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In Blocken, Heiligenrode und Moordeich
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2,3 Millionen Euro für den Kita-Ausbau

Claudia Ihmels 16.05.2019 0 Kommentare

Der Anbau an die Dorfschule Blocken wird in den kommenden Monaten umgebaut, damit dort ein Kindergarten mit zwei Gruppen untergebracht werden kann. Die eigentliche Dorfschule (linker Gebäudeteil) kann weiterhin vom Verein Dorfschule Blocken für
Der Anbau an die Dorfschule Blocken wird in den kommenden Monaten umgebaut, damit dort ein Kindergarten mit zwei Gruppen untergebracht werden kann. Die eigentliche Dorfschule (linker Gebäudeteil) kann weiterhin vom Verein Dorfschule Blocken für Aktivitäten genutzt werden.  (Claudia Ihmels)

Stuhr. Es muss schnell gehen. Schließlich fehlen in Stuhr für das kommende Kita-Jahr noch 93 Kindergartenplätze. Um möglichst vielen der betroffenen Familien doch noch – wenn auch nicht gleich nach den Sommerferien – einen Platz anbieten zu können, werden nun in Blocken und in Heiligenrode neue Einrichtungen für Drei-bis Sechsjährige entstehen. Dafür hat sich am Mittwochabend der Rat der Gemeinde Stuhr ausgesprochen. Beschlossen wurde ebenfalls der Anbau an die Kindertagesstätte Moordeich, der aber erst zum Kita-Jahr 2020/2021 fertig sein wird. Insgesamt fallen für alle drei Projekte damit außerplanmäßige Ausgaben von über 2,3 Millionen Euro an. Dazu kommen laufende Kosten von zusammen rund 900 000 Euro pro Jahr.

Während der Anbau in Moordeich im Ausschuss vorberaten worden war (wir berichteten), wurden die neuen Kitas in Blocken und Heiligenrode nach dem nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss direkt im Rat diskutiert. „Wir müssen Plätze schaffen, um den Bedarf zu decken“, sagte Kerstin Frohburg, Fachdienstleiterin für Bildung, Jugend und Sport. Das gehe schnell nur in bestehenden Gebäuden im Besitz der Gemeinde. Fündig geworden sei man zum einen in einem Anbau an die Dorfschule Blocken. Das Erdgeschoss ist bislang als Wohnung vermietet, das Obergeschoss steht weitgehend leer. Im Erdgeschoss sollen nun ein Gruppenraum für eine Integrationsgruppe, ein Sanitärraum, ein Garderobenbereich, das Leitungsbüro, ein Differenzierungs- beziehungsweise Ruheraum, Mitarbeiter-Toiletten und eine Küche eingerichtet werden. Im Obergeschoss sind ein weiterer Gruppenraum für eine Regelgruppe mit 25 Plätzen sowie ein Sanitärraum, eine Garderobe und ein Mitarbeiterzimmer geplant. Die Kosten für den Umbau liegen laut Frohburg mit 1,16 Millionen Euro auch wegen des Alters des Gebäudes so hoch, unter anderem muss das Dach saniert werden. Dazu kommen rund 80 000 Euro für die Ausstattung. „Beim Außengelände sind eventuell noch Einsparungen möglich“, griff sie der späteren Diskussion über die dafür veranschlagten rund 150 000 Euro vor. Die ersten Kinder sollen in Blocken ab Januar 2020 betreut werden.

Mit rund 260 000 Euro wesentlich günstiger wird der Umbau in Heiligenrode. Dort wird die Gemeinde in einem an die Grundschule angrenzendem Gebäude zwei Kindergartengruppen einrichten, 50 Kinder sollen dort in zwei Regelgruppen betreut werden. Zu den Umbaukosten kommen rund 60 000 Euro für die Ausstattung. Auch hier werden Ober- und Untergeschoss für die neue Einrichtung mit dem Arbeitstitel Kita Heiligenrode-Klosterplatz genutzt. „Dort haben bislang Künstlerinnen ihre Ateliers, ihnen mussten wir kündigen“, so Frohburg. Bereits im Oktober 2019 soll die Kita ihren Betrieb aufnehmen. 

Aus dem Publikum meldete sich Horst True aus Blocken zu Wort. „Es hat sich ja alles zur Zufriedenheit entwickelt, das hätten wir schon früher haben können“, spielte er darauf an, dass der Verein Dorfschule Blocken und viele im Dorf befürchtet hatten, dass die alte Schule zur Kita umgebaut wird. 2010, als die Dorfschule acht Wochen als Kita genutzt wurde, weil sich die Fertigstellung der Kita Moordeich verzögert hatte, sei der damalige Bürgermeister Cord Bockhop gekommen und „hat uns das alles erklärt“. „Wenn das jetzt auch passiert wäre, hätten wir diese ganze Aufregung gar nicht gehabt“, kritisierte er. Tatsächlich soll die bisherige Nutzung der Schule durch den Verein „weiterhin im bisherigen Umfang möglich“ sein, heißt es in der Vorlage.

Gerd-Wilhelm Bode (Besser) war mit der Investition von 1,2 Millionen Euro nicht einverstanden, „schon gar nicht“ mit den 150 000 Euro für das Außengelände. „Vielleicht können wir in Stuhr ja auch mal mit einer Drei-Sterne-Kita zufrieden sein“, sagte er. Über die Kosten für das Außengelände will auch Frank Schröder (CDU) noch „gewaltig diskutieren“. Für Kristine Helmerichs (Grüne) sind die gefundenen „Lösungen unter den gegebenen Umständen nahezu ideal“. Und sie fügte hinzu: „Ich glaube, dass es Blocken gut tun wird, für viele Jahre einen Kindergarten zu haben.“ Alexander Carapinha Hesse (FDP) freute sich, dass die neuen Plätze so schnell geschaffen werden können. Er dankte ebenso wie Susanne Cohrs (SPD) den Künstlerinnen und dem Dorfschul-Verein für das Verständnis. „Es gibt nun mal einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz“, sagte sie. 

Dass Plätze geschaffen werden müssen, sah auch Bode so, legte aber nach: „Ich will wissen, wie die Bausubstanz ist, bevor wir Millionen investieren.“ Frohburg antwortete: „Es ist uns bescheinigt worden, dass wir das guten Gewissens machen können.“ Finn Kortkamp (CDU) wollte wissen, welche weiteren langfristigen Ausbaupläne es in Sachen Kita-Plätze gibt. „In der Pipeline sind Anbauten an die Kitas Varreler Feld und Groß Mackenstedt. Außerdem suchen wir Grundstücke für weitere Einrichtungen“, so Frohburg.

Für die Kita Blocken sprach sich der Rat bei vier Gegenstimmen der Besser-Fraktion und zwei Enthaltungen aus. Das Votum für die Kita Heiligenrode-Klosterplatz fiel einstimmig. Für den 750 000 Euro teuren Anbau an die Kita Moordeich stimmten ebenfalls alle Ratsmitglieder. 


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...