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Sanierung KGS Leeste
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Erster Schritt zu Schule 2.0

Alexandra Penth 07.06.2019 0 Kommentare

Werkzeug, Baumaterial und Flatterband lassen zwar noch auf eine Baustelle schließen, doch die Konturen sind auf dem Stockwerk über dem Kulturforum der KGS Leeste bereits erkennbar.
Werkzeug, Baumaterial und Flatterband lassen zwar noch auf eine Baustelle schließen, doch die Konturen sind auf dem Stockwerk über dem Kulturforum der KGS Leeste bereits erkennbar. (Janina Rahn)

Weyhe-Leeste. Es ist stockdunkel, staubig am Boden und riecht etwas nach Keller. Doch sind die Stufen ins erste Geschoss erst einmal überwunden, sieht es schon viel weniger nach Baustelle aus. Die Arbeiten am Bereich für den Musikunterricht und die zehnten Klassen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste sind bereits weit fortgeschritten. Die vielen Deckenfenster spenden Tageslicht, die in die fünf Klassenräume fallenden Sonnenstrahlen sollen durch teilverglaste Trennwände später ebenfalls bis in den Flur dringen. Die Wände sind verputzt, streckenweise gestrichen, in Kartons verpackter heller Parkettboden, der nun als Nächstes verlegt werden soll, stapelt sich auf dem Flur. Lernnischen für Schüler und eine stufenförmig aufgebaute Sitzgelegenheit auf dem Flur sollen einmal für Wohlfühlatmosphäre beim Lernen und Ausruhen zwischen dem Unterricht sorgen.

Wenn Schulleiter Rainer Patzelt in den unfertigen Klassenräumen steht, gestikuliert und erklärt, scheint das Ergebnis schon fast greifbar. „Die Räume werden ohne die grüne Tafel auskommen“, sagt er. Stattdessen sollen Whiteboard und Projektionsflächen für Beamer sowie Tablets für die Lehrkräfte sie ersetzen. Schule 2.0 in Leeste eben. Das Großprojekt befindet sich, wie berichtet, im ersten Bauabschnitt von insgesamt sieben. Das wohl größte Vorhaben in der Gemeinde Weyhe seit Jahrzehnten soll Mitte 2022 beendet sein und rund 16,6 Millionen Euro kosten. Der Hattesohl-Trakt über der Mensa ist bereits fertig. Neue Kücheninseln stehen dort bereit.

Am ersten Tag der Sommerferien soll der zweite Bauabschnitt starten. Bis dahin gilt die volle Konzentration dem Gebäude mit dem Kulturforum. „Oben liegen wir recht gut im Zeitplan, unten etwas zurück. Trotzdem werden wir den Abschnitt termingerecht abschließen können“, sagt Architektin Tanja Remke. Das Kulturforum soll Richtung Osten erweitert werden, sodass Bühne und Zuschauerraum größer werden. Die Konstruktion für das Vordach steht schon. Ein neuer Haupteingang wird zudem installiert. Im Erdgeschoss folgen nun die Estricharbeiten. Im ersten Stock ist der Musikbereich untergebracht mit zwei Übungsboxen für Musiker. Die Deckenkonstruktion aus Stahlträgern und Holzwolle-Leichtbauplatten sorgt für die Schalldämmung. Und schon jetzt im Rohbau-Zustand hallt es nicht, wenn Remke und Patzelt sprechen. 

Tanja Remke betreut eine Fläche von 14 000 Quadratmetern. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist die Koordinierung Dreh- und Angelpunkt. „Alle Gewerke sind mit Elan dabei“, berichtet sie. Zwei Mal die Woche ist die leitende Architektin selbst auf der Baustelle, genauso oft erfolgt die Absprache mit den einzelnen Handwerksbereichen. Dass es manchmal zu Verzögerungen im Ablauf kommt, begründet die Bau- und Projektleiterin damit, dass sich manche Schwierigkeiten erst vor Ort offenbaren. Im Zuge der Abbrucharbeiten waren etwa trotz eines Schadstoffkatasters geringe Mengen Asbest gefunden worden.

Damit die Schüler nicht das Gefühl haben, täglich in irgendein unpersönliches Gebäude zu müssen, will die Architektin es zu „ihrer Schule“ machen. Remke nennt das Verfahren einen „innovativen Partizipationsprozess“. Durch regelmäßige Baustellenführungen, Vorträge zum Stand der Dinge und das Aufnehmen der Wünsche der Schüler und Lehrer soll der gelingen. Remke: „Das gibt extrem viel Toleranz und ein Wir-Gefühl“. 

Die Abiturprüfungen sind vom Baulärm laut der Architektin übrigens nicht beeinträchtigt worden. Und überhaupt scheinen sich die Schüler mit der Situation auf dem Schulgelände gut arrangiert zu haben. „Das war kein Thema. Das ist nach Innen abgeschottet“, sagt Schulleiter Patzelt über die zu erwartenden Beeinträchtigungen durch die längerfristige Wander-Baustelle. Ein weiträumig aufgestellter Bauzaun riegelt den Bereich, in dem es staubt und laut wird, vom restlichen Schulgelände ab.

Der Kontrast zwischen dem weiterlaufenden Schulbetrieb und der Baustelle war am Donnerstag beim Tag der offenen Tür der Gesamtschule deutlich erkennbar. Wo hinter dem Gitterzaun die Werkzeuge ertönten, flankierten an anderer Stelle Essens- und Getränkebuden den Weg zur Grundschul-Aula. Vorträge zum Schulprofil der Eingangsstufe und eben zum Umbau der KGS erwarteten die Besucher. Die Jahrgänge der Schule hatten sich verschiedene Aktionen überlegt. Die 6c etwa lud zum „Hörkino“ ein und spielte selbst eingesprochene Sagen in ihrem Klassenraum ab. Spielspaß für Grundschüler war in der Sporthalle angesagt. An der Tafel eines Klassenraums waren wiederum bunte Männchen an die Tafel gemalt worden, um sie herum ein Kreis. Einbeziehung stand darüber als Übersetzung des Wortes Inklusion. Etwa 25 Schüler benötigen derzeit offiziellen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Das übernehmen mit unterschiedlicher Stundenzahl fünf entsprechend ausgebildete Lehrkräfte. Materialien können sie in der Mediathek der Schule ausleihen. „Der Bedarf wird immer mehr“, sagt Pädagogin Christiane Klopotek. Teilhabe ist eben nicht nur ein Konzept bei der Sanierung der KGS, auch im Unterricht wird sie seit Längerem gelebt.


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