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Millionen zu verschenken – Zwielichtige Bitcoin-Angebote

Sven Venzke-Caprarese und Dennis-Kenji Kipker 14.02.2019 0 Kommentare

Bitcoins wirken verlockend, doch beim Umgang mit der Kryptowährung ist Vorsicht geboten.
Bitcoins wirken verlockend, doch beim Umgang mit der Kryptowährung ist Vorsicht geboten. (Jens Kalaene/DPA)

Wer hat nicht schon von Bitcoins gehört? Eine digitale Kryptowährung, die Hoffnungen weckt. Wäre es nicht schön, mit einer kleinen Investition schnell und ohne viel Arbeit das große Geld zu machen – oder zumindest einen ordentlichen Gewinn, der den Ertrag normaler Zinsen und Aktien weit übersteigt? Was technisch hinter Bitcoins steckt, verstehen nur einige Experten und selbst die Frage, wie man eigentlich an Bitcoins kommt und was eine „Wallet“ ist, kann häufig nur von Computer-Nerds beantwortet werden. Trotzdem wäre es doch schön, auch dabei zu sein, man möchte ja nichts verpassen, während man immer wieder von Selfmade-Bitcoin-Millionären liest.

Aber wie komme ich nun ran an die Bitcoins? Manch einer wird nach dem Besuch beim örtlichen Bankberater ernüchtert festgestellt haben, dass es so einfach wohl nicht sein kann. Aber muss man sich hier wirklich auskennen? Gibt es nicht auch Angebote, die das Leben einfacher machen und ohne große Computerkenntnisse einen unkomplizierten Kauf von Bitcoins ermöglichen – ja, vielleicht sogar den An- und Verkauf möglichst gewinnbringend mit Hilfe einer Handelssoftware automatisch durchführen – sozusagen für jedermann? Bei der Recherche im Internet stößt man dann auch relativ schnell auf viele Informationen, Angebote und Anbieter, die in diesem Bereich tätig sind. So schwierig ist es dann scheinbar also doch nicht, Bitcoin-Trader zu werden. Doch Vorsicht, denn nicht alles ist Gold, was glänzt! Zahlreiche Anbieter in diesem Bereich sind unseriös und versuchen, die Unkenntnis der Verbraucher auszunutzen. Auffällig sind dabei insbesondere Angebote, die mit schnellen Gewinnen werben und zum Beispiel darauf hinweisen, dass die beworbenen Dienste bereits in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ erfolgreich von Profi-Investoren bewertet wurden. Mit einem Klick auf die entsprechenden Angebote wird man aufgefordert, einige personenbezogene Daten anzugeben: Name, E-Mail und Telefonnummer. Wer hier voreilig handelt, bereut es später häufig. Denn eine nähere Recherche ergibt: Das entsprechende Angebot war nie Teil der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Besonders riskant: Das Angebot wird sogar als Werbung auf vielen seriösen Websites angezeigt. Dass es sich hierbei nur um Anzeigen aus weit verzweigten und wenig kontrollierbaren Werbenetzwerken handelt, die mit dem eigentlichen Seitenbetreiber nichts zu tun haben, ist den wenigsten bewusst. Und selbst eine weitere Internetrecherche führt meistens zu vermeintlich seriösen, aber ebenfalls häufig gefälschten Erfahrungsberichten.

So ist also das Vertrauen des unbedarften Anlegers schnell da. Das investierte Geld und die eingegebenen Daten sind im schlimmsten Fall aber weg oder in hochriskante Anlagemodelle mit ungewissem finanziellen Ausgang gesteckt. Wenn dann noch das Telefon klingelt und einem der persönliche Bitcoin-Berater mitteilt, dass man mit der Anfangsinvestition leider nur wenig machen könne, aber eine höhere Investition deutlich bessere Gewinne verspreche, wird es besonders heikel. Unser Rat lautet deshalb: Seien Sie skeptisch – denn man kann hier gar nicht skeptisch genug sein. Nutzen Sie keine Angebote, die Sie nicht verstehen. Investieren Sie kein Geld, dessen Verlust Sie nicht verschmerzen können. Meiden Sie zwielichtige Angebote. Verzichten Sie auf unrealistische Gewinnversprechen, denn das schnelle Geld für jedermann gibt es auch online nicht. Und seien Sie sich stets bewusst: Im Umfeld von Kryptowährungen existieren viele Fallstricke. Zwielichtige Anbieter sind dabei nur ein Risiko. Selbst seriöse Börsen können gehackt werden. Auch Ihre Zugangsdaten können Ziel von Hackerangriffen sein. Blockchains als technologische Basis der Bitcoins können Sicherheitslücken aufweisen. Starke Schwankungen im Wert von Kryptowährungen bringen oftmals mehr Verlust als Gewinn.

Und selbst wenn man alle Klippen umschifft und einen Gewinn gemacht hat, drohen zu guter Letzt steuerrechtliche Fallen: Schnelle Gewinne, die gewisse Bagatellgrenzen überschreiten, sind beim Finanzamt anzugeben. Und wenn man sich all das vor Augen führt, dann wird einem doch recht schnell bewusst, dass es eigentlich gar nicht so viele Bitcoin-Millionäre geben kann, wie immer im Internet angepriesen wird.

Zur Person

Die Experten

Vor dem Hintergrund von Datenklau und Datenschutz beleuchten sie im WESER-KURIER nun alle zwei Wochen Themen der digitalen Welt. Der Weyher Dennis-Kenji Kipker (32) ist unter anderem als Vorstandsmitglied bei der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz tätig, der Stuhrer Volljurist Sven Venzke-Caprarese (40) arbeitet als Prokurist und Justiziar bei dem Bremer Unternehmen Datenschutz Nord.


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Herzlich willkommen in Ihrem Portal für die Gemeinden Stuhr und Weyhe. Hier informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus dem Diepholzer Nordkreis.

Vor dem Hintergrund von Datenklau und Datenschutz beleuchten der Weyher Dennis-Kenji Kipker und der Stuhrer Volljurist Sven Venzke-Caprarese im WESER-KURIER nun alle zwei Wochen Themen der digitalen Welt.
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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...