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Hof Meyer in Groß Mackenstedt
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Den Blick 500 Jahre zurückgerichtet

Maike Plaggenborg 16.09.2019 0 Kommentare

Hilmer Meyer beschäftigt sich liebend gern mit historischen Dingen, auch seinen eigenen Hof betreffend.
Hilmer Meyer beschäftigt sich liebend gern mit historischen Dingen, auch seinen eigenen Hof betreffend. (Vasil Dinev)

Stuhr-Groß Mackenstedt. Es ist purer Zufall, dass Hilmer Meyer aus Groß Mackenstedt dahinter kam, dass er auf einem 500 Jahre alten Hof lebt. Eigentlich war er bei der Recherche zur Festschrift für die Heiligenroder 800-Jahr-Feier, als er auf einen Hinweis aus dem Jahr 1519 stößt. An diesem Dienstag jährt sich das urkundliche Datum zum 500. Mal.

Im Hoyer Urkundenbuch, dem Archiv des Klosters Heiligenrode, bezeugt Wilhelm von dem Bussche, seinerzeit Drost von Wildeshausen und Harpstedt, dass die Malsch – das ist noch heute Meyers Adresse – zur Vogtei Harpstedt gehört, darunter das Datum: 17. September 1519. Was die Malsch angeht: In der Urkunde wird sie näher als Weiler beschrieben, Meyer bezeichnet das als „kleine Anzahl von Häusern“. Wer nach dem Begriff im Internet sucht, findet, was Meyer längst weiß: Es gibt einen gleichnamigen Ort im Landkreis Karlsruhe, auf den er stößt, als er einst in der Nähe von Freiburg mit dem Zug unterwegs ist.

Meyer wäre nicht Meyer, wenn er dem Hinweis nicht nachgegangen wäre. Er meldet sich seinerzeit im Gemeindebüro von Malsch in Karlsruhe und bekommt dort ein Buch über den Ort geschenkt, der erstmalig 1065 erwähnt wurde. Aber: „Eine Verbindung zwischen dem Hof und dem Ort habe ich nicht festgestellt“, sagt der 93-Jährige. Nur soviel: Eine Theorie besagt, dass nach der Zeit Karls des Großen Franken in Norddeutschland angesiedelt wurden. Der Name Malsch könnte von dort mitgebracht worden seien. Zusätzlich zu Meyers Nachforschungen spuckt das Netz aber ein weiteres Ergebnis aus. Keine 60 Kilometer entfernt vom Malsch bei Karlsruhe und ebenfalls in Baden-Württemberg liegt die Gemeinde Malsch bei Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis.

„Die Malsch war früher größer“, sagt er über den Hof. Der Groß Mackenstedter wälzte bereits reichlich historisches Material. Manches besitzt er im Original, wie er sagt. Ebenfalls erkennbar original ist auch noch eine Inschrift in einem Holzbalken eines Wirtschaftsgebäudes auf dem heutigen Pferdehof Meyer. Zu lesen ist dort „Hillmann Hillmann und dessen Ehefrau Margarethe geb. Müller“. Meyer sagt: „Um 1680 kam die erste Generation Hillmann auf den Hof Malsch.“ Der Hof sollte nach dem Willen der letzten Hillmann-Generation verkauft werden, teilt Meyer mit, aber die Erben waren mit dieser Lösung nicht einverstanden und so blieb der Hof für die nächsten Generationen erhalten.

1890 kommt Meyers Großvater Heinrich Meyer als erster Meyer auf den Hof Malsch. Weil dieser eher Gastwirt als Landwirt ist, entsteht dort im Jahr 1900 die Kneipe „Zur Malsch“. 19 Jahre später wird der Hof geteilt, weiß Hilmer Meyer weiter zu berichten. Die Gastwirtschaft mit etwa 20 Hektar Ländereien wird zu einer eigenen Hofstelle. Im Jahr darauf übernimmt Meyers Vater den Hof. Anfang der 1920er-Jahre wird das Wohnhaus dort umgebaut, die Inneneinrichtung ist noch vorhanden. Meyer lebt dort mit seinen Eltern und zwei Geschwistern. 1955 heiratet er selbst. Mit seiner Frau Anna, die im vergangenen Jahr gestorben ist, hat er vier Kinder. Anfang der 1970er-Jahre wird das Haus, das noch heute an selber Stelle steht, erneut umgebaut. Meyer will damals den ursprünglichen Giebel des Hauses erhalten, aber „das ging nicht, weil die Seitenwände zu schwach waren“. Allerdings ist im Innenteil noch historisches Material verbaut. Weil Meyer von Altem fasziniert ist, hat er untersuchen lassen, aus welchem Jahr das dort verwendete Holz stammt und eine sogenannte dendrochronologische Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: „Die älteste Probe ist von 1672, die jüngste von 1691“, sagt Meyer. Die Holzsäulen, die noch heute dort stehen, stammen aus dem Vorgänger-Haus. Üblicherweise seien Teile aus Abbruchobjekten in Neubauten wiederverwendet worden. Auch beim Neubau des Hauses 1858 – der Untersuchung zufolge handelt es sich um ein niedersächsisches Hallenhaus – bleiben die Säulen. Bis heute.

Inzwischen ist „Meyers Pferdehof“ unter der Leitung seiner Schwiegertochter, nachdem Hilmer Meyer ihn 1983 an seinen Sohn übergibt. Nach einer Milchviehhaltung bis 1991 gibt dieser zwei Jahre später auch die Schweinemast auf und orientiert sich beruflich um. „Mit den Enkeln Ole und Tjaden haben wir jetzt die fünfte Generation Meyer auf dem Hof.“ Und mit ihnen geht die Geschichte weiter.


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Leserkommentare
holger_sell am 21.10.2019 13:11
Kretzschmar: Seit der Diskussion um den Brexit ist europaweit die Unterstützung für die EU gewachsen, sowohl in der Politik als auch in den ...
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?