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JHD-Chefarzt Ales Stanek und Pfleger Kurt Voigt helfen Menschen in den ärmsten Regionen
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Ein Lächeln als Lohn

Alexandra Penth 22.12.2016 0 Kommentare

JHD
Anästhesiepfleger Kurt Voigt und JHD-Chefarzt Ales Stanek (vorne) sind für die Hilfsorganisation Interplast unterwegs. (INGO MOELLERS)

Mit Flip Flops hätten er und seine Kollegen dann für Stunden im Operationssaal des Kalindi Hospitals gestanden. „Vor 20 Uhr waren wir nicht draußen.“

Im Oktober waren Ales Stanek, die OP-Schwester Sandra Stauber aus Süddeutschland sowie der Chirurg Andreas Schmidt aus Oberbayern im Auftrag der Organisation Interplast für zehn Tage nach Indien gereist. Sie waren einem Hilferuf der am Pierre-Robin-Syndrom leidenden Seema (17) gefolgt. Bei der angeborenen Erkrankung wächst der Unterkiefer nicht mit, das Atmen und Sprechen fällt den Betroffenen schwer. „Das Verhältnis von Luftwegen und Freiräumen wird immer enger. Das führt auf Dauer zu einem Sauerstoffmangel“, erklärt Ales Stanek. Die operative Verlängerung des Unterkiefers durch eine künstliche Fraktur sei ein schwieriges Unterfangen gewesen, sagt der Narkose-Spezialist. Vor Ort fanden die Helfer medizinische Technik vor, die hierzulande schon längst ausrangiert worden wäre. „Zehn Stunden haben wir nur mit dem Blasebalg beatmet.“

Seema war nicht die einzige Patientin. Insgesamt 150 Menschen hatten sich auf den Weg in das Kalinda Hospital gemacht, um sich von dem aus Deutschland angereisten Team kostenlos operieren zu lassen – einige nahmen mehrstündige Fußmärsche in Kauf, andere zwängten sich teilweise zu viert auf eine Vespa, erzählt Ales Stanek. Anderthalb Tage haben der Chefarzt der Delmenhorster Klinik für Anästhesiologie, Palliativmedizin und Schmerztherapie und seine Kollegen allein mit der Auswahl der Patienten verbracht. Für einige kam jede Hilfe zu spät oder es konnte keine vernünftige Anschluss-Versorgung gewährleistet werden. In 28 Fällen operierten die Ärzte.

Manch einer mag bei plastischer Chirurgie sofort an Schönheitskorrekturen denken. Doch damit hat das durch Spenden finanzierte Projekt Interplast nichts zu tun. Ales Stanek zeigt Fotos von Patienten mit starken, teilweise schon über Jahre bestehenden Verbrennungen an Händen und Füßen, Verätzungen durch Batteriesäure-Angriffe, Missbildungen, Entzündungen und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Viele von ihnen sind Kinder.

„Was mir wehtut, ist zu sehen, wie spät die Menschen kommen“, sagt Stanek. Das liege vor allem daran, dass die medizinische Versorgung in Indien nicht kostenlos ist. Ein Besuch beim Arzt kommt für viele daher nicht in Frage.  „Man wird dadurch so richtig geerdet“, sagt der Delmenhorster Anästhesiepfleger Kurt Voigt, der ebenfalls für Interplast im Einsatz ist.

Gerade ist der 63-Jährige von einer Mission im westafrikanischen Guinea Bissau zurückgekehrt. Die Erlebnisse in den ärmsten Regionen der Welt würden ihm zeigen, was wirkliche Probleme seien, erklärte er. Nicht nur menschlich seien die Missionen für Interplast bereichernd, sondern auch fachlich. „Es ist ein großer Erfahrungsschatz an Symptomen, den man sammelt“, sagt Ales Stanek. Einige der Krankheiten, die er in Indien mit eigenen Augen gesehen hat, hätte er zuvor nur aus dem Lehrbuch gekannt.

Es wird nicht die letzte Mission von Ales Stanek und Kurt Voigt für Interplast gewesen sein. Ende Januar geht es gemeinsam ins afrikanische Niamey, der Hauptstadt Nigers. „Das ist das Sahnehäubchen meiner Karriere, so etwas machen zu können“, sagt Kurt Voigt. Auf seiner vergangenen Mission kümmerte er sich vor allem um die Nachsorge bei jungen Noma-Patienten. „Das Lächeln der Kinder gibt uns wiederum ein Lächeln zurück.“

„Das ist das Sahnehäubchen meiner Karriere, so etwas machen zu können.“ Anästhesie-Pfleger Kurt Voigt

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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...