89-Jährige verstirbt rund eine Stunde nach Corona-Impfung

Rund eine Stunde nach der Impfung gegen das Coronavirus ist eine 89-jährige Heimbewohnerin aus Weyhe verstorben. Ob ein Zusammenhang mit dem Impfen besteht oder nicht, ist derzeit aber noch unklar.

Foto: Michael Reichel/DPA

Rund eine Stunde nach einer Impfung gegen das Coronavirus ist es im Landkreis Diepholz zu einem Todesfall gekommen (Symbolbild).

Im Landkreis Diepholz ist es am Mittwoch zu einem Todesfall kurze Zeit nach einer Corona-Impfung gekommen. Eine 89-Jährige aus dem Seniorenheim „Haus am Richtweg“ in Weyhe starb etwa eine Stunde, nachdem sie die erste Impfung erhalten hatte. Ob es zwischen der Impfung und dem Tod der Seniorin einen Zusammenhang gibt, wird nun geprüft, teilte Landrat Cord Bockhop mit.

Die 89-Jährige gehörte zu insgesamt 315 Personen, die am Mittwoch in insgesamt drei Senioreneinrichtungen im Landkreis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft wurden. Bei ihr sei die Impfung etwa gegen 12 Uhr erfolgt, berichtete Bockhop. Im Anschluss stehen die Geimpften 15 Minuten lang unter ärztlicher Beobachtung. Dabei seien „keine sichtbaren allergietypischen Symptome“ aufgetreten, sei ihm berichtet worden.

„Gegen 12.45 Uhr kam es dann zu der Situation, dass die 89-Jährige reanimiert werden musste“, führte Bockhop weiter aus. Vor Ort seien zwei Notfallsanitäter sowie zwei Ärzte gewesen, die die Impfteams begleiten. Zudem sei umgehend ein Rettungswagen und die Notärztin alarmiert worden. Dennoch sei die 89-Jährige etwa eine halbe Stunde später verstorben.

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Der Landkreis wurde umgehend davon in Kenntnis gesetzt, sodass auch das Kompetenzzentrum Großschadenslage des Landes Niedersachsen in Celle sowie das Paul-Ehrlich-Institut (wie in derlei Fällen vorgeschrieben) informiert wurden. Das Paul-Ehrlich-Institut werde nun prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall gibt. „Zurzeit ist der einzige Zusammenhang, der für uns sichtlich ist, der zeitliche Zusammenhang“, betonte Bockhop.

Die 89-Jährige sei „allgemein fit“ gewesen und zum Zeitpunkt der Impfung „gut orientiert“. Sie sei vorab informiert worden und habe nach der Impfung zudem mit einer Angehörigen telefoniert und berichtet, dass sie nun auch geimpft sei. Über Vorerkrankungen oder andere Belastungen im gesundheitlichen Bereich kann der Landkreis aufgrund des Datenschutzes keine Angaben machen, so Bockhop weiter. Eine Autopsie der 89-Jährigen ist angeordnet, ergänzte Erster Kreisrat Jens-Hermann Kleine. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde man diese bekannt geben, stellte Bockhop in Aussicht. Wann das geschehe, könne er allerdings nicht sagen. „Das liegt außerhalb unseres Einflussbereichs.“

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Die Impfungen im Landkreis werden am Donnerstag fortgesetzt, kündigte der Landrat zudem an. „An der Notwendigkeit der Impfungen hat sich nichts geändert“, sagte er. Ebenso wenig an der Qualität des Impfstoffs oder der Impfteams. Er sprach den Angehörigen der 89-Jährigen sein Beileid aus. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es hier um Menschen geht, nicht nur um Zahlen.“

+++ Update vom 21. Januar 2021: Das Paul-Ehrlich-Institut hat mittlerweile bestätigt, dass der Tod der Frau nicht mit der Corona-Impfung in Zusammenhang steht. +++ 

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