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Geschäftsbericht Commerzbank Weyhe
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Jeden zweiten Tag ein neuer Kunde

Sebastian Kelm 21.05.2019 0 Kommentare

Sehen einen
Sehen einen "Wachtumskurs": Filialdirektor Jan Neumann (links) und Matthias Schmidt, Leiter Unternehmerkundenberatung. (Kelm)

Weyhe. Matthias Schmidt dreht sich auf der Suche nach einem Wort, das die jüngste Entwicklung der Commerzbank in Weyhe zusammenfasst, zu seinem Kollegen Jan Neumann um: „Wachstumskurs?“ Der Filialdirektor bestätigt: „Wachstumskurs.“ Und diesen können er und Schmidt, Leiter des Unternehmerkundengeschäfts für die Region südlich von Bremen, auch an Zahlen festmachen. So wurde die der Kunden im vergangenen Jahr zum Stichtag 31. Dezember um 185 gesteigert – auf exakt 5555. „Also jeden zweiten Tag ein Nettoneukunde“, rechnet Neumann bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2018 vor. Einen Grund für diesen Erfolg sieht er im kostenlosen Girokonto mit Startguthaben, für das weiter intensiv geworben werde.

Ein weiterer Bereich mit Zuwächsen: die Immobilienfinanzierung. „Etwa 60 Familien haben wir in Weyhe im vergangenen Jahr zum Eigenheim verholfen. Und die Nachfrage ist ungebrochen“, berichtet Neumann zum Neugeschäft in Höhe von zehn Millionen Euro und somit zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Er ergänzt: „Viele sind erstaunt, was sie sich leisten können.“ Da helfe auch die Baufinanzierungs-App der Commerzbank, die schnell eine „maklergerechte Finanzierungszusage“ ermögliche. Prinzipiell könnte ein Darlehen für einen Hauskauf auch komplett online abgewickelt werden. Meist werde aber noch auf das persönliche Gespräch mit dem Experten gesetzt. Er kenne zudem mindestens fünf Beispiele, bei denen Kunden schon bei der Kontoeröffnung erfolgreich geraten wurde, das vorhandene Geld doch in eine eigene Immobilie zu stecken.

Manchmal sind es die kleineren Wunsche vom Sofa bis zum neuen Auto, die einen sogenannten Verbraucherkredit erfordern. Diese Ratenmodelle wurden zuletzt um 38 Prozent häufiger genutzt, so Neumann. Die Vergabe laufe inzwischen auch stark digitalisiert. Er stellt indes klar: „Wir geben nicht blind Kredite heraus, schließlich wollen wir niemanden in die Überschuldung führen.“ Insgesamt haben die weiterhin niedrigen Zinsen, die seiner Einschätzung nach noch eine Weile Bestand haben dürften, zu einem Plus von 20,9 Prozent beim Kreditgeschäft der Commerzbank in Weyhe geführt. 

Aber wie tickt er denn nun, der Weyher in Geldfragen? „Er ist eher konservativ“, gibt Neumann zu Protokoll: „Am Sparbuch wird festgehalten.“ Dabei rate er zu maximal dem Dreifachen des Nettohaushaltseinkommens als „stille Reserve“, der Rest sollte in der derzeitigen Situation lieber investiert werden. Und er gibt dazu zu bedenken: „36 Millionen Euro liegen bei uns unverzinst auf Konten.“ Bereitschaft zum Anlegen vermisse er in Weyhe. Wer sein Geld aber etwa in Form von Fonds arbeiten lasse, lasse das immer häufiger von Profis betreuen: Der Anteil des verwalteten Wertpapiervermögens soll am Standort mittlerweile 65 Prozent betragen.

Auf Beratung setzen ohnehin die insgesamt rund 5000 Unternehmerkunden von Matthias Schmidt. Ihnen gehe es im Wesentlichen um Investitionskredite und Hilfe bei der Nachfolgeregelung. Für sie sei ein spezielles Online-Portal eingerichtet worden, seit Mai existiere zudem eines für Existenzgründer. Und ein sogenannter Cash-Radar soll den Geschäftsleuten genaue Liquiditätsprognosen liefern.

Wie man sieht: Vieles läuft digital, weniger Bargeld ist im Umlauf. Klassische Serviceleistungen wie Hilfe beim Ausfüllen einer Überweisung werden deutlich seltener in Anspruch genommen. Auf die Personalstärke soll das aber keine negativen Auswirkungen haben. „Da würde ich eher von Zuwachs sprechen“, sagt Neumann, der die konstant sechs Mitglieder im Privatkundenbereich anführt, andererseits die jetzt drei statt bislang einem Berater für Geschäftskunden. Und er stellt klar: „Wir werden hier bleiben, denn Automaten beraten nicht.“

Apropos Automaten: Seit Dienstag hat die Commerzbank an der Bahnhofstraße in Kirchweyhe, die einzige im Kreis neben Diepholz, wieder einen zweiten Automaten, ein reiner für die Geldausgabe. Somit wurde endlich der ersetzt, der Ende Februar gesprengt wurde (wir berichteten). Neumann dankt den Kunden für ihre Geduld: „Die Schlangen zuletzt waren schon ärgerlich.“ Die Sicherheitsvorkehrungen sind laut Schmidt „noch mal massiv verschärft“ worden. Der Vorraum war schon vor dem Vorfall über Nacht abgeschlossen, die Kartenleser zum Öffnen außerhalb der Geschäftszeiten waren aus diesem Grund abmontiert worden. In besagtem Vorraum sind die Spuren der Explosion allerdings noch immer zu sehen, eine Glastür ist gesprungen, die Wände sind beschädigt. Dass alles wieder hergerichtet wird, ist laut Unternehmenssprecherin Dagmar Baier aber „absehbar“.


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Leserkommentare
Wesersteel am 19.10.2019 12:05
Da hat man sich genau den Richtigen zum Gespräch rausgesucht,denn der Hering ist ein Arbeitgeber-Betriebsrat !
Bremen99 am 19.10.2019 12:01
Na das passt ja hervorragend: 70 Jahre SPD-Regierung in Bremerhaven steht dann für "Ruinen schaffen ohne Waffen".

Wenn Bremerhaven die ...