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Neue Vorwürfe gegen Andreas Iloff
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Ist AfD-Vorsitzender ein "Reichsbürger"?

Sebastian Kelm 06.09.2017 11 Kommentare

AFD Veranstaltung in Bruchhausen-Vilsen mit Gegendemo
Unter Beschuss: Andreas Iloff soll zu Treffen des rechtsextremen Geheimbundes "Deutscher Bund" eingeladen haben – als er bereits AfD-Mitglied war. (Janina Rahn)

Die bekannte Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke hat Recherche-Ergebnisse über den Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Diepholz und Kreistagsabgeordneten Andreas Iloff veröffentlicht. Die Politologin und Journalistin ist Mitverfasserin der Artikel „Der völkische Wahlkämpfer – Was rechts von Gauland kommt“, nachzulesen in Die Tageszeitung (Taz) vom Mittwoch, und „Reichsbürger in der AfD?“, am selben Tag erschienen auf dem SPD-nahen Informationsportal „Blick nach Rechts“ (BNR). Darin wird Iloff als „Gemeinschaftssprecher“ des „Deutschen Bundes“ genannt. Für Andrea Röpke ist das ein weiterer Beweis dafür, dass der Kirchdorfer AfD-Mann mehr ist als nur Rechtspopulist: „Er bewegt sich eindeutig im neonazistischen Milieu.“

„Völkische Weltvorstellung“ offen propagiert

Sie stützt ihre Erkenntnisse auf Schreiben, in denen „Adrich“ – unter diesem Namen ist Iloff ebenso bekannt wie als „Der Aueschmied“ – für den „rechtsextremen Orden“ zur „Bundesversammlung“ eingeladen hat. Das war 2014. Pikant: Zu dem Zeitpunkt soll er bereits AfD-Mitglied gewesen sein. „Auf die Unterlagen bin ich erst kürzlich gestoßen“, erzählt Andrea Röpke. Die Dokumente liegen mittlerweile auch unserer Zeitung vor. Und auf dem Bild im Anschreiben, in dem offen eine „völkische Weltvorstellung“ propagiert wird, ist zweifelsfrei Andreas Iloff zu erkennen.

Laut Andrea Röpke war bisher bekannt, dass er vor seiner AfD-Zeit die „Hooligans gegen Salafisten“-Kundgebung (HoGeSa) in Hannover besucht und an einem „konspirativen Treffen“ mit dem Thüringer Neonazi Thorsten Heise teilgenommen hat (wir berichteten). Im niedersächsischen Verfassungsschutzbericht von 2000 werden ihr zufolge auch Iloffs Verbindungen zum „Freundeskreis Deutschland e.V.“ erwähnt. Zu den Gründungsmitgliedern soll neben ihm auch Harald Wiese gehören, später stellvertretender Landesvorsitzender der Republikaner in Bremen, jetzt ebenfalls im Vorstand des Diepholzer AfD-Kreisverbandes. Offenbar führender Kopf des „Deutschen Bundes“ zu sein oder zumindest gewesen zu sein, ist aber selbst für Andrea Röpke neu über Iloff.

Orden ist antisemitisch und spricht von "Verblödung des Deutschen Volkes"

"Bundesbrüder und Anwärter" sollten zu jener Versammlung vor drei Jahren in "weißem Oberhemd/Bundesbinder, Tracht- und Zunftkleidung" kommen. Der Orden bezeichnet sich selbst als "Graswurzelbewegung zur Bewahrung der deutschen Eigenart" und nennt selbst "drei Eckpunkte des Unheils", als einen davon das "Dreieck des Volkstodes". Dieser Punkt ist grafisch unterlegt durch eine Art Davidstern, das Symbol des Judentums also. Die Rede ist außerdem von "Zukunftsverweigerung", weil die Deutschen zu wenig Kinder bekämen, und der "Verblödung des Deutschen Volkes". Laut Andrea Röpke geht der "Deutsche Bund" auch davon aus, dass das Deutsche Reich nicht „untergegangen“, die BRD hingegen ein besetztes Land sei. Dadurch lassen sich ihren Ausführungen in der Taz zufolge "Merkmale der Reichsbürgerbewegung“ erkennen, die wiederum die Bundesrepublik Deutschland und ihr Rechtssystem nicht anerkennen. 

Info-Veranstaltung „Nazi im AfD-Kreisverband Diepholz“

Die Gruppe Midea (Menschlichkeit ist die einzige Alternative) im Landkreis Diepholz lud als Reaktion auf Andrea Röpkes Erkenntnisse am Mittwoch kurzfristig zu einer Info-Veranstaltung „Nazi im AfD-Kreisverband Diepholz“ ein. Iloffs Formulierungen für den „Deutschen Bund“ sind laut Mitglied Ralf Beduhn „durchsetzt von einer völkisch-nationalistischen, antisemitischen, verschwörungstheoretischen und hasserfüllten Begrifflichkeit, die stellenweise an Propagandareden Joseph Goebbels' erinnern“.

Andreas Iloff selbst war am Mittwoch trotz mehrmaliger Versuche nicht für eine Stellungsnahme zu erreichen.


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...