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Statt Gewerbe entstehen nun zunächst Doppelhaushälften / Architekt enttäuscht von Fahrenhorstern
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Der Grüne Jäger verschwindet

Claudia Ihmels 23.12.2015 0 Kommentare

Grüner Jäger Fahrenhorst
Es könnte das letzte Foto des Grünen Jägers sein. Das stark verfallene Gasthaus wird Anfang Januar abgerissen. Volker Twachtmann (links) und Frank Legenhausen haben aber schon Pläne, was danach auf dem Gelände entstehen soll. (Udo Meissner)

Lange, sehr lange schon müssen die Fahrenhorster mit einer Ruine mitten im Ort leben. Seit über 20 Jahren steht an der Kreuzung der Bundesstraße 51 mit der Warwer Straße die Gaststätte Grüner Jäger leer – das Gebäude ist stark verfallen, das Grundstück völlig zugewachsen. Letzteres hat sich in den vergangenen Tagen aber bereits geändert: Zahlreiche Bäume sind gefällt worden, um Platz für den Abrissbagger zu machen, der Anfang Januar die Ruine dem Erdboden gleich machen soll. Auf einem Teil des Grundstücks will der Neukruger Bauunternehmer Frank Legenhausen ab Frühjahr vier Doppelhäuser errichten lassen.

Eigentlich war geplant, auf dem Grundstück zunächst ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen. Der Fahrenhorster Architekt Tammo Klein hatte sich vorgenommen, aus dem Schandfleck Grüner Jäger wieder eine ansehnliche Ecke im Ortsbild zu machen. Klein hatte sich dafür vom Besitzer des Grundstücks, einem Investor aus Barnstorf, das Vorkaufsrecht für das rund 5000 Quadratmeter große Gelände gesichert. Mit ins Boot holte der Architekt den Stuhrer Immobilienmakler Volker Twachtmann. Bei ihren Planungen hatten sie sich auch an den Wünschen der Fahrenhorster orientiert. Im Oktober 2014 stellten sie das Projekt in der Fahrenhorster Runde vor, weitere rund 45 Meinungen von Bürgern bekamen sie durch das Verteilen von Fragebögen zusammen. Einen Gastronomiebetrieb, mehr Einzelhandel und einen Treffpunkt würden sich die Fahrenhorster wünschen, so Klein anschließend.

„Wir mussten aber einsehen, dass das nichts wird“, sagt Volker Twachtmann nun. Sie hätten Anzeigen geschaltet, seien auf potenzielle Investoren zugegangen, aber niemand sei zu motivieren gewesen, das Projekt zu finanzieren. „Es ist schwierig, Gewerbetreibende für Fahrenhorst zu motivieren“, hat der Immobilienmakler festgestellt. Dort sei nur kleinflächiger Einzelhandel möglich, der laufe aber nicht.

Niemand hat sich gemeldet

Tammo Klein ist auch von den Fahrenhorstern enttäuscht. „Ich hätte mir gewünscht, dass Interesse aus Fahrenhorst da ist“, sagt er im Hinblick auf mögliche Investoren. Es hätte sich aber niemand bei ihm gemeldet. „Das Konzept finde ich nach wie vor gut“, betont Klein. Dass es nicht umgesetzt wird, sei „eine verlorene Chance für den Ort“. Das Projekt sei für ihn nicht nur ein Job gewesen. Er habe es in erster Linie für den Ort getan, so der Fahrenhorster Architekt. Klein betont aber auch, dass er nicht im Streit mit Twachtmann und Legenhausen auseinander gegangen ist. „Wir drei sind uns nicht böse“, sagt er und fügt hinzu: „Schwamm drüber und auf zu neuen Ufern.“ Er sei gespannt, wie es nun mit dem Thema Gewerbe weitergehe.

Denn das ist trotz des Scheiterns des ersten Projekts noch nicht vom Tisch – darf es auch gar nicht. „Das hier ist laut Bebauungsplan ein Mischgebiet, da muss Gewerbe mit aufs Grundstück“, so Twachtmann. Doch bei den neuen Plänen habe man den Gewerbeanteil im Gegensatz zu den ersten Entwürfen zurückgefahren. Zunächst sollen auf der einen Hälfte des Grundstücks nun vier Doppelhaushälften mit acht Wohneinheiten entstehen. Geplant und umgesetzt wird das von Frank Legenhausen mit seinem Bauunternehmen Fair Homes. Legenhausen hat diesen Grundstücksteil auch gekauft, für den anderen Teil hin zur Warwer Straße hat er sich ein Vorkaufsrecht einräumen lassen. Dort könne später zum Beispiel ein Gebäude mit Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnungen im Obergeschoss entstehen, gibt Twachtmann einen Ausblick.

„Wir machen nun erstmal das Grundstück frei“, kündigt Legenhausen an. Wenn das verfallene Gebäude weg sei, könne man auch erst sehen, wie groß das Grundstück überhaupt sei. Die Doppelhaushälften, die Legenhausen dort nun errichten möchte, sollen jeweils über 120 Quadratmeter Wohnfläche verfügen, das gesamte Grundstück über etwa 450 Quadratmeter. Außerdem werde zu jeder Haushälfte ein Carport gehören, so der Bauunternehmer. Die überdachten Stellplätze würden aber nicht direkt am Haus stehen, sondern in einer Reihe parallel zur Bundesstraße 51. Die Carportanlage diene damit auch als Sichtschutz für die dahinterliegenden Häuser, erklärt Twachtmann.

Sobald der Abriss abgeschlossen ist, will er mit der Vermarktung anfangen. Gebaut werden könne dann, wenn die erste Doppelhaushälfte verkauft ist. Twachtmann und Legenhausen sind optimistisch, dass sich schnell Interessenten finden. „Im Frühjahr geht es los“, kündigt Legenhausen an.


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