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Neue Kunstausstellung in Sudweyhe
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Konfuzius’ Worte in Bild und Schrift

Gerald Weßel 18.09.2019 0 Kommentare

Ting-Ting Han (von links) und Thomas Franck präsentieren in der Wassermühle Kunst chinesischer Machart.
Ting-Ting Han (von links) und Thomas Franck präsentieren in der Wassermühle Kunst chinesischer Machart. (Braunschädel)

Weyhe-Sudweyhe. „Das muss ich lernen“, sagt sie zu sich. Der Blick des Mädchens ruht auf einem Porträt. Ting-Ting Han ist sechs Jahre alt, als sie beschließt, klassische europäische Malerei zu erlernen. Das Selbstporträt von Rembrandt van Rijn, das sie dazu bewog, ist ihr noch mehr als 30 Jahre später im Kopf geblieben. Im Alter von 40 erinnert sich die Chinesin heutzutage noch lebhaft an ihre Kindheit, in der sie bereits als Zweijährige mit chinesischer Malerei begann. Der hier eingeschlagene Weg führte sie bis an Chinas Zentrale Akademie der Schönen Künste in Peking und nach Hongkong, wo sie von 2004 bis 2008 Grafikdesign studierte, ehe sie neben der freischaffenden künstlerischen Tätigkeit von 2004 bis 2010 eine Galerie in Peking leitete.

Aus Ting-Ting Han ist eine professionelle Künstlerin geworden, die ab kommenden Sonnabend, 21. September, in der Wassermühle, Im Mühlengrunde 15, ausstellen wird. Unter dem Titel „Selbstverständlich: Abstrakt!“ werden vor allem 24 größere Bilder auf Reispapier und Seide zu sehen sein, auf denen die Künstlerin chinesische Sprichwörter von Konfuzius künstlerisch umgesetzt hat. Beispiele hierfür sind: „Der Menschenfreund kennt kein Leid“, „der Tapfere kennt keine Furcht“ oder „der Weise kennt keine Zweifel“.

Die Motive dafür haben sich aus ihrem Leben in Deutschland in den vergangenen Jahren ergeben. Sie nutze „klassische chinesische Technik, aber eben keine klassischen Motive“. Die Menschen vor Ort in Weyhe sollen mit den Kunstwerken Verbindungen herstellen können. Die zentrale Botschaft für die Künstlerin ist: „In der Wurzel sind die chinesische und deutsche Kultur gleich.“

Weltweit geschätzt

Auch in China sei solch ein früher Start in die Karriere einer Künstlerin eher ungewöhnlich, sagt sie. Im Laufe ihrer frühen Kunstausbildung beschäftigte sie sich mit allen möglichen Techniken, darunter Kohle, Bleistift, Gouache, Wasserfarben und Ölmalerei. Nach ihrem Studium in Peking war sie auch als Dozentin tätig, wo sie ihr umfangreiches Wissen an Schüler weitergab. Ihre Werke hängen in privaten sowie auch öffentlichen Sammlungen unter anderem in China, Deutschland, Italien, den Niederlanden und den USA.

In der Fachwelt ist sie – wie als Kind erträumt – vor allem für ihre Ölgemälde bekannt, doch in Weyhe wird sie eher traditionell gemalte Bilder nach chinesischem Vorbild präsentieren. Ihr Lebensgefährte Thomas Franck ergänzt die Kunstwerke durch chinesische Kalligrafie, die der gelernte IT-Fachmann für Superyachten, in China bei einem Meister seines Faches studierte. Wobei der 45-Jährige an einigen Beispielen den Besuchern auch grafisch zeigt, wie ähnlich sich die deutsche Schriftsprache und die chinesische Kaligraphie sein können. Zum ersten Mal stellen beide gemeinsam aus. Generell ist die in der Wassermühle stattfindende Ausstellung eine besondere für die Chinesin, da sie in den hier gezeigten Werken auch ihre Erfahrungen in Deutschland verarbeite.

Thomas Franck und Ting-Ting Han kennen sich seit neun Jahren und haben 2018 geheiratet. Sie leben zusammen in Bücken in der Grafschaft Hoya, wo sie auch ein gemeinsames Atelier haben. Das Jahr 2010 brachte übrigens nicht nur ihren späteren Lebensgefährten in ihr Leben, sondern führte die chinesische Künstlerin auch erstmalig nach Deutschland: Zwei Jahre verbrachte sie dank eines Stipendiums der Bösenberg- Stiftung im Künstlerhaus Meinersen nahe Hannover.

Hinter Gemälde geblickt

Doch obschon sie in Deutschland war, habe es sich für sie nicht so angefühlt. Immerzu ging es nur um Kunst, und sie bekam auch nur kunstinteressierte Mitbürger zu sehen. „Ich dachte auch, alle Deutschen sprechen Englisch“, erinnert sie sich. Unzählige realistische Porträts fertigte sie seither an und lebte ihr Leben als Künstlerin – abgeschottet von der deutschen Öffentlichkeit. Erst als sie mit Thomas Franck nach Bücken ging, habe sie angefangen „hinter die Gemälde zu blicken“ und „ihr deutsches Leben zu leben.“ Mit Erstaunen habe sie zum Beispiel beobachtet, dass Menschen wirklich Wein und Käse in Restaurants parallel zueinander verzehren. Bis dahin hatte sie dies nur auf Gemälden europäischer Maler gesehen. Motive, die sie als Kind aus Büchern abmalte, entdeckt sie nun im Alltag.

Die Vernissage beginnt am Sonnabend, 21. September, um 16 Uhr. Gerd Bastigkeit begleitet die Veranstaltung musikalisch – Ting-Ting Han hat ein chinesisches Stück ausgesucht, das er einstudiert haben wird. Thomas Franck wird eine Einführung in die Ausstellung geben. Der Eintritt ist frei und die Öffnungszeiten lauten: Sonnabends von 15 bis 18 Uhr und sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Die Bilder sind bis zum 3. November zu sehen.


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Leserkommentare
panorama am 18.10.2019 19:32
Lesen soll ja bekanntlich bilden.

https://dejure.org/gesetze/JGG/114.html
BreTSF am 18.10.2019 19:29
rheimsoth:
Das Bremer Bündnis für die Verkehrswende engagiert sich schon lange für Veränderungen und nicht nur „die abgebildeten Personen“. Es ...