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Kompaktsanierung KGS Leeste
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Auf dem Weg zum Modellcharakter

Stephen Kraut 28.02.2018 0 Kommentare

So könnte der Bereich der Pausenhalle in der KGS Leeste künftig aussehen. Für die Schüler soll es vor allem mehr Sitzgelegenheiten geben.
So könnte der Bereich der Pausenhalle in der KGS Leeste künftig aussehen. Für die Schüler soll es vor allem mehr Sitzgelegenheiten geben. (Remke Partner Innenarchitekten)

Weyhe-Leeste. Es hatte ein wenig von einem Konzert: Im vollbesetzten Großen Forum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste kam am Dienstagabend der Weyher Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt zusammen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Vorstellung der Sanierungspläne für den Versammlungsort. Und die wurden von den Besuchern begeistert zur Kenntnis genommen.

"Ich habe schon sehr viele Ausschusssitzungen erlebt, aber rhythmisches Klatschen war noch nie dabei", berichtete Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Anschluss an den Tagesordnungspunkt lächelnd. Der Grund lag in der Präsentation von Tanja Remke vom Planungsbüro Remke Partner, das sich, gemeinsam mit Schülern und Lehrern der KGS, um die Ausarbeitung der Sanierungspläne kümmerte. "Sie müssen hier ihre Zeit verbringen, deshalb haben wir sie direkt beteiligt", so Remke. Wichtige Punkte seien dabei unter anderem klare Linien und ausreichende Aufenthaltsmöglichkeiten in der KGS. "Wichtig ist es, mehr Sitzgelegenheiten zu schaffen", erklärte sie. 200 Plätze sollen so im Erdgeschoss entstehen. "Die Zeiten, dass die Schüler auf den Heizungen sitzen, sollen vorbei sein", ergänzte sie. Die Aufenthaltsbereiche seien dabei nach Skizzen der Jugendlichen entstanden. "Wir haben sie lediglich glattgebügelt", sagte Remke.

"Das Erdgeschoss der Schule soll durchaus ein öffentlicher Raum werden, in dem Veranstaltungen stattfinden. Oben soll aber eine private Fläche für Schüler entstehen", so die Planerin. Das werde auch durch die Farbgebung deutlich. "Außerdem setzen wir auf eine robuste Gestaltung", sagte Remke. "Nach dem Motto: Wenn es gefällt, gibt es weniger Vandalismus." 

Ein großes Thema sei auch die Energieeffizienz bei dem Gebäude aus den 1970er-Jahren. Beispielsweise sollen die Dach-Pyramiden neu gestaltet werden. Für die Klassenräume, deren Fensterfronten über Eck verlaufen, ist zudem angedacht, die Südseite zu schließen. "Wir haben außerdem in alle Rillen geschaut, um böse Überraschungen beim Bau so gut es geht zu vermeiden", stellte Remke mit Blick auf den Zeitplan klar. Bevor aber geplant wurde, sei den Schülern ein Überblick gegeben worden, was überhaupt möglich ist. Dafür habe man sich auch mit anderen Gestaltungen vergleichbarer Schulen im In- und Ausland beschäftigt.

Die Kosten sollen bei insgesamt 16,6 Millionen Euro liegen, durch verschiedene Förderungen sei eine Reduzierung des Gemeindeanteils auf rund 13,5 Millionen Euro möglich, stellte die Verwaltung vor. Für die Anwesenden in Ordnung. "Wir dürfen vor allem bei dem Material nicht in einen Sparzwang verfallen. Es darf nicht für 50 000 oder 100 000 Euro an der falschen Stelle gespart werden", betonte eine Bürgerin. Eine weitere ergänzte: "Auch beim Zeitplan kommt es auf ein paar Wochen nicht an." Eine andere Frau sprach sich ebenfalls für die Pläne aus und lobte die geplante neue Aufenthaltsqualität: "Die Klassenräume sehen wie schon zu Zeiten der Eltern aus." Verschiedene Anwesende lobten zudem die enge Zusammenarbeit mit den Schülern und Lehrern. "Die demokratische Auseinandersetzung damit ist wirklich schön", betonte eine Lehrerin. Durch die baulichen Anpassungen an neue Formen des Lernens sah sie eine ganz andere Entwicklung als bei den Arbeiten an der KGS Brinkum. "Dort wurde nicht von diesen neuen Formen ausgegangen", betonte sie. Und weiter: "Es ist fantastisch, was Schüler für Ideen entwickeln, wenn man ihnen den Platz dafür lässt." Ein Kollege zeigte sich ebenfalls "begeistert von der Professionalität" des Plans. "Es ist immer ein wenig Fremdschämen, potenzielle neue Kollegen durch die Räume zu führen", sagte er. Mit Blick auf die Beschäftigung mit anderen Schulen, unter anderem in Dänemark, ergänzte er: "Es muss ja keine Vorzeigeschule wie in Kopenhagen werden."

