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Neues Jahr, neues Handy

Dennis-Kenji Kipker und Sven Venzke-Caprarese 29.01.2019 0 Kommentare

Die Anschaffung eines neuen Smartphones sollte wohl durchdacht sein – auch aus Sicherheitsgründen.
Die Anschaffung eines neuen Smartphones sollte wohl durchdacht sein – auch aus Sicherheitsgründen. (Björn Hake)

Alle (zwei) Jahre wieder, und es liegt ein neues Handy unter dem Weihnachtsbaum. Aber jetzt, nachdem wirklich alle Geschenke ausgepackt und konfiguriert, die bestellten Schutzhüllen angebracht und Handy sowie Nutzer wieder im Alltag angekommen sind, stellt sich für den ein oder anderen die Frage: Habe ich tatsächlich das richtige Gerät gekauft oder verschenkt?

So scheiden sich die Geister schon seit jeher an der Frage: Android – sprich zum Beispiel Samsung und Huawei – oder doch lieber Apple mit seinem iOS? Was für die einen Lebenseinstellung ist – so wie man die Wahl der Automarke ja schließlich auch nicht dem Zufall überlässt – ist für die anderen ganz pragmatisch eine Frage des Geldbeutels: Zwar gibt es auch Android-Luxushandys, aber eben auch schon günstige Einsteigermodelle ohne Tarifbindung. Und nicht zuletzt ist es ja auch so, dass man von Apple seit Jahresende nichts als Hiobsbotschaften hört: Patentrechtsstreitigkeiten und Verkaufsverbote, vermeintlich fehlende Innovationen und überzogene Preise. Aber ist Apple gegenüber seinen immer stärker auf den Markt drängenden Android-Mitbewerbern wirklich auf dem absteigenden Ast?

Sicherlich kann man feststellen, dass Apple einem deutlich höheren Erfolgsdruck ausgesetzt ist, was aber nur zum Teil an den höheren Verkaufspreisen liegt. Das erste iPhone, das 2007 auf den Markt kam, mutete mit seinem großen Touchscreen gegenüber seinen Mitbewerbern, die noch mit herkömmlichen Tasten auskommen mussten, geradezu revolutionär an. Genau das erwartet man von Apple nun mit jeder neuen Produktvorstellung: Revolution um Revolution. Doch muss jedes Software-Update unbedingt mit einem Strauß an neuen Funktionen aufwarten?

Unsere Meinung lautet: nein! Weniger ist manchmal mehr. Entschleunigung auch bei Handys, denn es kommt auf den Kern eines Produktes an. Hierzu gehört auch der Schutz der Nutzerdaten vor Sicherheitslücken des Betriebssystems. An diesem Punkt zeigen sich zwischen Android und iOS in der Praxis insbesondere im Hinblick auf die Update-Politik ganz deutliche Unterschiede.

Android-Anbieter stellen oft schon frühzeitig den Support in Form von Updates ein – und das, obwohl die Hardware der Geräte noch für Jahre durchhalten könnte. Wer dann sein Gerät weiter benutzt, riskiert den Datendiebstahl. Womöglich ist es also notwendig, tatsächlich in sehr kurzen Intervallen ein neues Handy zu kaufen.

Mit seiner Update-Politik trumpfte Apple zuletzt deutlich auf. So wird das aktuelle iOS auch noch für Geräte bereitgestellt, die bis zu fünf Jahre alt sind.

Beim Kauf eines neuen Gerätes sollte also auch berücksichtigt werden, wie lange der Hersteller dieses vermutlich mit neuer Software versorgt. Einen Anhaltspunkt hierfür bieten die Internetseiten der Gerätehersteller. Allerdings muss natürlich auch im Hinblick auf Apple gesagt werden, dass es keine Garantie für das Beibehalten der aktuellen Update-Politik gibt.

Und was ist nun die Quintessenz des Ganzen? Natürlich nicht, dass Sie unbedingt ein iPhone kaufen sollen! Aber dass wir als Verbraucher trotz der bunten und allgegenwärtigen Multimedia-Welt nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren dürfen. Und da kann ein Software-Update, das „nur“ einen Fehler beseitigt, viel mehr wert sein als ein solches, das eine neue Funktion schafft. Die Evolution ist eben nicht immer eine Revolution, und das gilt auch für Smartphones.

Und zu guter Letzt: Updates müssen natürlich auch installiert werden – selbst wenn der Speicher voll und das Update groß ist. Hier ist neben dem Gerätehersteller dann auch der Nutzer gefragt, „Frühjahrsputz“ auf seinem Handy zu machen.

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Vor dem Hintergrund von Datenklau und Datenschutz beleuchten sie im WESER-KURIER nun alle zwei Wochen Themen der digitalen Welt. Der Weyher Dennis-Kenji Kipker (32) ist unter anderem als Vorstandsmitglied bei der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz tätig, der Stuhrer Volljurist Sven Venzke-Caprarese (40) arbeitet als Prokurist und Justiziar bei dem Bremer Unternehmen Datenschutz Nord.


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Vor dem Hintergrund von Datenklau und Datenschutz beleuchten der Weyher Dennis-Kenji Kipker und der Stuhrer Volljurist Sven Venzke-Caprarese im WESER-KURIER nun alle zwei Wochen Themen der digitalen Welt.
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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...