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Sitzung des Bauauschusses
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Fragen zu geplantem Wohngebiet bleiben offen

Alexandra Penth 15.05.2019 0 Kommentare

Das Baugebiet
Das Baugebiet "Westlich Hagener Straße" in Leeste wirft bei der Politik einige Fragen auf. (Sebastian Kelm)

Weyhe-Leeste. Wohnraum ist in Weyhe knapp, daher möchte die Verwaltung weitere Möglichkeiten schaffen, um dem Bedarf gerecht zu werden. In Leeste soll neuer Wohnraum am südlichen Reinsweg und im westlichen Teil der Hagener Straße entstehen. Mit beiden Gebieten befasste sich am Dienstag der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt. 

Stadtplaner Max Serzisko stellte die Ergebnisse der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Reinsweg vor. Auf dem 1,58 Hektar großen Areal soll eine Kindertagesstätte und der Melchiorshauser Straße zugewandt geförderter Wohnungsbau entstehen. Die Erschließung des Wohnbereichs erfolgt dabei über den Reinsweg, der Zugang zur Kita soll über die Melchiorshauser Straße möglich sein. Der Reinsweg soll nach derzeitiger Planung im oberen Baufeld über einen kleinen Wendeplatz verfügen. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hatte laut Serzisko unter anderem ergeben, dass eine Fußwegeverbindung zwischen Bestand und Neubau erwünscht ist, große Mehrfamilienhäuser abgelehnt werden und sich die Neubauten im Norden nach Meinung vieler am Bestand orientieren sollten. 

Die geplante Kindertagesstätte stellt sich die Gemeinde bautechnisch vergleichbar mit der an Am Neddernfeld vor. Für den geförderten Wohnungsbau kann sich die Gemeinde musterhaft die Bauten an der Kirchweyher Straße 53 mit sechs Wohneinheiten pro Haus vorstellen. Hinweise aus der Bevölkerung waren laut Max Serzisko etwa, dass es sich um feuchten Baugrund im Bereich der Kita handeln könnte, außerdem sei gefordert worden, Verkehre auf der Melchiorshauser Straße zu prüfen. Auch der Wunsch nach barrierefreiem Wohnen sei an die Gemeinde herangetragen worden. 

Ein im Publikum anwesender Anwohner des Reinswegs monierte in der Sitzung, dass die Fläche für das Bauvorhaben bislang von Tieren aus dem nahegelegenen Biotop genutzt wurde. Er lehnte eine Bebauung schlichtweg ab. Annika Bruck (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte Verständnis, pochte aber darauf, einen Kompromiss finden zu müssen zwischen Bauland und Natur. Bruck: „Um einen Kindergarten kommen wir auch nicht in Leeste herum.“ Ähnlich sah es auch Berthold Groeneveld (SPD), dessen Ansicht nach ein „guter Platz“ gefunden wurde. Ulrike Buck vom Weyher Nabu betonte, dass Bebauung manchmal sogar mehr Artenvielfalt hervorbringe – etwa wenn es sich vorher um landwirtschaftlich einseitig bewirtschaftete Flächen handelte: „Wenn auf naturnahe Bewirtschaftung geachtet wird, kann man mehr Artenvielfalt hineinbringen.“ Die Planinhalte billigten die Ausschussmitglieder einstimmig.

Anders war es beim Gebiet Westlich Hagener Straße, wo auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche von etwas mehr als zwei Hektar 43 Wohneinheiten entstehen sollen. 13 stellen nach Planungen der Gemeinde Einfamilien- und 20 Doppelhäuser dar. Zehn Wohneinheiten sollen in Mehrfamilienhäusern geschaffen werden, wovon vier gefördertes Wohnen beinhalten würden. Über die Hagener Straße soll die Verkehrserschließung erfolgen, ein Fuß- und Radweg im Süden angeschlossen werden. Auch eine Kinderspielfläche ist angedacht. Bäume sollen erhalten bleiben, von vorneherein schließt die Gemeinde das Anlegen von Steingärten aus. Ein anwesender Anwohner monierte, dass die Hagener Straße mittlerweile einer „Rennstrecke“ gleiche. Es mache ihn zudem stutzig, dass der Rad- und Fußgängerweg nicht durchgängig für den Autoverkehr geöffnet sei. Auch Dietrich Struthoff wunderte sich, warum nur eine Zuwegung zum Wohngebiet für den motorisierten Verkehr angedacht sei und so nur den Bewohnern im Norden des Gebietes „der Verkehr zugemutet“ werde.

Annika Bruck fragte nach Erläuterungen zum Verkehrsgutachten. Darin seien 700 Fahrzeuge an der Hagener Straße festgestellt worden, die aber zu 280 Verkehren aus 43 Häusern führten. Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter Bau, Planung und Umwelt, führte dies auf die höhere Wohneinheitsdichte zurück. Die Ausschussmitglieder waren der Meinung, dass es nicht schade, den zuständigen Gutachter in eine Sitzung einzuladen. Ulrike Buck vom Nabu bereitete darüber hinaus ein Boden-Gutachten Sorge, das einen stark erhöhten Quecksilber-Gehalt für den Bereich attestiert. „Kann man da noch Gemüse anbauen?“, war ihre Frage an die Verwaltung. Spätestens dann wurde deutlich, dass Klärungsbedarf besteht. Der Ausschuss vertagte das Thema.


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Leserkommentare
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
Mangaguide.de am 20.10.2019 16:42
Ein Problem der Brücke ist, dass die Grünen trotz der Menge der Radfahrer und existierendem Radweg darauf bestehen, dass die Radfahrer gegen die ...