbau zu heben. Doch nur Arend Wehmann (CDU) schwamm gegen den Fraktionsstrom. Es ginge schließlich um Bildung. 'Und die Aula hätte sowieso gemacht werden müssen', erinnerte er an den maroden Zustand des Gebäudes und die 1,6 Millionen Euro, die allein eine Sanierung gekostet hätte. Nun wird die Aula abgerissen, um Platz für Mensa, Mediathek, Räume und Fahrstuhl zu machen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+