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Marktmeister Jürgen Schmidt
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Abschied ohne Wehmut

Eike Wienbarg 24.04.2019 0 Kommentare

Der Mann mit dem Plan geht – aber nicht so ganz: Jürgen Schmidt will seinem Nachfolger auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Der Mann mit dem Plan geht – aber nicht so ganz: Jürgen Schmidt will seinem Nachfolger auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. (Michael Braunschädel)

Stuhr-Brinkum. Wenn am kommenden Wochenende vom 26. bis 28. April der 14. Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt auf dem Festplatz an der Bassumer Straße in Brinkum vonstattengeht, ist es für einen Mann sicherlich ein ganz besonderes Ereignis. Marktmeister Jürgen Schmidt steht dann ein letztes Mal in der ersten Reihe der Organisatoren. Seit dem Jahr 2007 war er maßgeblich für die Organisation des Gewerbemarktes zuständig und gibt bald das Amt des Marktmeisters an Arne Budelmann ab.

Dabei begann Jürgen Schmidts Karriere als Marktmeister eher schmerzhaft. „Beim Abbau der Beschilderung für die Gewerbeschau 2007 bin ich von der Leiter gefallen“, erinnert sich Schmidt zurück. Dabei brach er sich beide Fersen und ein Knie. Sein Vorgänger Heinrich Waßmann schlug ihm daraufhin vor, das Amt des Marktmeisters zu übernehmen. „Nur so kommt man da ran“, sagt Schmidt schmunzelnd über den Wechsel auf die verantwortungsvolle Position.

Die Arbeit rund um die Messe war für Schmidt nicht neu. Bereits bei den vorangegangenen Veranstaltungen hatte er immer mitgeholfen. „Da ist man schon mit den Ausstellern ins Gespräch gekommen“, sagt er. Diese Erfahrungen nutzte er dann auch für die kommenden Auflagen des Gewerbemarktes in den Jahren 2010, 2013, 2016 und natürlich auch für die aktuell anstehende Veranstaltung. 

Seine fünfte Auflage soll nun aber auch Schmidts letzte in der vordersten Reihe sein. „An einem Punkt muss man es abgeben“, findet Schmidt. Eigentlich wollte er das Amt schon vorher übertragen, entschied sich aber, doch noch einmal weiterzumachen, berichtet er. „Ich ziehe das voll durch“, sagt der 70-Jährige mit vollem Elan.

Wenn Schmidt durch Zelte geht, in denen die Aussteller gerade ihre Stände aufbauen, ist er ein gefragter Mann. Immer wieder führt er Gespräche mit den Aufbauern oder muss Fragen beantworten. Immer im Schlepptau hat er dabei seinen Nachfolger Arne Budelmann, der ihm über die Schultern schaut. „Das ist gut, um dafür ein Gefühl zu bekommen“, freut sich Budelmann über die Chance, von Schmidts Erfahrungen zu profitieren. „Es ist besser als ein harter Übergang“, sind sich beide einig.

Wenn Jürgen Schmidt die Zeit als Marktmeister Revue passieren lässt, fällt es ihm schwer, einen Höhepunkt herauszustellen. Vor allem das Umfeld habe sich geändert, findet er. Während er bei den ersten Veranstaltungen noch selbst Paletten für Bühnen und Podeste geschleppt habe, sei heute vieles einfacher. „Das hat damals richtig Kraft gekostet, heute ist das ein Klacks“, sagt Schmidt schmunzelnd. 

Auch sei der Markt immer weiter gewachsen. Die Zelte wurden vergrößert, ein Catering-Bereich kam dazu. Zu seinen Anfangstagen kamen 70 bis 80 Aussteller, bei der aktuellen Auflage rechnet Schmidt mit rund 135 teilnehmenden Firmen. „Wir haben es fast verdoppelt. Das macht mich ein bisschen stolz“, sagt Schmidt.

Hinzu kommen aber auch viele Kleinigkeiten, die die Gewerbeschau der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) und der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) so besonders machen. „Wir haben alle Zelte mit Teppich ausgelegt. Das macht einen bombigen Eindruck“, sagt Schmidt und berichtet, dass dies bei vielen Messen nicht der Fall sei. Stolz ist er auch auf den Eingangsbereich der Messe. In der „Pagode“ präsentieren sich gleich die Elektrofirmen und Klempner mit Bannern. Ein roter Teppich führt die Besucher auf den Rundgang. 

Auch sonst hat sich die Gewerbeschau immer wieder ein Stückchen gewandelt. „Früher haben die Maurer mit Zement und Steinen im Zelt ihre Arbeit gezeigt“, berichtet Schmidt. Heute arbeiten fast alle Aussteller mit Monitoren, um ihre Tätigkeit zu präsentieren, so der Marktmeister. Er beobachtet aber auch, dass viele Unternehmer weniger Zeit für Messen haben. „In der Zeit bearbeiten sie lieber Aufträge“, sagt Schmidt und verweist dabei auch auf das für dieses Jahr geplante Handwerker-Zelt, das nicht zustande kommt.

Der scheidende Marktmeister betont auch die gute Zusammenarbeit mit der Stuhrer Gemeindeverwaltung. Sowohl mit dem Bauhof als auch mit den Mitarbeitern im Rathaus habe immer alles gut funktioniert, bei Fragen habe er immer einen Ansprechpartner gefunden. „Das ist eine tolle Sache“, findet Schmidt, der bereits zu Weihnachten mit den Planungen für die Gewerbeschau begonnen hat.

„Wir hatten Glück, dass die Zelte schon vor Ostern gekommen sind“, sagt Schmidt. Das habe ein bisschen Ruhe in die Organisation gebracht. Die Woche vor der Gewerbeschau verbringe er von „morgens bis abends“ auf dem Festplatz. Bei allen anderen Arbeiten könne er die Zeit nicht messen. Unterstützung bekommt Schmidt seit Jahren auch von Rainer Mewe. „Wir teilen uns die Aufgaben“, sagt Schmidt. Die heiße Zeit beim Aufbau finde vor allem am Donnerstag und Freitag statt, sagt er aus Erfahrung. „Nervös bin ich nicht mehr“, berichtet Schmidt schmunzelnd.

Auf seinen Abschied von der Gewerbeschau blickt Schmidt nicht mit Wehmut. „Ich bleibe ja erhalten“, sagt er. Auch weiterhin möchte er für seinen Nachfolger als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. „Wir werden uns sicher in zweieinviertel Jahren wieder zusammensetzen“, sagt Schmidt und macht sich wieder an die Arbeit.


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...