Ein Anwohner zeigte sich besorgt ob der künftigen Verkehrsbelastung im Zuge der Bauarbeiten und die wachsende Schülerzahl. Zu Letzterem entgegnete Bovenschulte: "Wir waren schon einmal bei mehr als 2000 Schülern an der KGS. Da werden wir erst einmal nicht herankommen." Zu den Sorgen bezüglich der Bauarbeiten konnte Remke beruhigen: "Wir gehen ja in sieben Abschnitten vor, jede Baustelle für sich wird nicht so große Probleme mit sich bringen." Trotzdem müsse jedem klar sein, dass es bis 2022 auch Einschränkungen geben wird, ergänzte der Bürgermeister. "Es wird ein Geben und Nehmen. Wenn die Beeinträchtigungen zu groß werden, hoffe ich, dass die Anwohner das Gespräch suchen und wir ein konsequentes Miteinander erreichen", wünschte er sich. Weiter erinnerte Bovenschulte daran, dass die Festsetzung dieses Bauprojektes als oberste Priorität gleichbedeutend damit sei, dass andere Arbeiten auf die Positionen zwei und drei zurücktreten müssten. "Das Projekt wird Ressourcen bündeln", so Bovenschulte.

KGS-Schulleiter Rainer Patzelt betonte den Stellenwert dieser Sanierung. "Ich glaube, es ist nicht allen klar, was für ein Pfund das ist", sagte er. "Wir können so die Botschaft nach außen tragen: 'Wir machen hier etwas Besonderes'." In Richtung des Kollegen fügte er hinzu: "Und wieso sollen wir es eigentlich nicht anstreben, dass unsere Schule Modellcharakter wie in Kopenhagen erhält?"

Auch die Politik zeigte sich sehr angetan von den Plänen. "Wir sind schlichtweg begeistert", sagte Frank Seidel von der SPD für seine Fraktion. Er erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren viel zum Thema Schulsanierung getan wurde, angefangen bei den Grundschulen. "Wir haben ja auch schon mehr als fünf Millionen Euro in die KGS gesteckt", sagte er weiter. "Einiges ist schon hübsch geworden, aber das ist noch nicht genug." Irritiert zeigte sich Seidel, dass bei einigen Ausschussbesuchern die Angst mitschwang, dass Kürzungen angesetzt werden. "Das wollen wir nicht", stellte er klar und betonte: "Das heute ist ein wichtiger Schulfeiertag."

Ingrid Söfty (CDU) erinnerte an die Planungen zum Bau der KGS Kirchweyhe vor mehr als 20 Jahren. "Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", sagte sie und lobte, dass so viele Menschen daran beteiligt waren. "Und es erfüllt einen ja auch mit Stolz, wenn man hört, dass es in Nachbargemeinden nicht so gut lief", ergänzte sie schmunzelnd. Annika Bruck (Grüne) räumte zwar ein, dass sie angesichts der Kosten schlucken musste. "Aber die Grünen tragen das Ganze trotzdem mit", betonte sie. "Jeder, der die KGS kennt, weiß, dass sie saniert werden muss." Da waren sich alle Politiker einig, sie stimmten einstimmig für die Pläne.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...