Unterirdische Einblicke

Regenwassergewinnung für Waschstraße

Osterholz-Scharmbeck. Einblicke in die unterirdischen Anlagen einer Auto-Waschstraße bieten sich derzeit hinter der Aral-Tankstelle an der Ritterhuder Straße. Dort wird die neue textile Waschstraße des Autocenters Schmolke gebaut.
14.08.2014, 19:00
Lesedauer: 2 Min
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Regenwassergewinnung für Waschstraße
Von Michael Rabba
Regenwassergewinnung für Waschstraße

Anlagen zur Regenwassergewinnung und zur Aufbereitung von Waschwasser werden derzeit für die neue Waschstraße der Schmolke-Tankstelle installiert.

Michael Rabba

Einblicke in die normalerweise nicht zu sehenden unterirdischen Anlagen einer Auto-Waschstraße bieten sich derzeit hinter der Aral-Tankstelle an der Ritterhuder Straße. Dort wird die neue textile Waschstraße des Autocenters Schmolke gebaut. Mit „Umwelttechnik auf dem allerneuesten Stand“, wie Tankstellen-Geschäftsführer Markus Schmolke betont.

Hinter der Aral-Tankstelle des Autocenters Schmolke an der Ritterhuder Straße haben die Bauarbeiten für die neue Waschstraße des Unternehmens begonnen. Installiert werden zunächst die unterirdischen Anlagen für die Regenwasser-Rückgewinnung und die Wasseraufbereitung, erläutert Tankstellen-Geschäftsführer Markus Schmolke auf Nachfrage unserer Zeitung.

Pro Auto würden bei einem Waschgang rund 800 Liter Wasser benötigt. 95 Prozent davon könnten in der neuen Aufbereitungsanlage recycelt werden. Auch das gewonnene Regenwasser komme zum Einsatz. Die neue Technik, die jetzt installiert wird, reinige das Waschwasser ganz besonders gut, sagt Markus Schmolke. Und auch umwelttechnisch seien die Anlagen auf dem „allerneuesten Stand“.

Die neue Textilwaschstraße wird rund 32 Meter lang und „komplett in Edelstahl“ ausgeführt. Sie biete auch eine „Wahnsinnstrockung“, erläutert Markus Schmolke. Im Zuge der Baumaßnahme entstehen weiterhin ein zusätzlicher Freiwaschplatz (dann gibt es auf dem Gelände der Tankstelle zwei Plätze) sowie zwei zusätzliche Waschboxen (dann sind es sechs). Außerdem werde eine Waschanlage mit einer Durchfahrtshöhe von 3,20 Metern gebaut, in der zum Beispiel Wohnmobile und Sprinter-Hochdächer gewaschen werden können, wie der Geschäftsführer der Tankstelle weiter erläutert.

Doch damit nicht genug: In einem großen neuen Technikraum werde auch ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk installiert, so Markus Schmolke. Dieses soll die Mercedes-Werkstatt und die Tankstelle mit Strom versorgen. Die bei der Stromproduktion anfallende Wärme werde bei der Fahrzeugwäsche eingesetzt. Das Blockheizkraftwerk bringe eine erhebliche Energie- und CO2-Einsparung, betont Markus Schmolke. „Wir hoffen, dass bis Anfang November alles fertig ist.“

Begonnen hatten die Planungen für die neue Waschstraße bereits im Oktober vergangenen Jahres. Schmolke bekam Rückendeckung von der Politik und beauftragte ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung der Unterlagen für die nötige Änderung des Flächennutzungsplans und einen Bebauungsplan. Im Juli war dann alles beschlussreif, und der Stadtrat segnete das Bauvorhaben ab. Bereits in den Ausschussberatungen hatten sich die Ratspolitiker positiv geäußert. Schmolke sei ein „Aushängeschild für die Stadt“, meinte etwa Wilfried Pallasch (Bürgerfraktion). „Da entsteht etwas Gutes am Eingangstor zur Stadt“, sagte Jörg Monsees (SPD). „Die Eingriffe sind moderat und verträglich“, fand Hans-Hermann Tietjen (CDU).

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