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Bürgerbüro Stuhr
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Das Herzstück des Rathauses

Eike Wienbarg 20.12.2018 0 Kommentare

Sind von der Einrichtung Bürgerbüro überzeugt: Maike Dressel (vorne von links), Andreas Leder und Hartmut Martens.
Sind von der Einrichtung Bürgerbüro überzeugt: Maike Dressel (vorne von links), Andreas Leder und Hartmut Martens. (Janina Rahn)

Stuhr. Fast jeder Stuhrer Bürger war in seinem Leben wahrscheinlich schon an diesem Ort. Egal, ob er oder sie einen Reisepass brauchte, eine Fundsache abgeben oder -holen musste, sich für Konzertkarten oder Gelbe Säcke interessierte oder sein Auto zulassen wollte, im Bürgerbüro der Gemeinde Stuhr ist all dies möglich. In diesem Jahr besteht die Einrichtung, die so etwas wie das Herzstück des Rathauses ist, seit 20 Jahren. 

Am Anfang der Einrichtung des Bürgerbüros stand die Frage, wie sich die Dienstleistungen im Rathaus optimieren lassen, berichtet Hartmut Martens, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr der Gemeinde Stuhr. Bevor es das Bürgerbüro gab, mussten die Bürger ihre verschiedenen Anliegen in den einzelnen Ämtern wie dem Passamt, dem Standesamt oder der Stelle für Gewerbeanmeldung erledigen, weiß Maike Dressel weiter zu berichten. Diese befanden sich in verschiedenen Büros, teilweise sogar auf verschiedenen Fluren, erinnert sie sich. Dressel ist seit Anfang an im Bürgerbüro mit dabei. „Wir wollten eine Anlaufstelle für die Bürger schaffen“, erinnert sie sich. Gerade auch für Neubürger sollte die zentrale Stelle eine Hilfe sein.

Zu Beginn im Jahr 1998 arbeiteten acht Mitarbeiter im Bürgerbüro. Dabei ist die Tätigkeit dort keine leichte Aufgabe. Während ihre anderen Kollegen im Rathaus meist Spezialisten für kleine Themenbereich sind, haben die Bürgerbüroler ein breites Spektrum an Aufgaben vor sich. „Jeder macht alles“, berichtet Maike Dressel. So rotieren die Beschäftigen durch alle Arbeitsplätze, erklärt Andreas Leder, Fachdienstleiter des Bürgerbüros, die Flexibilität seiner Kollegen. „Das verlangt den Mitarbeiter auch einiges ab“, weiß er über das Arbeitspensum zu berichten. Nur eine Bauvorplanung rechtlich prüfen gehe im Bürgerbüro nicht, sagt Hartmut Martens mit einem Schmunzeln. Aktuell gibt es im Bürgerbüro zehn bis zwölf Vollzeitstellen, die aber nicht alle besetzt sind. 

Mit den Jahren stieg die Anzahl der Fälle und Anfragen, die im Bürgerbüro bearbeitet worden, stetig an, berichtet Andreas Leder. „Es war durchaus die richtige Entscheidung eine solche Anlaufstelle zu schaffen“, sagt er weiter. „Die Zahlen sprechen für sich“, findet auch Maike Dressel.

Im Jahr 2009 kam für die Mitarbeiter im Stuhrer Bürgerbüro neben den eigentlichen Aufgaben auch noch die Zulassungsstelle für Fahrzeuge hinzu, berichtet Hartmut Martens weiter. Diese Aufgabe nimmt die Gemeinde im Auftrag des Landkreises Diepholz wahr.

Die meisten Angelegenheiten können die Bürger gleich im hellen Großraumbüro direkt an den Schreibtischen mit den Mitarbeitern klären. Einige Dinge benötigen aber auch etwas mehr Diskretion. Gerade für Standesamtangelegenheiten gebe es ein abgetrenntes Büro. „Da geht es um persönliche Daten“, betont Hartmut Martens den sensiblen Umgang mit den Informationen.

Andere Tätigkeiten führen die Bürgerbüro-Mitarbeiter zum Beispiel aber auch auf das Gut Varrel. Denn im Standesamt stehen natürlich auch Trauungen an. So ist Maike Dressel auch ausgebildete Standesbeamtin. Rund 150 Eheschließungen werden jährlich in Stuhr vorgenommen. Im Jahr 2017 waren es sogar 164. „Die größte Zahl im Landkreis“, wie Dressel berichtet.

Im Laufe der Zeit hat auch die Digitalisierung im Bürgerbüro immer mehr Einzug gehalten. „Ohne Technik geht es nicht mehr“, berichtet Hartmut Martens. Durch das Einscannen von Dokumenten und Fotos verringern sich vor allem die Aktenberge, die früher anfielen, erklärt Maike Dressel. Auch der Austausch von Daten zwischen den Standesämtern könne online wesentlich schneller geschehen, berichtet Andreas Leder über einen Vorteil der fortschreitenden Digitalisierung.

Apropos Schnelligkeit: „Wir bekommen häufig zu hören: Das geht ja schnell“, sagt Maike Dressel über das Lob von vielen Bürgern. Gerade solche, die aus Bremen herausgezogen sind, wundern sich ihrer Schilderung nach über die Geschwindigkeit, mit der ihre Anliegen bearbeitet werden. An Tagen mit hoher Fluktuation würden zwischen 200 und 250 Bürger die Angebote in Anspruch nehmen, bericht Andreas Leder. Das Bürgerbüro ist dabei 43 Stunden die Woche geöffnet. Damit seien die Mitarbeiter auch „ausgelastet“, wie Martens betont. „Alle haben den Anspruch, die Sache gut zu machen und den Bürgern zu helfen“, ergänzt Leder. Die Situation im Bürgerbüro sei aber nie statisch, sondern immer in Bewegung.

Ein bisschen Entlastung wird es für die Mitarbeiter im Bürgerbüro aber geben: So fällt mit Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Diepholz zum Jahresbeginn 2019 die Ausgabe von Müllsäcken weg, sagt Andreas Leder mit einem Schmunzeln.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...